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Wenn Liebe so einfach wäre - Trennung mit Nachspiel

17.06.2010 / 13:26 Uhr / Paul Hackspacher

Neben Vampirfilmen und Comicverfilmungen gibt es eine weitere Filmkategorie die momentan boomt: Liebesfilme. Auch wenn sie immer zu einem gewissen Grade präsent waren, findet man in den letzten paar Jahren verstärkt neue Vertreter dieses Genres in den Kinos und auf DVD. Ein aktueller Repräsentant ist vor einiger Zeit auf dem Zune-Marktplatz veröffentlicht worden: Die romantische Komödie "Wenn Liebe so einfach wäre".

Die Geschichte handelt von der ins Alter gekommenen Jane Adler (Meryl Streep), die zehn Jahre nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann Jake Adler (Alec Baldwin) ihr Leben großteils im Griff hat - sie leitet eine kleine Bäckerei und Konditorei, ihre drei Kinder sind alle aus dem Haus und sie plant gerade einen Anbau für das Anwesen in dem sie wohnt. Bis auf ihr Singledasein befindet sich Janes kleine Welt im Lot - zumindest bis sie auf der Abschlussfeier ihres Sohnes Luke wieder auf ihren Ex-Mann trifft und nach zu viel Alkohol mit diesem im Bett landet. Nachdem der erste Schock verdaut ist, beginnt sie eine Affähre mit dem noch verheirateten Jake, eine Affäre die sie zwar nicht aufgeben möchte aber schwere Bedenken hervorruft. Immerhin gibt es da noch ihren Architekten Adam Schaffer (Steve Martin), zu dem sich langsam eine romantische Beziehung anbahnt.

Der Film weiß durchaus mit seiner unkonventionellen Art zu überzeugen. Die Charaktere sind - im Rahmen der Handlung - sympathisch und nachvollziehbar, wobei manche Teile der Story etwas konstruiert wirken. Das lässt sich allerdings verschmerzen, immerhin handelt es sich um eine Komödie, nicht um ein Drama. Der Humor ist natürlich deutlich auf den Geschmack von Frauen ausgelegt, aber auch als Mann kann man auf seine Kosten kommen - wenn auch mit einigen längeren Durststrecken. Die große Frage, für welchen der beiden Buhler sich Jane schließlich entscheiden wird, bleibt bis zum Ende des zweistündigen Filmes offen, wodurch zumindest die Auflösung der vielerorts vorhersehbaren Handlung den Zuschauer an den Bildschirm fesselt.

Meryl Streep und Alec Baldwin sind außerdem eine wundervolle Besetzung für das geschiedene Ehepaar, zwischen den beiden Schauspielern besteht eine tolle Chemie, die man schon in der ersten Szene bemerkt. Dahingegen wirkt die Wahl von Steve Martin als schüchternen Romantiker anfangs eher merkwürdig, kennt man ihn doch vielmehr von abstruseren Charakteren. Aber er hält sich toll in seiner Rolle und avanciert schnell zum heimlichen Held des Filmes: Der Architekt Adam Schaffer erhält im Verlauf der Story die besten Szenen, bekommt vom Drehbuch die besten Sätze in den Mund gelegt und ist generell der einzige Hauptcharakter, bei dem man nicht irgendwann ein flaues Gefühl im Magen hat, ob seine Handlungen jetzt moralisch korrekt sind. Ebenfalls erwähnenswert ist John Krasinski, bekannt aus "The Office", der Harley, den Verlobten von Lauren Adler, spielt, und als einziger Wind von der Affäre bekommen hat. Obwohl er versucht, möglichst wenig in die Dreiecksbeziehung hineingezogen zu werden, rutscht er doch im Verlauf des Films immer wieder in Teufels Küche. Krasinskis sympathisches Auftreten wird dem liebenswürdigen Charakter mehr als gerecht und auch seine schauspielerische Leistung sorgt dafür, dass man sich als Zuschauer wünscht, die Figur hätte mehr On-Screen-Zeit erhalten.

Zur Präsentation der Geschichte gibt es relativ wenig zu sagen: Maske, Kostüme, Kulissen und Kameraführung sind solide aber nicht wirklich außergewöhnlich, was man allerdings auch als Pluspunkt betrachten kann: Sie fallen nicht exzessiv auf, weder positiv noch negativ. Einen letzten großen Kritikpunkt hat der Film allerdings noch, zumindest die deutsche Version. Die Synchronisation der Schauspieler lässt nämlich stark zu Wünschen übrig. Die Wahl der Sprecher ist dabei gar nicht so ärgerlich, die Wortwahl bei der Übersetzung auch nicht, allerdings ist eine Lippensynchronität kaum vorhanden. Das macht insbesondere zu Anfang des Filmes Probleme, wo Jane einige Male eine Art Kaffekränzchen in ihrem Haus abhält. Und gerade zu Beginn, wo der Zuschauer noch nicht an die Stimmen der Hauptfiguren gewöhnt ist, sind Szenen, in denen vier Frauen durcheinander kreischen, höchst problematisch, wenn man die Stimmen weder vom Klang noch durch Lippenbewegungen den jeweiligen Schauspielerinnen zuordnen kann.

Zune: Wenn Liebe so einfach wäre


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