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Torino 2006
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Torino 2006 - Olympia ruft

01.02.2006 / 14:21 Uhr / Marc Friedrichs

Für die meisten unter uns dürfte wahrscheinlich die Fußball-WM in diesem Sommer das Sporthighlight des Jahres sein. Eigentlich schade, denn so führen die olympischen Winterspiele, die vom 10. bis 16. Februar in Turin stattfinden, eher ein Schattendasein. Pünktlich zur offiziellen Eröffnungsfeier spendiert uns jetzt 2K Games in alter EA-Manier das Spiel zum sportlichen Großereignis, bei dem man sich 15 der insgesamt 84 Wettbewerbe nach Hause ins Wohnzimmer holen kann: Torino 2006.

Winter-Olympiade für zu Hause
Die Blütezeit von olympischen Sportspielen ist eigentlich längst vorbei. Was waren das noch für Zeiten, als man mit den unzähligen Teilen von Winter Games die Eingabegeräte von C64 und Amiga malträtierte. Damals musste man auch vor dem Monitor sportliche Höchstleistungen erbringen, um nur annähernd eine Medaillenchance zu haben. Als Trostpreis war dem Spieler aber zumindest eine Gelenkentzündung in Finger- und Handgelenken sicher.
Das Sesselsport nicht immer so anstrengend sein muss, will uns jetzt das Hamburger Entwicklungsstudio 49Games beweisen, die auf dem PC bereits ne Menge Erfahrung in Sachen Wintersport gesammelt haben und bequemer Weise die Technik von RTL Skispringen 2006 sowie Ski Alpin 2006 in Torino einfließen lassen.

Bahn frei für den Medaillen-König
Wie oben bereits erwähnt, warten 15 Wettbewerbe darauf, vom Spieler gemeistert zu werden. Die bunte Mischung besteht dabei aus 8 Hauptzutaten: Skifahren, Skispringen, Eisschnelllauf, Langlauf, Bobfahren, Rodeln, Biathlon und Nordische Kombination, wobei letztere im Grunde auch nichts anderes als eine Mischung aus Skispringen und Langlauf ist. Dank Originallizenz finden alle Veranstaltungen auch am authentischen Austragungsort statt. Diese eigentlich positive Tatsache hat allerdings auch ihre Schattenseite, denn somit stehen dem Spieler pro Wettbewerb nur 2 Skipisten, Bobbahnen oder Langlaufkurse zur Verfügung. Nach einigen Meisterschaften kennt man die Parcours auswendig und Verbesserungen spielen sich nur noch im Bereich eines Sekundenbruchteils ab. Somit kann man schon hier ein erstes Manko des Spiels ausmachen, denn ein wenig mehr Abwechslung hätte sicherlich gut getan. Da die Strecken aber eigentlich recht fordernd gestaltet sind, braucht es bis zur Perfektion eine gewisse Zeit.

Simples Gameplay - Enormer Spielspaß
Auch wenn sich die Entwickler Mühe gegeben haben, die Disziplinen möglichst realistisch darzustellen, ist Torino 2006 keine richtige Sportsimulation und somit auch für den Gelegenheitsspieler nach ein paar Einführungsrunden recht gut zu beherrschen. Das Gameplay ist erfreulich simpel gehalten und die Steuerung geht intuitiv von der Hand, wodurch erste Medaillenerfolge nicht lange auf sich warten lassen.
Gesteuert wird mit dem linken Analogstick, ansonsten kommen pro Sportart maximal 2 weitere Buttons zum Einsatz: bei der Abfahrt geht man auf Tastendruck in die Hocke oder setzt die Kanten der Skier ein, um die Kurven schärfer nehmen zu können, beim Skispringen muss man per Knopfdruck den optimalen Absprung- und Landepunkt erwischen und beim Bobfahren kann man mittels Schultertasten das Gewicht der Insassen optimal verlagern.
Taktisches Geschick ist vor allem bei den beiden Ausdauersportarten Langlauf und Biathlon gefordert. Hier muss man sich die Kraft richtig einteilen, um als erstes ins Ziel zu gelangen oder eine ruhige Hand beim Schiessen zu haben.
Positiv an der Steuerung ist, wie oben schon angedeutet, dass Torino 2006 gänzlich auf wildes Button-Smashing und ähnliche Einlagen verzichtet. Lediglich die Startsequenz beim Eisschnelllauf erfordert ein schnelles, abwechselndes Drücken der A- und B-Taste, wodurch die Lebenszeit des Controllers aber nicht wirklich verkürzt wird. Ansonsten setzen die Entwickler eher auf geschmeidige, rhythmische Lenkbewegungen wie z.B. beim Slalom. Das hat den Vorteil, dass sich auch verwandte Sportarten wie Bobfahren und Rodeln unterschiedlich anfühlen und einen eigenen Reiz besitzen.

