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Pragmata - Die neue Sci-Fi-Hoffnung von Capcom

Spieler mussten sich lange gedulden, doch nach der Ankündigung 2020 und einigen Verschiebungen ist "Pragmata" jetzt endlich für Xbox Series X|S erhältlich. Ob sich das Warten auf Capcoms Sci-Fi-Action gelohnt hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Marc Friedrichs

von Marc Friedrichs

22.04.2026, 11:19 Uhr 2

Um es schon einmal vorweg zu nehmen: Ja, das Warten hat sich gelohnt. Und mit "Pragmata" setzt Capcom seinen durchaus beeindruckenden Lauf fort, dessen letzte Höhepunkte unter anderem "Dragon's Dogma 2", "Monster Hunter Stories 3" und natürlich auch "Resident Evil: Requiem" waren.

In "Pragmata" schlüpfen Spieler in die Rolle von Hugh, der als Teil eines Teams zu einer riesigen Forschungseinrichtung auf dem Mond geschickt wird, um herauszufinden, warum die Kommunikation mit der Erde plötzlich abgebrochen ist. Es dauert nicht lange, bis alles schiefgeht: Eine Katastrophe lässt ihn in der Mondbasis gestrandet zurück, die zudem voller feindlicher Roboter ist - gesteuert von einer außer Kontrolle geratenen KI. Ein geheimnisvoller Android, der wie ein junges Mädchen aussieht, rettet Hugh das Leben, und die beiden beschließen schnell, zusammenzuarbeiten, um herauszufinden, was vor sich geht, und einen Weg zurück zur Erde zu finden.

Hugh und das Androidenmädchen Diana kombinieren im Kampf ihre Fähigkeiten, um sich gegen die autonomen Bedrohungen zu verteidigen, die hinter jeder Ecke lauern. Diana hackt die Roboter und öffnet ihre Panzerung, während Hugh sie mit einer Vielzahl von Waffen und Werkzeugen zerstört. Als Spieler führt man beide Aktionen gleichzeitig aus: Anfangs kann das etwas verwirrend sein, sich als Hugh zu bewegen und Angriffen auszuweichen, während man gleichzeitig als Diana hackt. Hat man sich daran gewöhnt, fühlt es sich jedoch wunderbar dynamisch an und geht recht flott von der Hand.

Das Hacken erfolgt in Form eines schnellen Minispiels, bei dem man mit den Aktionstasten durch ein Raster navigiert. Um einen Gegner zu hacken, muss man lediglich das grüne Feld erreichen, doch das Durchqueren blauer Felder macht den Gegner länger verwundbar. Während man hackt, lässt sich Hugh weiterhin bewegen, so dass man angreifenden Feinden ausweichen kann, wenn sie zu nahe kommen.

Die Balance zwischen dem Hacken der Gegner und dem anschließenden Zerschießen ist hervorragend. Es gibt zahlreiche Gegnertypen, und das Spiel fordert die Spieler gern mit verschiedensten Kombinationen heraus. Doch egal, was auf einen zukommt, der Schwierigkeitsgrad ist stets gut und fair abgestimmt.

Die Kämpfe sind intensiv, taktisch und verspielt, und das Schießen selbst fühlt sich fantastisch an: Waffen wirken kraftvoll und geben starkes Feedback. Besonders die schrotflintenartige Shockwave Gun hat ordentlich Wumms. Im Verlauf des Spiels schaltet man immer mehr Waffen und Hack-Fähigkeiten frei, die für Abwechslung sorgen und einen auf stärkere Gegner vorbereiten.

Das Hack-and-Shoot-Kampfsystem bietet viel Tiefgang - was gut ist, denn man wird es gezwungenermaßen oft einsetzen. Doch auch wenn sich die Action durch stetige Freischaltungen weiterentwickelt, kann sie gegen Ende etwas repetitiv wirken. Es gibt im Spiel einige verstreute Rätsel, doch der Fokus liegt klar auf dem Kampf. Zum Glück macht dieser so viel Spaß, und erfreulicherweise zieht sich das Spiel nicht unnötig in die Länge. Die Kampagne dauert etwa 12 Stunden.

