Lego Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters - Ein Klötzchenspiel für Bat-Fans
Die Klötzchen-Abenteuer von TT Games und Warner Bros. stehen seit jeher für verlässlichen Koop-Spaß mit einer gehörigen Portion Humor. Doch mit "Lego Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters" schlagen die Entwickler eine Richtung ein, die wohl niemand in dieser Konsequenz erwartet hat. Der Titel bricht mit alten Traditionen und liefert eine ambitionierte Liebeserklärung ab, die gekonnt den Spagat zwischen kindgerechtem Humor und knallharter Gaming-Nostalgie meistert. Ich habe das Cape umgeworfen und mich durch Gotham City gekämpft.
von Wolfgang Kern
27.05.2026, 11:49 Uhr
Entwickelt wurde das neue "Lego Batman” natürlich von TT Games, den unangefochtenen Königen der Popkultur-Adaptionen im Baustein-Look. Das Studio hat sich für diesen vierten Ableger der Reihe hörbar vorgenommen, das angestaubte Lego-Korsett komplett aufzubrechen. Statt bewährte Pfade plump zu wiederholen, fusionieren die Entwickler die gewohnte Stein-Ästhetik mit spielerischen Elementen, die man sonst nur aus modernen Action-Schwergewichten kennt. Das Ergebnis ist das bislang reifste und vollkommenste Projekt des Studios.
Wir alle kennen Bruce Waynes Origin-Story in- und auswendig: Die Schüsse in der Crime Alley, der Verlust der Eltern, der Schwur. "Lego Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters" wagt sich erneut an diese Anfänge, bricht die düstere Tragik jedoch von der ersten Sekunde an mit dem typischen, charmanten Lego-Humor. Das hier unter anderem Nolans Filme und auch der neueste "Batman"-Streifen gekonnt persifliert wird, ist nur die Spitze des Eisberges.

Das Besondere an der Kampagne ist, dass wir hier nicht nur Batmans erste Schritte erleben, sondern die Ursprünge des gesamten Gotham-Ensembles. Wir sehen, wie Jim Gordon sich als junger Polizist durchschlägt, und erleben die schrittweise Transformation des Jokers. Die Story ist in fünf in sich geschlossene Episoden unterteilt, die auf ein großes Finale zusteuern. Zwar wirkt das Erzähltempo zum Ende hin durch die vielen verschiedenen Handlungsstränge ein wenig gehetzt, aber die Gags zünden dafür am laufenden Band. Ob ein völlig absurder Dance-Off in Falcones Nachtclub samt "Dirty Dancing"-Anspielung oder die tragisch-komische Entstehung von Two-Face, bei der die "Hilfe" seiner Mitmenschen alles nur noch schlimmer macht.
Die größte Überraschung offenbart sich, sobald man die Fäuste fliegen lässt: Das Kampfsystem wurde fast eins zu eins aus der legendären "Batman: Arkham"-Reihe entliehen. Die Schlägereien laufen extrem flüssig, dynamisch und rhythmusbasiert ab. Wir kontern Angriffe, bauen die Kombo-Anzeige im dreistelligen Bereich auf und lösen spektakuläre Takedowns aus. Keine Überraschung, dass auch Rocksteady Teil der Entwicklung war.

Zusätzlich bringt jeder spielbare Charakter eigene Gadgets mit. Catwoman nutzt ihre Peitsche, um Feinde in Richtung der interaktiven Umgebungsobjekte zu schleudern, was den Kämpfen eine nette taktische Tiefe verleiht. Schade ist nur, dass sich das Moveset der verschiedenen Figuren abseits dieser Gadgets kaum unterscheidet – ein Jim Gordon prügelt sich im Grunde genauso akrobatisch wie die Katzenfrau. Auch die Schleichpassagen fallen im Vergleich zum restlichen Gameplay etwas ab. Da die Gegner nicht clever auf Angriffe aus dem Hinterhalt reagieren, kann man sich fast schon zu leicht durch die Schatten mogeln.
Nach Kapitel 4 bricht das Spiel dann endgültig mit der Linearität und mutiert zu einem gigantischen Open-World-Collectathon. Das Lösen der Rätsel von Riddler oder Cluemaster erfordert dank der unterschiedlichen Charakter-Fähigkeiten echtes Mitdenken und fühlt sich zu keiner Zeit wie stumpfe Fließbandarbeit an.

Visuell zieht TT Games alle Register. Die Welt von Gotham glänzt im wahrsten Sinne des Wortes: Nasse, spiegelnde Asphaltstraßen treffen auf liebevoll gestaltete Lego-Bauten. Die Lichtstimmung ist fantastisch eingefangen und erzeugt genau die düstere Noir-Atmosphäre, die man von den Vorlagen erwartet, ohne den bunten Klötzchen-Charakter zu verlieren. Kein Lego-Spiel sah bisher besser aus.
Was das Spiel für Fans aber zu einem echten Meisterwerk macht, ist die schiere Flut an visuellen Referenzen. Das Team stapelt Hommagen auf Hommagen: von den ikonischen Szenenübergängen aus der 1990er-Jahre-Zeichentrickserie über Heath Ledgers Joker-Interpretation in "The Dark Knight" bis hin zur rasanten Verfolgungsjagd aus "The Batman". Man spürt in jeder Ecke, dass hier echte Fans für Fans am Werk waren.

Akustisch zieht das Spiel endgültig den Hut vor der Kinogeschichte des Dunklen Ritters. Die Soundeffekte beim Bauen und Prügeln haben ordentlich Wucht und die Vertonung ist absolut hochkarätig besetzt. Die Musikuntermalung passt sich perfekt dem Geschehen an und gipfelt am Ende sogar in einer genialen Platzierung von Seals Klassiker "Kiss From a Rose" – eine direkte und fantastische Verbeugung vor "Batman Forever".
Wie bewertest du das Spiel?
Dieses Rating für registrierte Benutzer lebt von der Qualität der verteilten Sterne. Seid bei eurer Bewertung also fair... [+]: Nur selten hat ein gutes Spiel die Höchstnote verdient und natürlich muss auch ein schwächeres Spiel nicht gleich immer komplett abgestraft werden. Je objektiver ihr eure Sterne vergebt, desto aussagekräftiger ist am Ende die Gesamtwertung. [–]
WEITERE NEWS ZUM SPIEL
KOMMENTARE
Xbox Aktuell
27.05.2026, 11:49 UhrEs wurden noch keine Kommentare abgegeben. Mach doch einfach den Anfang und sei die Nummer 1! 
Wie bewertest du das Spiel?
Dieses Rating für registrierte Benutzer lebt von der Qualität der verteilten Sterne. Seid bei eurer Bewertung also fair... [+]: Nur selten hat ein gutes Spiel die Höchstnote verdient und natürlich muss auch ein schwächeres Spiel nicht gleich immer komplett abgestraft werden. Je objektiver ihr eure Sterne vergebt, desto aussagekräftiger ist am Ende die Gesamtwertung. [–]





