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Blazing Angels: Squadrons of WWII
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Blazing Angels: Squadrons of WWII - Blechbüchsen am Himmel

27.03.2006 / 16:12 Uhr / Marc Friedrichs

Wir schreiben das Jahr 1989. Auf dem Amiga 500 erscheint ein Spiel namens Wings of Fury und begeistert die Massen. In jenem Sidescroller sitzt man eingeengt in einem propellerangetriebenen Flugzeug des 2. Weltkriegs und hat die Aufgabe, den Himmel über dem Pazifik zu säubern. Auch wenn das Spiel heutigen Standards natürlich nicht mehr gerecht werden kann, gibt es bis dato nur wenige Titel dieses Genres, die so eine Menge Spielspaß bieten können.

Jetzt möchte Ubisoft mit Blazing Angels: Squadrons of WWII in die Fußstapfen dieses legendären Vorreiters treten – auch wenn das Setting dieses Mal teilweise in Europa angesiedelt ist. Ob das Spiel die Lufthoheit auf der Xbox 360 gewinnen kann oder zumindest die bereits von der Xbox bekannten Klassiker Crimson Skies, Secret Weapons over Normandy und Heroes of the Pacific im Dogfight hinter sich lässt, erfahrt ihr in diesem Test.

Im Anflug auf England
September 1940: Die Spitfires formieren sich über dem Himmel von London, fliegen am Big Ben vorbei die Themse entlang und steuern auf die Tower Bridge zu. Am Horizont erscheint eine handvoll Stukas mit dem Ziel, den Tower dem Erdboden gleich zu machen. Die Spitfires lösen ihre Formation auf und drehen eine Schraube, um sich hinter die Gegner zu heften.

Zugegeben, wenn man Blazing Angels spielt, fühlt man sich in alte Film-Klassiker wie Luftschlacht um England oder Tora! Tora! Tora! versetzt. Der Kampagne-Modus inszeniert die bekanntesten Luftschlachten des 2. Weltkrieges – sei es nun über London, Paris, Berlin oder Pearl Harbor. Neu ist allerdings die 3rd-Person- bzw. in diesem Spiel eher die "3rd-Plane-View". Während man bei den direkten Konkurrenten Secret Weapons over Normandy und Heroes of the Pacific das Spektakel nur aus einer cockpitnahen Perspektive verfolgen konnte, geht Ubisofts neuer Titel neue Wege und verzichtet dabei sogar auf Radar- oder sonstige Pfeilanzeigen. Man betätigt einfach die linke Schultertaste des Gamepads und schon wird das Ziel – sei es nun Flieger, Panzer oder Fregatte – in den Mittelpunkt des Bildschirms gerückt und man steuert seine Kiste quasi um den Feind herum. Auch wenn diese Methode anfangs etwas kompliziert erscheint, gewöhnt man sich doch recht schnell an dieses nette Feature und nutzt die Technik, um kinoreif inszenierte Angriffe und Fluchtrollen zu fliegen.

Ein kleiner Haken ist jedoch, dass nur zwei Knöpfe zur Zielanvisierung zur Verfügung stehen: Mit der A-Taste wird das nächste Missionsziel gewählt und mit der B-Taste der nächste gefährliche Angreifer. Das ist zwar simpel gelöst, kostet im Spiel aber oft zu viel Zeit. Des Weiteren ist die Kamera auch nach der Zerstörung eines Ziels immer noch auf dessen letzten Aufenthaltsort fixiert. Durch eine automatische Umschaltung hätte man so die ersten Frustmomente vermeiden können.

