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Warriors Orochi 2
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Warriors Orochi 2 - Alles in Einem

23.10.2008 / 11:15 Uhr / Jens Kopper

Ach ja. Es sind traurige Zeiten für Videospieler, denn leider, leider hat die graue Tristes mittlerweile Einzug gehalten. Innovationen sucht man vergeblich. Und wenn es wirklich mal was Innovatives auf den Markt schafft, floppt es meistens. Oder aber das Prinzip wird ganz schnell von vielen anderen Firmen übernommen und viel zu oft schlecht kopiert, statt gut weiterentwickelt. Dann gibt es aber auch noch Firmen, die irgendwann mal den großen Coup gemacht haben. Die vor einigen Jahren etwas wirkliches Großartiges, Frisches und vielleicht auch Innovatives veröffentlicht haben. Sich dann aber gedacht haben, man kann sich ja auf seinen Lorbeeren ausruhen und das einst so neuartige Spielprinzip endlos weiter ausschlachten. Die Beispiele sind leider zahlreich, wie z.B. Square mit dem "Final Fantasy"-Franchise, oder EA mit ganz vielen ihrer zahlreichen Spieleserien.

Die Weltmeister in diesem Fach sind aber ganz klar die Jungs von Koei. Eigentlich nicht zu fassen, was diese Leute aus der "Warriors"-Marke herausgewürgt haben. Weit über 20 Spiele sind mittlerweile erschienen. Von "Dynasty Warriors 1 bis 6", über "Gudam", "Extrem", "Empire", "Legends", "Samurai Warriors" (mit ebensovielen Spin-offs), bis zu "Warriors Orochi". Schier endlos ist die Reihe an verschiedensten Spielen. Wirklich weiterentwickelt haben sich diese Titel aber eigentlich niemals. Nur der Umfang wurde immer häppchenweise erhöht bzw. das Setting verändert. Nun ist "Warriors Orochi 2" erschienen. In Japan mit Wertungen zwischen 80 bis 90% hochgelobt, werde ich euch jetzt einen Test präsentieren, in dem ich aufzeigen werde, ob diese Wertungen wirklich verdient sind, oder ob das Ganze nur ein weiteres Melken des "Warriors"-Franchises ist.

Alles in Einem. So ungefähr kann man die Story bzw. das Setting von "Warriors Orochi 2" beschreiben. Im Klartext heißt dass, das Charaktere aus allen "Warriors"-Spielen vorkommen. So z.B. Charakter aus "Dynasty Warriors" wie Lu Bu, Cao Cao oder Liu Bei. Für alle die es nicht wissen: Dabei handelt es sich um Figuren aus der chinesischen Geschichte. Auf der anderen Seite trefft ihr auch auf Figuren aus der "Samurai Warriors"-Serie, die der japanischen Geschichte entspringen. Dann gibt es noch einige parteilose Charaktere und natürlich die Schergen des bösen Orochi. Zusammengefasst kommt man in "WO2" auf über 90 Charaktere.

Bei der Story hat man sich nicht übermäßig viel Mühe gegeben. Die Geschehnisse schließen sich mehr oder minder an das Ende von Teil 1 an. Nach dem Tod von Orochi streiten unzählige verschiedene Fraktionen darum, dass neu entstanden Machtvakuum zu füllen und sich möglichst ein großes Stück vom Kuchen zu sichern. Dabei gibt es natürlich wieder verschieden Parteien wie Wu, Shu, Wei, die Samurai, oder die versprengten Überreste von Orochis-Streitmacht. Habt ihr euch für eine Partei entschieden, müsst ihr euch ein dreier Team aus verschiedensten Kämpfern zusammenstellen. Dabei gibt es verschiedene Typen von Charakteren. Manche verfügen über mehr Kraft, während andere eher schneller unterwegs sind. Je nachdem wie ihr euer Team zusammenstellt, kann es sein, dass ihr besondere Combo-Angriffe ausführen könnt. Das lädt dazu ein, mit unterschiedlichen Team-Kombinationen zu spielen. Dazu müsst ihr allerdings erstmal einige Zeit investieren, denn serientypisch sind zu Anfang nur wenige Spielfiguren auswählbar. Erst mit der Zeit und oftmals mit der Erfüllung von besonderen Voraussetzungen, erhaltet ihr mehr Charaktere. Doch gerade von diesem Freispielen, lebt "Warriors Orochi 2" zu einem großen Teil.

