Bayonetta

Das Böse kann so schön sein
26.01.2010 | 11:09 Uhr
Kategorie: Testbericht
473 Klicks
Autor: Wolfgang

Hideki Kamiya hat sich mit der "Devil May Cry"-Serie und "Okami" schon einen Namen gemacht. In seinem neuesten Werk "Bayonetta" kämpft ihr in Mitten einer epischen Schlacht gegen die Engelsarmeen des Himmels. Ihr übernehmt dabei die Rolle der namensgebenden Hexe Bayonetta, die knallhart vorgeht, aber dabei auch ihre weiblichen Reize nicht verliert. Das Spiel wird daher auch gerne "Action-Porno" genannt. Wir haben das Spiel genau unter die Lupe genommen und können euch verraten, wieso "Bayonetta" ein Must-Have für jeden Action-Fan ist.

In "Bayonetta" übernehmt ihr die Rolle der nicht unattraktiven Hexe, welche nicht nur hübsch und jung erscheint, sondern auch athletisch einiges auf dem Kasten hat. Zwar ist Bayonetta schon einige hundert Jahre alt, aber das sieht man ihr auf keinen Fall an. Doch in letzter Zeit läuft es nicht sehr prickelnd für sie, denn ihre Existenz auf der Erde scheint sich dem Ende zu nähern. Gottes Armee trachtete ihr nach der Seele und will sie endgültig ins Fegefeuer zu verbannen. Doch Bayonetta gibt sich natürlich nicht so einfach geschlagen und so kämpft ihr euch durch die Engelshorden und anderen himmlischen Streitkräften. Doch nicht nur der Kampf gegen die Armee bereitet ihr Sorgen, denn gleichzeitig hat sie auch mit einer Amnesie zu kämpfen, welche euch die Sicht auf Bayonettas Vergangenheit und ihr Vorhaben vernebelt. Doch je weiter ihr im Spielverlauf kommt, desto mehr erfahrt ihr in teils spielbaren Zwischensequenzen über die Vergangenheit der Protagonistin.

Wie in "Devil May Cry" wird auch hier die Protagonistin in der Third-Person-Perpektive durch die sehr abwechslungsreiche und toll aussehende Umgebung gesteuert. Die gefiederten Widersacher erledigt ihr mit einfachen aber spektakulär aussehenden Komboattacken, welche ihr während der Ladepausen trainieren könnt. Natürlich stehen euch auch Waffen wie Schwerter, Schrotflinten und Pistolen zur Verfügung. Um feindlichen Angriffen aus dem Weg zu gehen, reicht ein Druck auf die rechte Schultertaste. Dadurch führt Bayonetta einen Ausweichsprung aus, welcher - wenn er im letzten Moment ausgelöst wird - die Hexen-Zeit aktiviert. In dieser Zeit verlangsamt sich alles um euch herum kurzzeitig und ihr könnt größeren Feinden mehr Schaden zufügen. Die Steuerung ist in zehn Minuten verinnerlicht und dadurch macht das Spiel von Anfang an eine Menge Spaß.

Um natürlich im Kampf für Abwechslung zu sorgen, kämpft ihr immer wieder gegen echt gigantische Feinde, welche auch einmal halbe Levels auseinander nehmen. So passiert es des öfteren, dass Böden wegbrechen, Häuser zerstört oder Brücken, auf denen ihr euch befindet, einfach herausgerissen werden. Diese Szenen sind echt gut inszeniert und können euch das eine oder andere Staunen entlocken. Um aber in solchen Szenen am Leben zu bleiben, müsst ihr einfach in Form von Quicktime-Events die richtige Taste drücken. Ab und zu kann es zwar vorkommen, dass ihr das Quicktime-Event vermasselt, aber die sehr fairen Savepoints machen das wieder gut.

Natürlich ist nicht jeder Gegner gleich zu bekämpfen. Jeder Gegner verfügt über eine bestimmte Angriffsreihefolge und Schwachpunkte. Dadurch müsst ihr bei der ersten Konfrontation erstmal diese ausfindig machen. Doch habt ihr die Schwachpunkte gefunden, könnt ihr den Gegner ohne Probleme zermalmen. Dabei helfen euch auch größere Dämonen, welche ihr kurz vor dem Ableben eurer Widersacher rufen könnt. Natürlich sind diese Finishing-Moves der absolute Wahnsinn.

Auch in normalen Gefechten gegen die Armee Gottes könnt ihr sogenannte Folter-Angriffe ausführen. Dabei tretet ihr Gegner zum Beispiel mit Wucht in eine eiserne Jungfrau, welche sich dann schließt. Voraussetzung für solche Angriffe ist jedoch eine geladene Energieleiste. Außerdem könnt ihr noch Waffen, welche von Gegnern fallen gelassen wurden, aufnehmen und einsetzen. Ab und zu könnte ihr euch Autos oder Müllcontainer mit Hilfe eines Dämons aufnehmen und auf die Gegner werfen.

