Zufall zum Nachrechnen - Was Lootboxen und Provably-Fair-Spiele unterscheidet
von Xbox Aktuell Team
Heute, 13:57 Uhr
Du öffnest eine Lootbox, und heraus kommt wieder der Skin, den du schon dreimal hast. Hat das Spiel gewürfelt oder dich an der Nase herumgeführt? Bei Lootboxen kannst du es in der Regel nicht wissen. Es gibt aber eine andere Art, Zufall in Spielen umzusetzen, bei der du das Ergebnis hinterher selbst nachprüfen kannst: Provably Fair. Du findest sie vor allem bei Krypto-Casinos wie dem 21bit Casino.
Wie Lootboxen funktionieren
Eine Lootbox ist eine Belohnung mit Zufallsfaktor. Der Server entscheidet, was du bekommst, und du siehst nur das Ergebnis. Immerhin hat sich einiges getan:
- Plattformen wie der Microsoft Store verlangen von Entwicklern inzwischen Angaben zu den Wahrscheinlichkeiten zufälliger Belohnungen.
- Die USK weist bei Spielen auf In-Game-Käufe hin, auch auf solche mit zufälligen Objekten.
- Rechtlich gelten Lootboxen in Deutschland nicht grundsätzlich als Glücksspiel. Wie das genau abgegrenzt wird, haben wir in unserem Artikel zu USK, GGL und Lootboxen erklärt.
Was bleibt: Die Droprate steht zwar irgendwo, ob der einzelne Wurf wirklich so zustande kam, kannst du aber nicht überprüfen.
Die Idee hinter Provably Fair
Provably Fair kommt aus der Krypto-Welt und nutzt Hashfunktionen. Das Prinzip in vier Schritten:
- Festlegen: Vor der Runde zeigt dir der Anbieter einen Hash (zum Beispiel SHA-256) seines geheimen Server-Seeds. Der Hash verrät den Seed nicht, legt ihn aber fest.
- Mitwirken: Du bringst einen eigenen Client-Seed ein. So kann der Server das Ergebnis nicht vorab auf dich zuschneiden.
- Zählen: Jede Runde bekommt eine laufende Nummer (Nonce), damit jedes Ergebnis anders ausfällt.
- Aufdecken: Später legt der Anbieter den Server-Seed offen. Du hashst ihn selbst und vergleichst mit dem Hash von vorher. Passt er, hat niemand nachträglich gedreht.
Für Technikfans: Aus Server-Seed, Client-Seed und Nonce wird per HMAC-SHA256 eine Zahl berechnet, die das Spiel in einen Würfelwurf oder einen Multiplikator übersetzt. Das lässt sich in wenigen Zeilen Code nachbauen.
Was das beweist, und was nicht
Provably Fair ist ein Werkzeug, kein Freifahrtschein.
- Beweist: Das Ergebnis folgt aus den vorab festgelegten Daten und wurde nicht manipuliert.
- Beweist nicht: dass die Auszahlungsquote fair ist. Ein ehrlicher Zufall kann trotzdem in einem Spiel mit Hausvorteil landen. Es ändert auch nichts an deinen Gewinnchancen.
Eine einzelne Prüfung sagt außerdem wenig. Aussagekräftig wird es erst bei vielen Runden.
Und in Deutschland?
Hier musst du genauer hinsehen. Glücksspiel um echtes Geld ist in Deutschland reguliert: Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), und für virtuelle Automatenspiele gelten unter anderem ein Einsatzlimit von 1 € pro Spin, ein monatliches Einzahlungslimit und die Anbindung an die Sperrdatei OASIS. Ob ein Angebot in deinem Bundesland zugelassen ist, solltest du vor jeder Anmeldung selbst prüfen. Das gilt auch für Anbieter mit Sitz im Ausland.
Informiere dich bei jedem Anbieter mit Provably-Fair-Bereich über Lizenz, Bedingungen und Verfügbarkeit für deinen Standort, bevor du dich entscheidest.
Fazit
Lootboxen sind ein Zufallsautomat, dem du vertrauen musst. Provably Fair ist ein Verfahren, bei dem du nachrechnen kannst. Beides ist Unterhaltung, keine Geldanlage, und keines von beiden macht dich zum Gewinner.
Glücksspiel ist nur für Personen ab 18 Jahren und kann süchtig machen. Spiele nur mit Geld, dessen Verlust du verkraften kannst. Hilfe findest du bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (check-dein-spiel.de) und unter der kostenlosen Telefonberatung der BZgA.
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