Damit reines Freischalten auch wirklich lange fesseln kann, muss es natürlich auch eine gigantische Menge an Freischaltbarem geben. Und ihr könnt mir glauben: Im Gegensatz zu "Dynasty Warriors 6", welches ich vor einiger Zeit getestet habe, bietet "Warriors Orochi 2" tatsächlich Unmengen an Fähigkeiten, Waffen, Schätzen und Figuren. Für jeden Charakter gibt es unzählige Waffen, die sich netterweise auch in der Optik unterscheiden. Doch damit nicht genug. Jede Waffe könnt ihr mit besonderen Schätzen upgraden, passend zu eurem Spielstil. Solltet ihr mal das Pech haben und nur schlechte Waffen besitzen, könnt ihr auch euer Glück versuchen und zwei Waffen miteinander zu verschmelzen. Möglicherweise erschafft ihr so eine Bessere.

Wie oben erwähnt gibt es mehr als 90 verschiedene Charaktere. Den größten Teil davon schaltet ihr im Verlauf der einzelnen Stories frei. Einige der besten Spielfiguren könnt ihr aber nur durch das Erfüllen bestimmter Voraussetzungen erhalten. Bei den richtig wertvollen Charakteren kann es dann schon mal passieren, dass ihr mehrere Stunden braucht, um ihn endlich euer Eigen zu nennen. Schon die Jagd nach den Charakteren wird euch unzählige Stunden kosten. Doch dann habt ihr noch nicht mal angefangen, euer Traumteam zusammen zu bauen. Eure Charaktere erhalten nämlich für jede erfolgreiche Mission Punkte. Hat eure Figur genug Punkte gesammelt, steigt sie automatisch im Level auf. Doch damit nicht genug. Ihr erhaltet auch noch Erfahrungspunkte, die ihr frei verteilen könnt. Solltet ihr z.B. nach langer Zeit endlich den Charakter freispielen, auf den ihr schon immer scharf wart, braucht ihr ihn nicht noch mühsam hochleveln. Benutzt einfach diese Erfahrungspunkte und levelt ihn ganz schnell und unkompliziert auf. Sehr löblich. Wer Spaß an reiner Sammelwut hat, wird definitiv mit "Warriors Orochi 2" seine helle Freude haben.

Was bietet der Titel aber sonst noch, neben der schier endlosen Menge an Freischaltbarem? Natürlich die typischen Schlachten. Es wäre ja auch höchst ungewöhnlich, wenn man an der reinen Spielmechanik was ändern würde. Ihr metzelt euch also durch tausende von Gegnern, tötet feindliche Generäle und erobert Basen. Im Grunde alles wie immer. Glücklicherweise hat man das aus "Dynasty Warriors 6" bekannte "Renbu-System" wieder eingestampft. Dort verlängerte sich euer Angriff je nachdem, wie viele Schläge ihr schon ausgeteilt habt. Bei "Warriors Orochi 2" könnt ihr wie in den guten alten Zeiten, ganz simpel mit den zwei Tasten X und Y verschiedene Combos auslösen. Das klappt herrlich anspruchslos und wird euch im Eifer des Gefechts niemals vor größere Herausforderungen stellen. Trotzdem bietet das Kampfsystem genug Variationen, um eure Angriffe der momentanen Situation anzupassen. Solltet ihr mal nur gegen einen einzelnen General kämpfen, gibt es Combos, die nur auf einen Gegner zielen. Seid ihr im nächsten Moment von einer Armada an Gegner umzingelt, könnt ihr ganz schnell einen Angriff abfeuern, der alle Gegner in eurem Umkreis schädigt.