Je weiter ihr im Spielverlauf seid, desto härter werden auch die Feinde - und das verlangt bessere und stärkere Waffen. So könnt ihr bei Rodin, welcher einen Schwarzmarkthandel betreibt, jederzeit neue Kombos erlernen, neue Waffen kaufen oder euch mit Zauber-Lutschern eindecken. Die Heiligen Scheine, welche von zerstückelten Gegnern zurück bleiben, dienen hier als Währung. Doch auch bei einem kleinen Minispiel, welches "Moorhuhn" sehr ähnelt, könnt ihr euch Punkte verdienen und sie gegen Objekte oder weitere Heiligen Scheine eintauschen. Doch die Lutscher könnt ihr nicht nur kaufen, sondern auch dank eines kleinen Alchemiesystems selbst herstellen. Die Zutaten hierfür bekommt ihr auf dieselbe Weise wie die Heiligen Scheine.

Um natürlich auch im Gameplay für Abwechslung zu sorgen, stehen ein paar Rätsel an, welche allerdings nicht all zu schwer sind. So müsst ihr mit Hilfe der Hexen-Zeit bestimmte Durchgänge durchschreiten oder Schluchten überqueren. Auch lernt ihr im späteren Spielverlauf eure Gestalt zu verwandeln, um an scheinbar unerreichbare Stelle zu gelangen. Wie in "Devil May Cry" gibt es auch Bonusareale, welche aber mit besonders schwierigen Aufgaben auf euch warten. Doch bei erfolgreichem Abschluss eines solchen Abschnittes erhaltet ihr tolle Gewinne. Wie schon vorhin erwähnt, wurden die Wiedereinstiegspunkte sehr fair gewählt und so steigt ihr meistens kurz vor der Todesstelle wieder ins Spiel ein. Natürlich heißt das jetzt nicht, dass ihr unachtsam in jede Falle laufen könnt, da es am Ende jedes Levels Geldabzüge für das Ableben gibt.

Das tolle an "Bayonetta" ist, dass es einfach nur sehr selten Grund zur Frust gibt. Doch bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass das Kamerasystem besonders bei schnellen Kämpfen etwas träge sein kann. So könnt ihr zum Beispiel Gegner, die hinter euch angreifen, nicht sehen. Auch wirken die Gegner im späteren Spielverlauf etwas uninspiriert und nicht mehr so außergewöhnlich wie in den ersten Spielstunden. Doch kann man über diese sehr kleinen Mängel hinwegsehen, bekommt man ein Action-Feuerwerk der Extra-Klasse geboten.

Die Grafik des Spiels ist wirklich gelungen. Das Leveldesign ist sehr abwechslungsreich und schön gestaltet. Die Texturen sind sehr detailreich und können wirklich überzeugen. Auch die Animationen sind wirklich gut in Szene gesetzt, vor allem wenn Bayonetta in Zwischensequenzen und bei Kämpfen ihre tollen akrobatischen Künste vorzeigt. Ab und zu kann es zu Tearing-Fehlern kommen und bei mehren Gegner kann auch ein kleiner Ruckler auftreten. Doch das hält sich wirklich in Grenzen.

Auch der Soundtrack des Spiels ist wirklich gelungen und passt zu dem Abgedrehten und witzigen Stil von "Bayonetta". So wechseln sich japanische Musik mit tollen westlichen Rock-Songs und klassischer Musik ab. Auch der Sound bei Kämpfen kann sich hören lassen. Das Spiel ist bis auf die Sprachausgabe komplett in Deutsch und das ist auch gut so. Die englische Synchro ist einfach gesagt wirklich topp.

Fazit

Zugegeben, ich war nie ein großer Fan der "Devil May Cry"-Reihe, aber was Hideki Kamiya mit "Bayonetta" geschaffen hat, ist der schiere Wahnsinn. Das Spiel ist selbstironisch, lässt keine Zeit für eine Pause und beeindruckt immer wieder aufs Neue mit den brachialen Bosskämpfen. Durch die sehr faire Gestaltung, die tollen und abgefahrenen Ideen und den freispielbaren Schwierigkeitsgraden hat "Bayonetta" einen großen Wiederspielwert. Auch die eingängige Steuerung, die tolle Erzählweise und die attraktive Protagonistin verhelfen dem Spiel, ein Must-Have für Action-Fans zu werden. Ich sag nur eins: Wer das Spiel nicht einmal probiert, verpasst etwas!

Kurz & Knapp

9,2

Pro:
Geniale Story
Abwechslungsreich
Tolle Protagonistin
Wahnsinnige Action

Contra:
Teils unübersichtliche Kamera

Kommentar schreiben

Damit du Kommentare verfassen kannst, musst du dich im Forum anmelden.

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare abgegeben!

Spiel des Monats

Bayonetta

Der neue Clou des DMC-Schöpfers: Sexy Action ohne Ende!

Screenshots