Mouse: P.I. for Hire - Disney trifft auf Doom
Es gibt Spiele, die ziehen einen allein durch ihren ersten Screenshot in den Bann. "Mouse: P.I. for Hire" ist genau so ein Kandidat, denn es sticht durch etwas ganz Besonderes hervor: Der Titel sieht aus, als wäre er direkt einem alten Zeichentrick-Archiv entsprungen. Ich habe mir den Noir-Shooter genauer angesehen und verrate euch, ob hinter der Fassade auch spielerisch ein Hit steckt.
von Wolfgang Kern
21.04.2026, 09:46 Uhr
Entwickelt wurde das Spiel vom polnischen Studio Fumi Games in Zusammenarbeit mit Playside. Das Team hat sich hier ein echtes Mammutprojekt vorgenommen: Jeder einzelne Frame der Animationen wurde von Hand gezeichnet, um den sogenannten Rubberhose-Stil der 1930er Jahre originalgetreu zu rekonstruieren. Es ist eine Hommage an die goldene Ära der Animation, die jedoch mit modernster Shooter-Technik kombiniert wurde. Man merkt in jeder Sekunde, wie viel Herzblut in dieses visuelle Experiment geflossen ist.
Wir schlüpfen in die Rolle von Privatdetektiv Jack Pepper (fantastisch vertont von Branchen-Legende Troy Baker), einem Kriegsveteranen, der sich nun in den schmutzigen, verregneten Straßen von Mouseburg durchschlägt. Die Stadt ist ein Sumpf aus korrupten Polizisten, zwielichtigen Gangster-Bossen und einer Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise reicht.

Die Geschichte wird dabei nicht nur in schicken Cutscenes erzählt, die wie alte Kurzfilme wirken, sondern auch über Jacks Ermittlungsarbeit. Zwischen den Missionen kehren wir immer wieder in unser Büro zurück. Hier laufen alle Fäden an der Pinnwand zusammen - wir kombinieren Hinweise, sichten Beweise und versuchen, dem Netz aus Lügen auf die Spur zu kommen. Diese ruhigen Momente bilden einen tollen Kontrast zur brachialen Action. Teilweise ziehen sich die Cutscenes bzw. Dialoge etwas. Man kann diese aber übersprinen.
Spielerisch ist "Mouse: P.I. for Hire" eine echte Überraschung, da es sich nicht auf stumpfes Geballer verlässt. Es ist ein taktischer Shooter mit spürbaren Metroidvania-Einflüssen. Da Jack eine Maus ist, ist sein Schwanz sein wichtigstes Werkzeug: Mit dem "Grappling Tail" schwingt er sich wie Indiana Jones über Abgründe, während der "Tailcopter" ihm erlaubt, sicher zu landen oder sanft durch die Luft zu gleiten.

Das Waffenarsenal ist ebenso kreativ wie zerstörerisch. Von der klassischen "Micer"-Pistole bis hin zum "Devarnisher" - einer Waffe, die Gegner buchstäblich in ihre Einzelteile und Farbschichten auflöst - ist alles dabei. Besonders charmant: Wenn die Munition knapp wird, hilft ein Spinat-Power-up im Popeye-Stil, das Jack kurzzeitig in eine Kampfmaschine verwandelt. Die Level sind erstaunlich offen gestaltet. Oft findet man verschlossene Safes oder Türen, die man mit neuen Fähigkeiten (wie dem Knacken von Schlössern über ein Minispiel) öffnen kann. Das motiviert zum Erkunden und Backtracking.
Man kann es nicht anders sagen: Die Grafik ist ein absolutes Meisterwerk. Der Schwarz-Weiß-Look ist so konsequent durchgezogen, dass man wirklich vergisst, ein modernes Videospiel vor sich zu haben. Die handgezeichneten Animationen sind flüssig und voller kleiner Details - etwa wenn Feinde bei Treffern ihre Hüte verlieren oder sich in einer Rauchwolke auflösen. Ganz selten passen die vielen 2D Assets nicht zu 100% in die 3D modellierte Welt aber in den meisten Fällen brilliert das Spiel durch seine Optik.

Besonders beeindruckend sind die wechselnden visuellen Filter, die den Eindruck eines alten, flackernden Filmstreifens verstärken. Ein kleiner Kritikpunkt ist hier jedoch die Übersicht: In sehr hektischen Momenten können die starken Schwarz-Weiß-Kontraste dazu führen, dass man Gegner oder Fallen im Vordergrund kurzzeitig aus den Augen verliert. Eine zuschaltbare Taschenlampe für dunklen Teilen des Spiels wäre hier oft Gold wert gewesen, statt sie nur an fest vorgegebenen Stellen nutzen zu können.
Passend zur Optik liefert der Soundtrack einen mitreißenden Mix aus Jazz und Big-Band-Klängen der 1930er. Die Musik ist dynamisch und passt sich dem Geschehen an - in Schleichpassagen ist sie dezent und mysteriös, in Gefechten explodiert sie förmlich. Zusammen mit dem erstklassigen englischen Voice-Acting entsteht eine Atmosphäre, die man so intensiv selten erlebt. Troy Baker verleiht Jack Pepper genau die richtige Mischung aus rauer Schale und müdem Heldengeist.
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Dieses Rating für registrierte Benutzer lebt von der Qualität der verteilten Sterne. Seid bei eurer Bewertung also fair... [+]: Nur selten hat ein gutes Spiel die Höchstnote verdient und natürlich muss auch ein schwächeres Spiel nicht gleich immer komplett abgestraft werden. Je objektiver ihr eure Sterne vergebt, desto aussagekräftiger ist am Ende die Gesamtwertung. [–]
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Xbox Aktuell
21.04.2026, 09:46 UhrEs wurden noch keine Kommentare abgegeben. Mach doch einfach den Anfang und sei die Nummer 1! 
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