Gelegentlich findet man Fluchtschleusen, die einen in einen Unterschlupf führen - eine Art Hub, in dem man seine Ausrüstung verbessern bzw. neu zusammenstellen und zu bereits besuchten Orten zurückreisen kannst. Während sich die Beziehung zwischen Hugh und Diana im Spielverlauf entwickelt, kann man im Unterschlupf noch tiefer in diese Dynamik eintauchen.

Beim Erkunden findet man in "Pragmata" immer mal sogenannte "Read Earth Memories", die verschiedene Objekte von der Erde im Unterschlupf erscheinen lassen, mit denen Diana interagieren kann. Das reicht von kleinen Fernsehern bis zu Sonnenschirmen. Auch wenn sie keinen spielerischen Vorteil bringen, ist es sehr charmant zu beobachten, wie Diana damit spielt und Fragen dazu stellt.

Sowieso sind die beiden Hauptfiguren wohl das Beste an der Geschichte. Diese beginnt zwar durchaus spannend und beantwortet am Ende die wichtigsten Fragen, dient aber größtenteils als Vorwand, um Roboter zu zerlegen. Daran ist nichts grundsätzlich falsch, doch insgesamt hätte die Story etwas mehr Tiefgang und Überraschungen vertragen.

Die Mondbasis besteht aus mehreren großen Bereichen, die sich auf clevere Weise miteinander verbinden. Für ein Spiel, das auf dem Mond spielt, sind diese überraschend abwechslungsreich: Während es in grauen, kantigen Korridoren beginnt, folgen bald visuell interessantere Umgebungen. Ein Material namens Lunafilament, mit dem sich praktisch alles nachbilden lässt, sorgt dafür, dass man beispielsweise stadtähnliche Umgebungen im Stil Manhattans oder Labore mit künstlichen Bäumen und Vegetation sieht.

Die Areale sind größtenteils linear, bieten aber viele versteckte Bereiche und Geheimnisse. Für Erkundung wird man mit nützlichen Gegenständen belohnt, etwa Magazinerweiterungen, die Hugh häufiger heilen lassen, Mods zur Verbesserung seiner Fähigkeiten und Lunafilament, das man zum Freischalten und Aufrüsten der Ausrüstung verwenden kann. Alles wird man dabei beim ersten Spieldurchgang nicht finden, und da sich einige Hindernisse erst später überwinden lassen, gibt es immer mal Gründe, frühere Gebiete erneut zu besuchen. Es wäre allerdings schön gewesen, wenn man zwischen den Fluchtschleusen direkt schnellreisen könnte. Stattdessen muss man jedes Mal in den Unterschlupf zurückkehren, wenn man Orte wechseln will, was beim gezielten Suchen etwas umständlich ist.

Abgesehen davon ist "Pragmata" aber sehr durchdacht, konzentriert sich auf eine klare Idee und setzt diese hervorragend um. Zudem wirkt seine Struktur angenehm simpel - fast so wie ein AAA-Game früherer Zeiten: nicht überladen, Konzentration auf das Wesentliche. Altmodisch sieht das Spiel dabei jedoch keineswegs aus: "Pragmata" hinterlässt einen tollen optischen Eindruck und läuft sehr flüssig. Im Modus "Prioritise Resolution" erreicht es auf Xbox Series X nahezu konstante 60 Bilder pro Sekunde. Der Modus "Prioritise Frame Rate" macht das Ganze noch etwas flüssiger, doch auch der andere Modus liefert bereits hervorragende Leistung ohne Einbußen bei der Bildqualität. 

1Fazit

Zu den Kommentaren (2)

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Dieses Rating für registrierte Benutzer lebt von der Qualität der verteilten Sterne. Seid bei eurer Bewertung also fair... [+]: Nur selten hat ein gutes Spiel die Höchstnote verdient und natürlich muss auch ein schwächeres Spiel nicht gleich immer komplett abgestraft werden. Je objektiver ihr eure Sterne vergebt, desto aussagekräftiger ist am Ende die Gesamtwertung. [–]

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KOMMENTARE


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Marc

Marc

22.04.2026, 15:48 Uhr

Ich hoffe, Capcom baut das ganze ordentlich aus. Ein paar wenig Kleinigkeiten ändern und Teil 2 wird ein Top-Hit.

Wolfgang

Wolfgang

22.04.2026, 13:25 Uhr

Klingt schon sehr geil.

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