Ironie der Geschichte - Vom Shitstorm zum Heilsbringer
von Marc Friedrichs
Heute, 12:49 Uhr
Wir erinnern uns: als Microsoft 2013 mit der Xbox One an den Start gehen wollte, plante man eigentlich eine restriktive DRM-Politik, die den Tausch von Spielen erheblich eingeschränkt hätte. Der darauf folgende Shitstorm sorgte zwar für eine Kehrtwende, vom Imageschaden konnte sich die Xbox aber nur schwer erholen - wenn überhaupt. Doch nun könnten ausgerechnet die damaligen Pläne Microsoft ungeahnte Sympathiepunkte und Xbox-Spielern Vorteile verschaffen.
Als der damalige Xbox-Chef Don Mattrick im März 2013 die neue Xbox One enthüllte, drehte sich vieles um Fernsehen und Entertainment aber wenig um Games. Und das, was er zu Spielen zu sagen hatte, sorgte in der Community für Entsetzen: die vorgesehene Always-Online-Pflicht war ansich schon schlimm genug, doch die geplanten Regeln für das Spiele-Sharing setzten dem Ganzen die Krone auf. Man sollte Games an Leute für 30 Tage verleihen können, die in der eigenen Freundesliste sind - jedes Spiel (auch physisch auf Disc) einmalig. Dafür sollte man in der Lage sein, pro Konsole maximal zehn berechtigte Freunde bzw. Familien-Mitglieder einzurichten. Ein nie umgesetztes Patent, wonach die Kinect-Kamera die Anzahl der Leute vor der Konsole zählen und kostenpflichtige Inhalte dementsprechend abrechnen könnte, passte da irgendwie ganz gut ins Bild. Sony reagierte darauf mit einem zugegeben großartigen und mittlerweile auch legendären Meme, das zeigen sollte, wie leicht der Spieletausch dagegen auf der PlayStation 4 sei: man gibt die Disc einfach weiter. Fertig.
Mittlerweile weht eher Sony ein Shitstorm mitten ins Gesicht: Nachdem man angekündigt hat, ab 2028 keine Spielediscs mehr anzubieten und komplett auf digitale Downloads zu setzen, ist das Video aus 2013 - man muss es so sagen - äußerst schlecht gealtert. Und Microsoft? Wie die Xbox-Pläne in Sachen Discs in Zukunft aussehen, ist aktuell zwar noch nicht bekannt, doch mit Project Positron arbeitet man ja wie schon mal berichtet offensichtlich an einem Disc-to-Download-Feature, welches Lizenzen umwandelt, sodass man in Zukunft physisch erworbene Spiele zumindest auch ohne Laufwerk nutzen kann.
Ironie des Schicksals: Dies ist tatsächlich nur deswegen möglich, weil Microsoft 2013 die verworfenen DRM-Pläne für die Xbox One hatte, denn seitdem befindet sich auf Spielediscs für Xbox-Konsolen eine Art eindeutig identifizierbare Seriennummer. Diese hat Sony dagegen nie implementiert, weil man solche IDs schlichtweg nicht benötigt hat bzw. nutzen wollte. Doch nun steht man gewissermaßen vor dem Problem, dass man auf der PlayStation 5 bzw. der kommenden PS 6 technisch wohl kein Disc-to-Download-Feature realisieren kann.
KOMMENTARE
Xbox Aktuell
Heute, 12:49 UhrEs wurden noch keine Kommentare abgegeben. Mach doch einfach den Anfang und sei die Nummer 1! 





