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NBA Ballers: Chosen One
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NBA Ballers: Chosen One - Klarer Fall von Fehlwurf

05.05.2008 / 14:40 Uhr / Jens Kopper

Basketball. Amerikas Sportart Number One. Ein Spiel das Helden hervorgebracht hat wie Karl Malone, Wilt Chamberlain oder - nicht zu vergessen - „His Airness“ Michael Jordan. Leider fristet der Sport in Deutschland ein Nischen-Dasein wie Handball oder Eishockey und verlässt diese Nische nur, wenn die Jungs des DBB rund um Dirk(ules) Nowitzki internationale Erfolge feiern.

Wie es sich für jede Sportart gehört, die in den USA erfolgreich ist, gibt es natürlich auch eine oder mehrere Versoftungen dazu. Diese Aufgabe haben bis jetzt immer 2 Entwickler unter sich aufgeteilt. 2K Sports mit der Basketball-Simulations-Reihe NBA 2K und EA, die NBA Live bzw. das arcadelastige NBA Street anbieten. Was viele nicht wissen: Vor einigen Jahren war das Maß aller Dinge eine andere Serie. NBA Jam von Midway. Und genau dieses Entwicklerstudio wagt sich jetzt, mit offizieller NBA Lizenz, am Thron von NBA Street zu sägen. Ob die Widerauferstehung erfolgreich ist, erfahrt ihr in unserem Test zu NBA Ballers: Chosen One.

Zu Beginn des Spiels müsst ihr euch erstmal einen eigenen Charakter bauen. Dazu könnt ihr verschiedenste Einstellungen vornehmen und aus einem großen Repertoire an Klamotten auswählen. Allerdings werdet ihr während eurer virtuellen Streetballer-Karriere noch viele weitere Sachen freispielen. Und dann kann er schon beginnen, der Aufstieg zum „Chosen One“.

Der Karriere-Modus ist in 6 Ebenen aufgeteilt, von denen nur 3 von Anfang an verfügbar sind. Diese Ebenen sind wieder in verschiedene Events gegliedert, so dass ihr doch einige Zeit beschäftigt sein werdet. Storytechnisch bekommt ihr Standardkost geboten. Ihr seid ein Niemand und kämpft euch gegen NBA-Berühmtheiten an die Spitze. Zwischen den einzelnen Events gibt es animierte Zwischensequenzen bzw. eine Art reale Sportsendung mit dem Rapper Chuck D als Moderator. Leider wirken die Zwischensequenzen ziemlich uninspiriert und gerade die Auftritte der Spieler vor einem Match sind eher peinlich als wirklich cool.

Wenigstens Abwechslung, was die Spielmöglichkeiten und –Varianten angeht, bekommt ihr geboten. So könnt ihr 1vs1, 2vs2 und sogar 1vs1vs1 spielen. Und auch die Matcheinstellungen sind sehr unterschiedlich. Mal müsst ihr mit einem Super-Move das Spiel beenden, oder ihr müsst den Ball nach einem Ballgewinn nicht klären d.h. mit eurem Spieler einmal die 3 Punktemakierung überschreiten. Eigentlich doch wunderbare Vorraussetzungen für langen Spielspass. Leider hat Midway es geschafft, zwei Dinge so dermaßen zu vermasseln, dass ihr euch auch nicht an den vielen Spielmöglichkeiten erfreuen werdet. Dazu später mehr.

Wie es sich für ein richtiges „Streetball-Game“ gehört, bietet euch NBA Ballers: Chosen One natürlich die Möglichkeit, absolut unrealistische und unglaublich coole Moves zu machen. Ihr könnt euren Gegner schwindlig spielen, ihn mit einem Move einfach ausdribbeln, den Ball ans Brett werfen und zu einem Alley-Oop hochsteigen. Alle diese Dinge laden euren Powerbalken nach und nach auf. Oder ihr startet einen Act-A-Fool-Move. Dabei handelt es sich um eine Art Reaktionstest, bei dem ihr im richtigen Moment die richtigen Tasten drücken müsst. Schafft ihr dies, ist euer Powerbalken, welcher aus 3 Teilen besteht, schon zu einem Drittel gefüllt. Je nachdem wie viel Power ihr gesammelt habt, könnt ihr Super-Moves starten wie z.B. einen Super-Steal, Block oder Dunk.

