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Sherlock Holmes jagd Jack the Ripper
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Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper - Suche nach einem Phantom

04.12.2009 / 10:46 Uhr / Dimitri

So ziemlich jeder dürfte schon mal über den Namen Jack the Ripper gestolpert sein. Dieses Pseudonym eines Serienmörders, der 1888 London heimgesucht hat und dort mindestens fünf Prostituierte auf brutalste Weise ermordete, stellt Geschichtsforscher noch heute vor ein Rätsel, denn seine Identität wurde nie gelüftet. Diesem Fall, der tatsächlich auf wahren Begebenheiten basiert, nimmt sich der mindestens genauso bekannte, dafür jedoch fiktive Detektiv Sherlock Holmes an.

Mit Hilfe seines Kollegen Dr. Watson versucht Holmes also das Geheimnis dieser Mordserie zu lüften, die in Whitechapel, einem Armenviertel in London, ihren Anfang nimmt. Eine Prostituierte wurde mit einem Schnitt durch die Kehle ermordet und hässlich entstellt. Für euch heißt das schnellstmöglich den Tatort aufsuchen und möglichst viele Anhaltspunkte sammeln. Bevor es jedoch Richtung Whitechapel los gehen kann, gilt es in guter alter Point & Klick-Manier in der Baker Street 221b, von der Holmes aus operiert, eine Karte von London zu finden. Die Steuerung funktioniert dabei mit dem Xbox-Controller überraschend gut. Es stehen zwei Kameraperspektiven zur Auswahl: Einmal natürlich die alt bewährte feste Kameraeinstellung, die euch erlaubt, einen Überblick der näheren Umgebung zu bekommen, oder aber die Sicht aus der Egoperspektive, die euch das Geschehen aus nächster Nähe in der Haut von Holmes oder aber auch Watson erleben lässt.

Eine der Sachen die "Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper" wirklich gut macht, ist die düstere Atmosphäre der einzelnen Schauplätze glaubwürdig einzufangen. In Whitechapel lungern an jeder Straßenecke wirklich bemitleidenswerte Gestalten herum, von denen die eine schlimmer und elender aussieht als die andere. Es kommt nicht selten vor, dass man von einer verzweifelten Prostituierten, die sich ein paar Pfund für eine warme Mahlzeit verdienen will, von der Seite angesprochen wird und spätestens wenn man den ein oder anderen tragischen Leidensweg von den verschiedenen Personen, mit denen man im Laufe des Spiels zu tun hat, erzählt bekommen hat, schlägt einem das Ganze schon ein wenig auf das eigene Gemüt. Um den Spieler nicht zu sehr abzuschrecken, werden die Leichen, die man an den Tatorten vorfindet, stark stilisiert dargestellt und ähneln eher einer groben Zeichnung. Verständlich, immerhin wurden einigen der Leichen Organe herausgeschnitten bzw. Nase und Ohren entfernt - aber selbst die stilisierten Toten sind schon schwer anzusehen. Diese vorsichtige Darstellung der Leichen war wahrscheinlich ein Grund dafür war, dass "Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper" noch ein grünes USK-Siegel bekommen hat. Obwohl man sich mit direkter Darstellung von Gewalt eher zurückhält, hätte der Teil, den das Spiel eurer Vorstellung überlässt, z.B. die Beschreibung diverser Grausamkeiten in Briefen und anderen Dokumenten, wahrscheinlich auch ohne Weiteres ein rotes USK-Siegel rechtfertigen können.

Eine genaue Untersuchung der Opfer und des Tatorts sind jedoch nötig, denn genau damit verbringt ihr neben normalen Rätseln die meiste Zeit des Spiels. Mit eurer Lupe untersucht ihr die Leiche und den Tatort auf verschiedene Hinweise. Auf eurer Pinnwand tragt ihr diese dann zusammen. Aus den einzelnen Hinweisen wird auf Fakten geschlossen, die euch in euren Ermittlungen weiter bringen. Das Ganze funktioniert so, dass die einzelnen Hinweisfelder mit Fäden mit einem leeren Faktenfeld, dass ihr dann füllen müsst, verbunden sind. Pro Fakt könnt ihr jeweils aus drei Möglichkeiten auswählen, schließt ihr richtig, wird das Faktenfeld grün und ihr wisst, dass ihr weiter machen könnt. Dieses System funktioniert wirklich gut, denn mit ein wenig Überlegung kommt man eigentlich immer auf die richtige Antwort. Trotzdem ist das Ganze auch nicht zu einfach, denn später muss man dann bereits geschlossenen Fakten wieder mit Hinweisen kombinieren, um neue Fakten zu erhalten.

Ein weiterer Teil des Spiels, der sich relativ oft wiederholt, ist die Anordnung von Beobachtungen auf einer Zeitachse, um den Todeszeitpunkt der Opfer möglichst weit einzugrenzen. Wer sich dafür alle Angaben von Zeugen gemerkt hat, ist hier natürlich im Vorteil und kann die Zeitachse sehr schnell vervollständigen. Hat man sich nicht alles gemerkt, muss man nochmal in den umfangreichen, dafür aber recht übersichtlich dargestellten Aufzeichnungen, die das Spiel automatisch anlegt, nachschauen, um die richtigen Zeitpunkte zu finden.

Alle anderen Rätsel kommen jedoch nur einmalig im Spiel vor und sind deshalb sehr abwechslungsreich. U.a. muss man einen der Morde nachstellen, um herauszufinden wie der Täter genau vorgegangen ist, ein zerrissenes Dokument wieder zusammensetzen oder Schaufensterpuppen mit Kleidung und Perücken bestücken, um verschiedene Zeugenaussagen zu vergleichen. Einmal geht es sogar so weit, dass man sich außerhalb des Spiels über Schauplätze und Daten des amerikanischen Bürgerkriegs informieren muss, um ein Rätsel lösen zu können. Auch wenn das jetzt ein wenig übertrieben klingt, sind eigentlich alle Rätsel ohne Weiteres mit ein wenig Überlegung zu lösen. Ab und an ist natürlich auch mal ein etwas komplizierteres Rätsel dabei, wobei dann das nächste wieder etwas einfacher wird, sodass man sich eigentlich niemals unter- bzw. überfordert fühlt.

Dramaturgisch und atmosphärisch spielt "Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper" ohne Frage in der oberen Liga. Aus technischer Sicht hat es jedoch leider einige Ecken und Kanten. Die Grafik ist beim besten Willen nicht mehr zeitgemäß, besonders die hölzernen Animationen der Charaktere und nervendes Kantenflimmern stören den Gesamteindruck. Andererseits kann man dem Spiel diese Schnitzer nicht wirklich übel nehmen, denn sie werden durch die gelungene Inszenierung und die durchaus gelungene Synchronisation sowie die stimmige musikalische Untermalung locker wieder wett gemacht.


1 Fazit

Detailseite: Alle Infos zum Spiel
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04.12.2009 / Das Adventure im Test

Kommentare

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Marc
Schöner Test. Ich werde mir das Game auf jeden Fall auch mal näher ansehen. Scheint das richtige für lange Winterabende zu sein...

04.12.2009 / 11:02 Uhr / Marc

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