Alleine fliegt es sich einsamer
Wie dem auch sei, sind die Missionen teilweise recht anspruchsvoll. Daher haben die Entwickler nicht gegeizt und dem Spieler drei Flügelmänner zur Seite gestellt. Nettes Feature: Alle drei Kollegen haben sich auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert. Kollege Tom beispielsweise spielt den Bodyguard und hält einem den Rücken frei. Wenn es mal wirklich eng werden sollte, kann man ihm außerdem befehlen, die Gegner in der näheren Umgebung zu provozieren. Im Idealfall lassen sie dann vom Spieler ab und versuchen, Toms fliegende Kiste zu durchlöchern.
Frank fungiert dagegen als Jäger. Besonders gerne hört er deshalb den Befehl "Attack!". Gesagt – getan. Frank stürzt sich todesmutig auf den nächsten Kontrahenten und erledigt so in kurzer Zeit ganze Staffeln.
Der Dritte im Bunde, Joe, lässt es normalerweise etwas ruhiger angehen. Seine bewundernswerte Gabe: Er kann Flieger – sozusagen im Flug – reparieren. Dazu gibt Joe eine bestimmte Tastenkommunikation über Funk durch, die möglichst schnell gedrückt werden muss. Das ist nicht nur praktisch, sondern angesichts des Umfangs der meisten Einsätze auch notwendig. Insgesamt bietet das Spiel in Einzel- und Mehrspieler-Modus rund 40 verschiedene Flugzeuge – unter anderem die P-51 Mustang, die P-38 Lightning oder die Spitfire.

Teuer erkaufte HD-Grafik
Was das Flugverhalten angeht, sind die Unterschiede aber eher gering – Blazing Angels will keine Simulation sein und ist auch entsprechend weit davon entfernt. Die Xbox-360-Version bietet im Vergleich zur inhaltlich gleichen Xbox-Fassung schärfere Texturen an detaillierteren Modellen, schickeren Rauch sowie ein besseres Schadenssystem, ist aber dennoch von einem Titel der "Next Generation" optisch weit entfernt. Auf einem HDTV macht das Spiel zwar einen netten Eindruck, kommt aber gegen andere Titel auf der 360 bei weitem nicht ran. Ok, bei Kämpfen über Großstädten wie Paris scheint das Häusermeer kein Ende zu nehmen und auch lokale Sehenswürdigkeiten wie z.B. der durchfliegbare Eiffelturm machen jedes Setting einzigartig. Allerdings wurde diese Tatsache mit gelegentlichen Ruckeleinlagen sowie öfters auftretendem Tearing erkauft. Wer davon verschont bleiben möchte, sollte somit seinen alten PAL-Fernseher wieder herauskramen oder gleich zur Xbox-Version greifen. Dort treten diese Effekte nämlich nicht auf.

Choleriker aufgepasst!
Ansonsten sind die Luftkämpfe aber nahezu atemberaubend und sorgen für dauerhafte Adrenalinschübe. Wer sich einmal in das Cockpit gesetzt hat, steigt nicht mehr so schnell aus. Es sei denn der Controller gibt den Geist auf, weil man ihn soeben vor Ärger gegen die Wand geschmissen hat: an Frustmomenten mangelt es Blazing Angels nämlich nicht. Ein Großteil der Game-Over-Screens kommt allerdings nicht aufgrund des Schwierigkeitsgrades, sondern wegen sehr knapper Zeitlimits zustande, die beinahe in jeder Mission anzutreffen sind und unbarmherzig ticken. Dadurch wird das Spiel an einigen Stellen fast unspielbar schwer.

Auch wenn die Einzelspieler-Kampagne sowie andere Modi wie z.B. der Kampf gegen unterschiedliche Flieger-Asse für frustkonsistente Spieler eine Zeit lang begeistern mögen, wird doch recht wenig Abwechslung geboten. Die Aufgaben beschränkten sich darauf, Gegner vom Himmel zu holen oder Fieslingen am Boden Bomben auf die Köpfe zu schmeißen. Abhilfe verspricht an dieser Stelle der umfangreiche Mehrspielermodus. So bekommt man zum Ausgleich eine ganze Ladung menschlicher Gegner spendiert und zieht online oder offline (Splitscreen oder System-Link) in die Schlacht. Neben den Amerikanern sind hier auch die Briten, die Japaner und die Deutschen am Start, so dass einen nicht nur Gefechte Mann gegen Mann, sondern auch kooperative Team-Missionen erwarten.


1 Fazit

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