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Superman/Batman: Apocalypse - Rendezvous der Superhelden

03.12.2010 / 14:33 Uhr / Paul Hackspacher

Videospiele und Comics – das sind die Medien mit dem wohl nerdigsten Ruf. Sie haben dem Science Fiction, der früher mit "Perry Rhodan" vertreten war und nun dank "Star Wars", "Star Trek" und "Stargate" schon fast Mainstream geworden ist, längst den Rang abgelaufen. Nicht zuletzt dank der schieren Masse an verschiedenen Comicreihen und der unzähligen Storylines innerhalb jeder Reihe, sowie Crossovers zu anderen Universen ist das Comic-Genre explodiert und hat inzwischen eine Mannigfaltigkeit erreicht, die Ihresgleichen sucht. Das hat auch schon die Filmindustrie gemerkt und bedient sich seit jeher bei den gezeichneten Abenteuern der Jugendhelden ganzer Generationen um alte Geschichten neu zu präsentieren oder durch eigene Handlungen das Erbe weiterzutragen. Das schränkt sich natürlich keineswegs auf Realverfilmungen ein. Ein viel größerer Teil der Umsetzungen in bewegte Bilder sind genau das: Zeichentrickfilme, die durch ihrer Nähe zum gezeichneten Comic die Atmosphäre, die dieser Vermittelt - zumindest theoretisch - viel besser einfangen können. Zwei der größten Namen aus dem Comicgenre haben sich nun in einem neuen Release aus diesem Genre die Ehre gegeben und kämpfen nun Seite an Seite für die Gerechtigkeit. Die Rede ist natürlich von niemand Geringerem als Superman und Batman.

Natürlich blicken der dunkle Ritter und der Mann aus Stahl schon auf eine ganze Menge an Treffen zurück, innerhalb ihrer eigenen Storylines, bei der "Justice League of America" oder während speziell zu diesem Zweck angefertigten Geschichten. Warner Bros. und DC Comics sind nun schon seit längerem auf diesen Zug aufgesprungen und präsentieren mit "Apocalypse" schon den neunten Film aus ihrer "DC Universe Animated Original Movies"-Reihe, die sich lose an Comics orientiert und die Erlebnisse verschiedener Superhelden aus DCs Kontingent präsentiert. Und auch wenn Wonder Woman und Green Lantern bereits ihre eigenen Titel erhalten haben, konzentrieren sich die meisten dieser Filme auf die beiden größten Namen, die DC zu bieten hat - entweder in eigenen Abenteuern oder eben wie in diesem Fall in einem Crossover.

Die Handlung beginnt einige Wochen nach "Public Enemies", dem letzten Superman/Batman-Crossover, in dem sich die beiden Helden zusammengetan haben um die Bedrohung durch den Präsidenten der vereinigten Staaten, Lex Luthor, sowie durch einen Kryptonit-Meteor zu bekämpfen. Während Superman noch gegen Luthor vor Gericht aussagt, um ihn hinter Schloss und Riegel zu bringen, untersucht Batman Fragmente des Meteors, die in und um Gotham auf die Erde regnen. Bei einer dieser Nachforschungen findet er eine Raumkapsel, die ein jugendliches Mädchen beherbergt, das viel Schaden anrichtet, bevor er es festhalten kann. Superman findet heraus dass ihr Name Kara Zor-El lautet und sie nicht nur Kryptonierin ist, sondern sogar seine Cousine. Im Gegensatz zu Clark Kent misstrauen Bruce Wayne und Prinzessin Diana (kein Witz) alias Wonder Woman dem Mädchen und bringen sie nach Themyscira, Heimat von Wonder Woman und den Amazonen, wo sie lernen soll, ihre Kräfte unter Kontrolle zu bringen. Darkseid, der dunkle Lord des Planeten Apokolips, erfährt allerdings von der Kryptonierin, die angeblich noch stärker sein soll als Superman. Daraufhin befiehlt er seiner Adjutantin Granny Goodness und ihrer Spezialeinheit, den Female Furies, sie zu entführen. Superman, Batman und Wonder Woman begeben sich mithilfe von Big Barda, einer übergelaufenen Ex-Fury, in Darkseids Reich um Kara zu befreien. Aber will sie das überhaupt?

Kennern des Universums werden alle Namen bekannt vorkommen, insbesondere derjenige von Kara, was dazu führt dass von Anfang an bei diesen Zuschauern kaum Spannung aufgebaut werden kann, da die Zukunft von Kal-El's Cousine bereits durch viele Comics in Stein gemeißelt ist. Aber selbst wer sich nicht im großen "Multiversum" von DC zurechtfindet, dürfte zumindest genügend Filme gesehen haben, um einen Großteil der Handlung von "Apocalypse" vorhersagen zu können. Der Film leidet nämlich darunter, dass er viele Klischees bedient und somit in großen Zügen unspektakulär und vorausschaubar abläuft. Lediglich wenn ein neuer Charakter auftaucht, der bislang noch nicht erwähnt wurde, erlebt man ab und an einen "Was sucht der denn jetzt hier?"-Moment. Auch läuft der Showdown doch deutlich überraschend ab. Abgesehen davon sollte man als Zuschauer allerdings nicht viel Hoffnung in die Handlung setzen.