Grafisch gesehen ist NBA Ballers: Chosen One keine Offenbarung geworden. Die Spieler-Modelle sind zwar recht hübsch aber keine Augenweide. Die Courts und das Publikum sind dagegen sogar ziemlich hässlich geworden und verlieren im Vergleich zur Konkurrenz von EA doch deutlich. Selbst die Animationen der Moves sind keine Überflieger. Und das führt mich zu dem Teil des Tests, in dem ich euch das Todesurteil für NBA Ballers: Chosen One vor Augen führen werde.

Was erwartet man von einem Spiel wie NBA Ballers: Chosen One? Richtig. Dynamik! Und genau diese besitzt das Spiel überhaupt nicht. Das liegt an einer Sache: Jegliche Super-Moves führen nämlich zum sofortigen Zusammenbruch des Spielflusses. Sobald ihr einen Super-Move ausführt, wird das Spiel unterbrochen. Ihr verliert die Kontrolle über euren Spieler, der Hintergrund wird schwarz und ein vorgerendertes Filmchen läuft ab. Hat euer Spieler seinen Move abgeschlossen, wechselt das Spiel ohne Vorwarnung wieder zum normalen Spiel und ihr könnt weitermachen ohne z.B. zu wissen wo sich euer Spieler jetzt gerade auf dem Court befindet.

Besagte Super-Moves könnt ihr im Editor für euren Charakter auswählen. Dummerweise dürft ihr für jeden Move (Steal, Dunk, usw.) nur eine Bewegung auswählen, was dazu führt, das ihr euch spätestens nach 5 Minuten spielen wünscht, dass man diese nervigen, spielflusszerstörenden Zwischensequenzen, die jedes Mal gleich aussehen, ausschalten kann. Leider ist dies nicht möglich. Das Balacing des Spiels ist leider ebenfalls ein glattes Eigentor... äh... ich meine natürlich Eigenkorb.

Es ist unerklärlich. Wie zu Hölle kann man einen Move ins Spiel integrieren, mit dessen Hilfe man zu 100% gewinnt, wenn man ihn erfolgreich ausführt (was leider nicht schwer ist)? Dieser Move ist der Super-Dunk Stufe 3. Habt ihr eure Powerleiste komplett gefüllt, könnt ihr diesen ausführen. Schafft es euer Gegenspieler nicht mit einem Super-Block Stufe 2 zu kontern, wird der Ball garantiert reingehen und ihr habt gewonnen! Auch wenn ihr eigentlich 0:100 hinten seid. Das ist vollkommen egal. Trefft diesen Wurf und ihr habt gewonnen!

Das Ganze wäre noch halbwegs zu verkraften, wenn die KI eures CPU-Gegners nicht gleich Null wäre. Doch leider ist sie das. Und das führt zu einem unglaublichen Zustand. Es gibt wirklich einen Trick, der noch nicht mal ein richtiger Trick ist, da das Spiel eigentlich genau das von euch will, um jedes Match zu gewinnen. Auch ohne Super-Dunk Stufe 3. Ich kann euch jetzt in wenigen Sätzen sagen, wie man immer gewinnt: Also, seid ihr im Ballbesitz startet einen Act-A-Fool-Move. Euer Gegner ist zu blöd diesen zu kontern. Habt ihr ihn abgeschlossen, seid ihr an eurem Gegenspieler vorbei und könnt mit einem Dunk punkten. Das führt dazu, dass sich eure Powerleiste zu einem Drittel füllt. Das wiederum gibt euch die Möglichkeit einen Super-Steal auszuführen. Ihr könnt also eurem Gegner, welcher nun in Ballbesitz ist, den Ball stealen (was er ebenfalls niemals kontert) und seid wieder am Drücker. Mhhh, ratet mal was ihr jetzt machen werdet. Stimmt! Einen Act-A-Fool-Move. Und alles geht wieder von vorne los. Mein Gott Midway. Was soll das?


1 Fazit

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