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Dynasty Warriors 6
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Dynasty Warriors 6 - Feindliche Überzahl

01.04.2008 / 12:18 Uhr / Jens Kopper

Déjà-Vu. Ich bin mir sicher, dass ihr das Gefühl auch kennt. Euer Gehirn sagt euch: "Diese Situation hast du schon einmal erlebt. Das was du gerade tust, hast du zu 100% schon mal gemacht." Sowas wird euch im Alltag bestimmt auch schon begegnet sein. Mir passiert das Ganze aber jedes Jahr, jedes mal, wenn ich ein Spiel spiele. Ein Spiel, dass mittlerweile sage und schreibe 21 Teile hat. Ja genau ihr habt es erkannt. Es geht um Dynasty Warriors. Jedes Jahr beglückt uns Koei mit mindestens einer Fortsetzung.

Und das, obwohl die Serie schon einige Tiefschläge wie z.B. das letzte Jahr erschienene Dynasty Warriors Gundam erlitten hat. Und trotzdem schickt uns Koei wieder mit unseren waffenschwingenden Freunden auf historische Schlachtfelder. Wieder mal müssen wir den Aufstand der gelben Turbane zerschmettern oder das Zeitalter der 3 Reiche einläuten. Immer wieder das Gleiche, wie letztes Jahr und das Jahr davor. Wie gesagt: Ein Déjà-Vu. Aber Moment. Dieser Teil soll anders sein. Zumindest was das eigentliche Spiel angeht. Bessere Grafik?! RPG-Elemente bei der Charakterentwicklung?! Kampfanimationen, die per Motion-Capturing aufgenommen wurden?! Ob die Zeit der Déjà's vorbei ist, oder ob uns Koei nur leere Versprechungen gemacht hat, lest ihr in unserem Test zu Dynasty Warriors 6.

Starten will ich den Test mit einigen grundlegenden Informationen zur Serie, für Menschen, die Lu Bu für knusprige Haifischflossen halten und der Meinung sind, dass Shu der Name des neuen China-Restaurants an der Ecke ist: Dynasty Warriors dreht sich um reale Schlachten der asiatischen Geschichte. Dabei spielt ihr einen Kämpfer, der sich durch Horden von Gegner metzelt, feindliche Generäle tötet und Festungen erobert, um das Schlachtfeld zu kontrollieren. Dabei kann es locker passieren, dass ihr mehrere hundert Gegner besiegt und endlos lange Combos startet. Wie schon in unserem Test zu Dynasty Warriors Gundam erwähnt, fließt aber kein Blut. Allerdings verlieren manche besiegte Gegner Items oder EP-Punkte, die euren Charakter verbessern. Die eigentliche Story zu erklären ist unmöglich, da sie, wie oben schon gesagt, auf realen Begebenheiten beruht und ziemlich verstrickt ist.

Gute Grafik und Dynasty Warriors. Das war schon immer ein Problem, welches sich ziemlich einfach erklären lässt. Konsolen der letzten bzw. der vorletzten Generation (die Anfänge der Serie waren auf der Playstation) waren schlichtweg zu schwach. Texturen waren matschig, Objekte in etwas weiterer Entfernung verschwanden im Nebel, um den Speicher zu entlasten, und die Gegner glichen sich untereinander, wie die berühmten Klonkrieger aus Star Wars. Ist aber auch ganz logisch, da Dynasty Warriors aus verdammt vielen bewegten Elementen besteht, die nun mal sehr viel Grafikpower und Speicher benötigen.

Nun wissen wir aber alle, dass die Xbox 360 genau diese Power im Überfluss bietet. So war es doch sehr verwunderlich, dass die ersten Ableger der Serie für Next-Gen Konsolen - gelinde gesagt - bescheiden aussahen. Allerdings lässt sich das noch bedingt nachvollziehen, auch wenn es eigentlich eine Frechheit von Koei ist. Besagte Ableger erschienen auch für die alte Playstation 2. Und genau auf deren Leistungsvermögen wurde das Spiel ausgelegt. Kleine Randnotiz: Die Grafik-Engine von Dynasty Warriors ist seit Teil 2 die selbe! Sie wurde nur von Jahr zu Jahr verbessert. Dynasty Warriors 6 ist aber das erste Spiel der Serie, welches nur für Xbox 360 und PS3 erscheint. Also können wir doch eine neue Engine erwarten? Und genau diese liefert uns Koei auch. Leider aber mit den alten Schwächen.

Eins vorweg. Ja, die Grafik ist besser. Deutlich besser sogar, was aber auch nicht schwer ist. Aber das Prädikat "Next-Gen" verdient sie definitiv nicht. Euer Charakter sieht wirklich gut aus: Hochauflösende Texturen, schöne Spiegelungen, glatte Kanten. Alles top. Und da so ziemlich jeder Charakter ein neues Outfit sowie eine neue Waffe verpasst bekommen hat, macht es doppelt so viel Spaß ihn ausgiebig zu betrachten. Freuen könnt ihr euch auch über eine größere Weitsicht und schöne Kampfeffekt, vor allem wenn ihr euren Mosou-Angriff startet. Richtig gut sind die Kampfanimationen. Diese wurden per Motion Capturing von echten Wushu-Kämpfern aufgezeichnet. Und das sieht man auch. Die Bewegungen sind unglaublich gut choreographiert. Ihr fühlt euch wie in einem Film von Jackie Chan oder Jet Li. Schade nur, dass Koei so viele andere Sachen verbockt hat. Denn die typischen Krankheiten der Serie sind uns erhalten geblieben.