Da sich, wie oben erwähnt, nichts Grundlegendes an der Spielmechanik getan hat, krankt "WO2" natürlich auch an den klassischen "Warriors-Krankheiten". Das wäre zum Ersten die KI eurer Gegner. Diese ist scheinbar während der Entwicklung verloren gegangen. Die einzige Herausforderung, die die meisten Gegner darstellen, ist ihre schiere Anzahl. Angegriffen werdet ihr so gut wie nie. Dafür müsst ihr euch gleich mit mehren Hundert auseinandersetzen. Natürlich dürfen so zahlenmäßig überlegenen Kontrahenten keine Halbgötter sein. Etwas mehr Hirn wäre aber mal wieder wünschenswert gewesen. Dann gibt es aber auch das genaue Gegenteil. Einige gegnerische Generäle sind komplett inbalanced. Sie sind zu stark was ihre Werte angeht, meistens haben sie unglaublich viele Lebenspunkte. Und dann kommt oftmals noch hinzu, dass sie euch mit einem Angriff töten können. Sollte es euch also mal passieren, dass ihr für einen kurzen Moment eure Deckung vernachlässigt, könnt ihr praktisch den Controller weglegen. Euer Gegner startet dann möglicherweise eine Combo, die euren garantierten Tod bedeutet, da ihr noch nicht mal mehr den Boden berühren werdet. Ihr seht also. Alles wie immer. Gleiches gilt für die Kamera. Die ist oftmals euer wirklich größter Feind. Sie schafft es nämlich immer wieder genauso zu stehen, dass ihr euren Kontrahenten nicht seht. Da hilft leider wieder mal nur eins: Per Knopfdruck zentrieren oder mit Hilfe des rechten Analogsticks nachjustieren.

Was fehlt jetzt noch? Genau die Grafik. Die war schon immer eher zweckmäßig. Und das ist sie auch diesmal. Von Next-Gen kann keine Rede sein. Die Umgebung ist kahl, die Texturen eintönig und verschwommen. Grafikfehler sind an der Tagesordnung. Und Spiegelungen an den Rüstungen oder hübsche Schattenwürfe, brauch ihr erst gar nicht zu suchen. Die gibt es nicht. Das Spiel könnte so wie es ist, wahrscheinlich auch auf der PS2 laufen. Dort würde es wahrscheinlich etwas ruckeln. Aber dank der Hardwarepower der Xbox 360 bleibt euch das erspart... Falsch! Es ist nicht zu fassen. "Warriors Orochi 2" ruckelt unfassbar oft. Das ganze Spiel ist eigentlich nur ein einziger superlanger Slow-Down. Sobald es mehr als zehn bewegliche Objekte auf dem Bildschirm gibt, bricht das Spiel regelrecht zusammen. Und da bei "WO2" immer ziemlich viel los ist, sind Slow-Downs eigentlich der Normalzustand. Absolut unverständlich. Die Grafik ist eher mäßig und trotzdem ist ein flüssiges Spielen fast nicht möglich. Das zeugt von absoluter Unfähigkeit der Entwickler. Dass sie es aber besser können, beweist der ersten Patch, der kurz nach der Veröffentlichung erschienen ist. Dieser behebt nämlich einige Probleme. Alle Slow-Downs werden aber trotzdem nicht beseitigt. Und was machen Spieler, die keinen Internetanschluss besitzen? So bitter es sich anhört, aber die haben Pech gehabt. Es kann nicht sein, dass ein so unfertiges Spiel allen Ernstes veröffentlicht wird.

Doch damit noch nicht genug. Zwar bietet das Spiel für Offline-Spieler wirklich viele verschiedene Modi wie z.B. Story, Freier oder Traummodus. Diese können wirklich lange unterhalten. Einen echten Online-Modus gibt es aber immer noch nicht. Wer will schon online Statistiken vergleichen? Höchstwahrscheinlich niemand. Online im Coop metzeln wäre schon interessanter. Dummerweise gibt es das nicht. Und um den Gesamteindruck noch zu vervollständigen: Der Sound ist echt übel - ebenfalls wie immer. Der pseudocoole Hybrid aus asiatischen Klängen und Gitarrenriffs nervt schon nach wenigen Minuten. Und eine deutsche Synchro gibt es ebenfalls nicht. Deutsche Untertitel sind das höchste der Gefühle.


1 Fazit

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23.10.2008 / Koeis Actionspiel im Test

Kommentare

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Jens
Jo, ich bin auch ein Riesenfan. Aber dieser Teil, hat das Faß zum überlaufen gebracht.

23.10.2008 / 16:59 Uhr / Jens

Rant Casey
Guter Test. Passende Bewertung.

Naja man muss halt auf solche Spiele stehen und das tue ich irgendwie^^
Aber ich frag mich echt warum sie nichts ändern oder was verbessern. Ein Online modus wäre mal ein Anfang. Aber irgendwie wird sowas in Japan akzeptiert und gelobt^^, da sieht man wie weit Geschmäcker auseinander gehen können ;) = Zwinker

23.10.2008 / 12:07 Uhr / Rant Casey

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