Feten-Kracher
Wenn man sich den Herausforderungen alleine stellt, braucht man für das Durchspielen aller 15 Disziplinen in etwa 45 Minuten. Reicht die Zeit mal nicht, steht aber auch eine verkürzte Meisterschaft mit 9 Disziplinen zur Verfügung, bei der z.B. zwei der drei Eisschnellläufe gestrichen wurden. Daneben kann man natürlich auch jede Sportart einzeln auswählen oder sich aus dem Portfolio eine eigene Meisterschaft zusammenstellen, um ungeliebten Sportarten aus dem Weg zu gehen.

Ist der Einzelspielermodus zwar für die ein oder andere spaßige Medaillenjagd gut zu gebrauchen, kommt richtiger Spielspass erst bei Mehrspielerpartien auf. Da Xbox Live und System-Link nicht unterstützt werden, können sich lediglich vor der Konsole bis zu vier Gamer versammeln. Schade ist dabei nur, dass Splitscreen nicht möglich ist und somit nacheinander gespielt werden muss. Ein kompletter Vierspieler-Wettkampf ist daher eine recht abendfüllende Angelegenheit.

Cool Runnings
Warum bei Torino 2006 übrigens lediglich 24 Nationen antreten, bleibt wohl ein Geheimnis der Entwickler - immerhin trumpft aber jedes Volk mit authentischer Garderobe auf. Hier wartet auf den Spieler allerdings eine Überraschung: Wenn man bestimmte Vorgaben, wie z.B. Höchstgeschwindigkeiten oder optimale Starts, erfüllt, heimst man diverse Boni wie z.B. das Jamaika-Bob-Outfit ein. Doch auch ohne Sonderklamotten machen die Sportler eine gute Figur. Auch wenn das Spiel kein Grafikbrett ist und man dem Titel ansieht, dass er auf mehreren Plattformen erscheint, sorgen Spiegeleffekte auf den Visieren oder Eisflächen für eine stimmige Winteratmosphäre. Obwohl nicht alle Bewegungen der Bildschirmsportler wirklich gelenkig aussehen, machen die Animationen einen grundsätzlich guten Eindruck: Beim Slalom wird elegant gewedelt, während der Eisschnellläufer elegant eine Kufe vor die andere setzt. Ansonsten sind die Wettbewerbe ordentlich in Szene gesetzt und auch die Darstellung ist bei allen Disziplinen äußerst flüssig. Gerade bei der Abfahrt oder beim Bobfahren ist das Geschwindigkeitsgefühl sehr gut gelungen.

Was den Sound angeht, gibt es bei Torino 2006 nichts zu meckern, denn außer den Anfeuerungsrufen der Zuschauer und einigen Umgebungsgeräuschen gibt es auch nicht viel zu hören - bis auf die Kommentatoren, auf die ein aktuelles Sportspiel anscheinend nicht mehr verzichten kann. In diesem Falle hinterlassen die beiden Sprecher an manchen Stellen den Eindruck, als wären sie der Muppet Show entsprungen: "Das war aber ein guter Start." - "Naja, so toll war das aber auch nicht." Ansonsten sind die Kommentare wie gewohnt oft fehl am Platz, informieren aber andererseits auch über historische Olympia-Momente und -Reglements.


1 Fazit

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