Fangen wir mit der, meiner Meinung nach, schlimmsten an: Den Slow-Downs. Wie zu beginn des Artikels schon gesagt, geht bei Dynasty Warriors auf dem Bildschirm oft die Post ab, d.h. mehr als 100 bewegte Objekte sind nicht ungewöhnlich. Das aber eine Konsole mit der Rechenpower einer Xbox 360 so oft in die Knie geht, ist ungewöhnlich und zeugt von einer schlecht geschriebenen Engine. Richtig ärgerlich wird es dann, wenn der Slow-Down zu einem absolut ungünstigen Zeitpunkt kommt, was euch im schlimmsten Fall ein virtuelles Leben kosten kann. Des weiteren hat Koei das Problem der Pop-Ups nicht in den Griff bekommen. Es wurde sogar noch schlimmer. Dabei muss man zwei verschiedene Arten von Pop-Ups unterscheiden.

Zum Einen das Auftauchen von Texturen. Auf euch heranstürmende Gegner haben eine hautfarbene Masse als Gesicht. Und plötzlich erscheinen Texturen, wie von Zauberhand. Viele von euch werden jetzt sagen: "Das fällt im ganzen Schlachtgetümmel nicht auf." Stimmt, es fällt euch nur bei genauer Betrachtung auf. Trotzdem ist sowas einfach nicht mehr zeitgemäß. Richtig schlimm ist sowieso die Zweite Art von Pop-Ups. Plötzlich auftauchende Objekte bzw. Gegner! Stellt euch vor ihr reitet über das Schlachtfeld. Auf eurer Übersichtkarte seht ihr, dass keine Feinde in der Nähe sind und ohne Vorwarnung erscheinen in kurzer Entfernung vor euch 20 Gegner aus dem Nichts. Makabererweise hat es Koei aber auch noch geschafft, dass manche Gegner genauso unvermittelt wieder verschwinden. Leute, Leute wir haben die Technologien um so was zu verhindern.

Lasst uns jetzt mal über eine der absoluten Stärke der Dynasty Warriors-Serie sprechen. Den Umfang. Dieser ist auch im neusten Teil wieder riesig. Allerdings nicht so umfassend wie bei den Vorgängern. Im Einzelnen heißt das, dass es weniger Level gibt, nämlich nur noch 19. Außerdem gibt es "nur" noch 41 spielbare Charaktere, von denen nur noch 17 einen Mousou-Modus besitzen. Der Mousou-Modus ist eine Art Karriere-Modus des jeweiligen Charakters. Diese Verkleinerung des Umfangs hat aber auch etwas Gutes. Die Entwickler haben sich nämlich deutlich mehr Mühe bei der Präsentation der einzelnen Charaktere gemacht. Während des Mosou-Modus gibt es vor und nach jeder Schlacht eine kurze Videozwischensequenz, die bei jedem Charakter anders ist. Dummerweise ist die englische Synchronisation dieser Sequenzen miserabel. Da es aber glücklicherweise deutsche Untertitel gibt und ihr viel über die Beweggründe eures Charakters lernen könnt, tragen diese Videos ungemein zur guten Atmosphäre bei.

Im Gegensatz zum eigentlichen Spiel hat sich der Umfang der Schlachtfelder vergrößert. Die Missionen dauern länger und erfordern größere Laufwege von euch. Und Gott sei Dank hat Koei endlich eine kleine, aber lästige, Schwäche der alten Teile ausgemerzt. Ihr könnt euer Schlachtross, welches ihr vor Beginn der Mission auswählt, endlich per Tastendruck zu euch rufen. Aufgrund dieser kleinen Verbesserung ist der Spielfluss deutlich verbessert, da die Laufwege per Pferd trotz der weitläufigen Örtlichkeiten relativ kurz sind.

Ich hielt es nicht mehr für möglich, aber Koei hat tatsächlich einige grundlegende Neuerungen in das Spiel implementiert. Da wäre als Erstes das Renbu-System zu nennen, welches das klassische Combo-System ablöst. Renbu ist eine Anzeige in der linken unteren Ecke eures Bildschirms. Je mehr Gegner ihr besiegt, ohne selbst getroffen zu werden, umso höher steigt diese Anzeige. Dabei ist sie in mehrere Stufen aufgeteilt. Jedes mal, wenn ihr eine neue Stufe erreicht, verlängert sich die Schlagfolge eures Charakters. Des Weiteren gibt es einen Skill-Tree. Je nachdem wie gut ihr eine Mission abgeschlossen habt, erhaltet ihr Erfahrungspunkte, welche ihr für höhere Gesundheit, stärkere Angriffskraft oder Verteidigung investieren könnt. Euch wird also endlich die direkte Möglichkeit gegeben, eurem Charakter entsprechend eurer Spielweise eine persönliche Note zu verpassen. Man merkt, dass sich die Entwickler wirklich Gedanken gemacht haben, wie man dem etwas angestaubten Prinzip wieder neuen Schwung geben kann.

Doch alle Innovation verpufft nach kurzer Spielzeit. Denn eines hat sich immer noch nicht geändert. Das Ur-Problem der Serie. Der fehlende Anspruch bzw. die fehlende taktische Tiefe. Die KI der Gegner ist immer noch unverschämt niedrig und ändert sich auch nicht im neuen Schwierigkeitsmodus "Chaos". Nur die Anzahl der Gegner nimmt drastisch zu. Im Grunde reicht simples Button-Mashing, um zum Erfolg zu kommen. Euer Renbu braucht nur Stufe 2 zu erreichen - was überhaupt kein Problem ist - und schon könnt ihr lustig, ohne viel nachzudenken, Massen von Soldaten niedermetzeln. Also waren leider alle Mühen seitens der Entwickler, endlich was Elementares an der Serie zu ändern, vollkommen vergebenen. Und auch das möglicherweise größte Potential der Serie bleibt ungenutzt. Einen Online-Modus gibt es immer noch nicht.


1 Fazit

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