Großteils lebt der Film somit nicht von der Geschichte, die er erzählt, sondern von den beteiligten Charakteren, ihren Interaktionen sowie dem inneren Geschehen. Dabei liegt hier der Fokus - trotz des Titels - auf Superman und Kara, wobei Batman und Wonder Woman eine untergeordnete Rolle spielen. Clark muss sich damit zurechtfinden, wie er mit der Teenagerin umgehen soll, ohne sie einzuengen. Allerdings darf er ihr auch nicht zu viele Freiheiten lassen, insbesondere da diese ihre Kräfte nicht unter Kontrolle hat. Bruce Wayne und Diana sehen dem trauten Familienglück allerdings skeptisch entgegen, was zu starken Spannungen zu Clark Kent sowie dem Mädchen selber führt. Hierbei hat besonders Batman die besten Szenen spendiert bekommen, was daran liegt dass er als stilles Wasser präsentiert wird: Er redet selten und wenig, aber was er sagt, hat Biss. Auch gibt es einen schönen Dialog zwischen ihm und Darkseid gegen Ende des Filmes, der hier natürlich nicht vorweg genommen werden soll. Doch nebst den Helden gibt es immer noch die Schurken, und die sind in "Apocalypse" - simpel gesagt - ein Griff ins Klo. So sehr versucht wird, die Antagonisten als gefährlich und skrupellos darzustellen - sie sehen dermaßen lächerlich aus, sowohl vom Zeichenstil als auch von ihrer im Film getragenen Kleidung. Es ist nahezu unmöglich, ihnen gegenüber etwas anderes als gelangweilt oder genervt zu sein. Speziell sei hier Granny Goodness erwähnt, die grauhaarige, untersetzte Ausbilderin der Female Furies, die sich vor allem durch ihre schlechten Dialoge, ihrem grünbraunen Ganzkörperkondom und die ihr spendierten Männerstimme auszeichnet und den Zuschauer eher vom Bildschirm wegtreibt, als bedrohlich zu wirken.

An dieser Stelle kommt für gewöhnlich der Absatz, der die Requisiten, Kostüme und Kamerafahrten behandelt. In diesem Fall reduziert es sich auf den Zeichenstil von "Apocalypse", welcher den typischen Vorlagen der jeweiligen Zeichentrickserien - speziell der von Batman sowie Superman - folgt, mit eckigen Gesichtern, harten Strichen und viel Hintergrundbewegungen wie beispielsweise flatternden Capes. Der Stil orientiert sich dabei genauso wie die genannten Serien an der Vorlage aus den Comics und dürfte somit deren Lesern sowie jedem der sich die Zeichentrickserien angesehen hat, angenehm vertraut sein. Dabei wurde fast permanent auf Details geachtet, sowohl im Vordergrund, wie auch im Hintergrund der jeweiligen Szenen. Die Kameraführung ist durchaus angenehm, es wurde auf die bei solchen Filmen üblichen Close-Ups verzichtet. Meistens hat man trotz der actiongeladenen Szenen immer noch den Überblick, wenn auch sehr häufig die Perspektivische Größe verwendet wurde, also dass bestimmte Charaktere etwa von unten gezeigt werden, damit sie größer wirken. Im Großen und Ganzen lässt die Optik allerdings wenig zu wünschen übrig.

Mit der Akustik verhält es sich ähnlich, größtenteils solide mit ein paar kleinen Schnitzern. Zur Untermalung der Handlung wurden orchestrale Melodien gewählt, die allerdings so spärlich verteilt sind und dermaßen leise eingespielt werden, dass man sich nach dem Film fragt, ob darin überhaupt irgendwelche Musik vorgekommen ist. Es muss ja nicht gleich Hans Zimmer oder John Williams sein, aber etwas stärkere Tracks und leicht erhöhte Lautstärke hätten Wunder gewirkt. Die Sprecher der Rollen sind fast alle annehmbar, wobei der einzig Bekannte wohl David Nathan als Batman sein dürfte, der seine Stimme bereits Christian Bale in derselben und vielen anderen Rollen geliehen hat. Auch verpasst man im Deutschen keine außerordentlich herausragende Sprecherleistung des O-Tons, bis auf Summer Glau, ihres Zeichens englische Stimme von Kara Zor-El und SciFi-Hottie in vielen Serien wie "Firefly", "Terminator: Sarah Connor Chronicles" sowie "The 4400". Und dann wäre da noch Granny Goodness. So gerne ich das grauenvolle Auftreten von ihr auf eine miese deutsche Synchronisation geschoben hätte, Reinhart Kuhnert macht seine Arbeit als Sprecher so gut, wie es die Umstände zulassen. Außerdem hatte man dieser alten Dame bereits im Original eine Männerstimme, nämlich die von Edward Asner, verpasst. Ich frage mich was die Filmemacher da geritten hat. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass man einfach vergessen hatte, dass Granny eine Frau ist, da dies nicht der erste DC-Zeichentrickfilm ist, der auf das Konto von Regisseurin Lauren Montgomery geht, und sie eigentlich für detaillierte Recherchen bekannt ist. Die einzige ansatzweise naheliegende Erklärung wäre, dass man angenommen hatte, der Charakter würde bedrohlicher wirken, wenn man ihr eine Bariton-Stimme verleiht. Was auch immer der Grund dafür gewesen sein mag, die Umsetzung war jedenfalls ein gehöriger Schuss in den Ofen.

Zune: Superman/Batman: Apocalypse


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