Microsoft streicht 4.800 Jobs - Xbox-Sparte stark betroffen
von Marc Friedrichs
06.07.2026, 16:07 Uhr 2
Seit ein paar Wochen ist bekannt, dass Microsoft an einem "Reset" arbeitet, in dessen Zuge viele Xbox-Mitarbeiter entlassen, Studios möglicherweise geschlossen und Spiele-Entwicklungen eventuell eingestellt werden sollen. Nachdem es bislang nur vage Andeutungen gab, liegen nun die Fakten auf dem Tisch.
Nach der letztjährigen Kündigungswelle, bei der insgesamt und spartenübergreifend mehr als 9.000 Mitarbeiter ihren Job verloren haben, folgt nun zum Start des neuen Geschäftsjahres ein neuer schmerzhafter Kahlschlag: Konzernweit werden 4.800 Stellen abgebaut, der Großteil davon betrifft Arbeitsplätze in der Gaming-Sparte sowie im Vertrieb. Insgesamt sind damit rund 2,1 Prozent der Belegschaft betroffen.
Bei Xbox ist aktuell von rund 1.600 Mitarbeitern die Rede, die betroffen sind. Allen wird dabei jedoch nicht gekündigt: ihr Arbeitsplatz wird teilweise ausgegliedert, sie werden wenn möglich versetzt oder früher in Rente geschickt. Microsoft spricht von sozial verträglichen Maßnahmen. Innerhalb der nächsten zwölf Monate sollen so 20 Prozent der Jobs in dem Bereich wegfallen - die Rede ist dann von insgesamt 3.200 Stellen. Dazu werde man vier Xbox-Studios verkaufen, bei einem weiteren fünften Entwicklerstudio seien die Überlegungen noch nicht abgeschlossen:
- Double Fine und Compulsion Games werden wieder unabhängig und gehen in den Besitz der ehemaligen Gründer über.
- Ninja Theory sowie Undead Labs werden ebenfalls verkauft, wobei hier über die neuen Eigentümer noch nichts bekannt ist. "Senua" und "State of Decay 3" sollen weiterhin erscheinen.
- Bei dem möglichen fünften Studio, von dem sich Microsoft trennen will, handelt es sich um Arkane Lyon. Der französische Entwickler prüft derzeit strategische Optionen, bis zu einer endgültigen Klärung könnten allerdings noch Monate vergehen. Wie es mit "Marvel's Blade" weitergeht, steht indes noch nicht fest. Die Entwicklung komme nicht wie geplant voran und überschreite bereits das geplante Budget.
Aber auch weitere Studios sind von Stellenkürzungen betroffen - allen voran wohl Bethesda. Laut Xbox-Chefin Asha Sharma werde aber kein Spiel gestrichen, welches bereits öffentlich angekündigt wurde.
Auch strukturell hat Microsoft Änderungen angekündigt: Gab es in einigen Entwicklerstudios bislang teils sage und schreibe 14 Hierarchieebenen, wird das Management deutlich gestraft, sodass es in Zukunft noch maximal fünf Ebenen geben soll. Als neues Bindeglied wurde Helen Chiang zum Chief Operating Officer (COO) der Xbox-Sparte ernannt. Sie übernimmt die Position von Dave McCarthy, der nach 17 Jahren in den Ruhestand geht, und ist ab sofort in enger Abstimmung mit Asha Sharma für Inhalte, Hardware, Plattform und Services sowie für Ergebnissteuerung und Investitionsentscheidungen zuständig. Chiang hat zuvor am Aufbau von Xbox Live mitgearbeitet und war zuletzt als Corporate Vice President für das "Minecraft"-Franchise zuständig.
Laut Microsoft soll durch die Maßnahmen eine effizientere Organisation mit schnelleren Entscheidungen und klareren Zuständigkeiten erreicht werden. Gleichzeitig betont man, dass weiterhin stark in die Xbox-Sparte investiert werden soll.
Link: Xbox Wire
Zu den Kommentaren (2)KOMMENTARE
Marc
07.07.2026, 17:14 UhrOffensichtlich sind 30 Mio. Spieler vom Game Pass recht angetan. Und Gewinn macht er. Nur halt zu wenig, um den Rest zu tragen. Bzw. der Rest macht zu wenig Gewinn.
Braevator
07.07.2026, 15:51 Uhrder kopf stinkt vom kopf aus, noch nie richtiger als bei ms: 100mrd investiert für null goty games bzw. nur meta durchschnittskost. haben sich komplett verhoben mit ansage. haben alle mit ahnung und erfahrung kommen sehen, da reicht ein blick in das spiele portfolio von ms. außer fh überzeugt da gar kein games, nicht die kritiker und schon gar nicht die käufer; der gp is ne krasse strategische fehlentscheidung: games kann man nicht mit netflix content gleichsetzen, ganz andere(kürzere konsumspanne und kürzere produktionszeit)
selbst wenn ms nen qualli banger wie stranger things gehabt hätte und den hatten sie nicht mal im ansatz, wäre es sehr fraglich ob ms jemals mit ihrer preispolitik gewinn gemacht hätten





