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SBK 09 Superbike World Championship
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SBK 09 Superbike World Championship - Zwei Räder zum Glück

05.06.2009 / 17:44 Uhr / Marc Friedrichs

Entwickler von Motorradrennspielen haben es nicht leicht: Auf der einen Seite ist es deutlich schwieriger, das Fahrverhalten der Zweiräder in eine Simulation zu packen, auf der anderen Seite ist der Interessentenkreis im Gegensatz zu Racern auf vier Rädern deutlich kleiner. Nachdem der italienische Entwickler Milestone im letzten Jahr mit "SBK 08 Superbike World Championship" zumindest einen Achtungserfolg vorweisen konnte, bringt man nun "SBK 09" auf den Markt. Ob sich der Titel weiterentwickeln konnte, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Eines muss man Milestone schon gleich am Anfang zugute halten: Die Italiener haben ihre Hausaufgaben gemacht. Teilweise sogar sehr gut. Aber der Reihe nach. "SBK 09 Superbike World Championship" ist das offizielle Videospiel zur Superbike-Rennserie. Das bedeutet, dass natürlich alle Stars, Teams, Strecken und natürlich Bikes mit von der Partie sind.

Wie schon im Vorgänger hat man das Hauptaugenmerk auf den Simulationscharakter geworfen. Technikfans können sich so in "SBK 09" ganz und gar austoben und nahezu alle Einstellungen an den Böcken selber vornehmen. Sei es die Übersetzung der Schaltung oder die Härte der Federung am vorderen Rad: Alles lässt sich den Wünschen anpassen, um die Settings sofort auf der Rennstrecke zu testen. Ein Paradies für Schrauber! Schön ist auch, dass in jeder Runde Telemetriedaten aufgezeichnet werden. Diese lassen sich dann später in der Box auswerten und z.B. mit den Daten eines anderen Settings vergleichen.

Aber auch Spieler mit geringerem Hang zum Perfektionismus werden sich in dem Spiel zurechtfinden. Möchte man nicht selber an den Einstellungen schrauben, steht einem ein Ingenieur zur Seite, der die Aufgaben auf Wunsch übernimmt. Auch der Schwierigkeitsgrad während des Rennens lässt sich in mehrere Stufen den eigenen Fähigkeiten anpassen, sodass bei Bedarf die eine oder andere Fahrhilfe genutzt werden kann.

Was den Spielumfang angeht, bietet "SBK 09" alles, was auch die Superbike-Challenge bietet. Mehr aber auch nicht. Hat man das Spiel gestartet, kann man ein schnelles Rennen beginnen, in ein einzelnes Rennwochenende aufbrechen, die Meisterschaft in Angriff nehmen, Rennen via Xbox Live austragen oder ein paar Herausforderungen starten.

Für alle Formel 1- und DTM-Fans, die sich mit der Superbike WM noch nicht so auskennen: Ein Rennwochenende besteht nicht nur aus Training, Quali und Rennen. Auf zwei Rädern muss bzw. kann man deutlich mehr Zeit für ein Event aufopfern. Erstes Training, erste Quali, zweite Quali, zweites Training, je nach Abschneiden mehrere Superpoles, erstes Rennen und zweites Rennen warten auf den Spieler. Will man wirklich alle Rennen bestreiten (auf Wunsch kann man einzelne Events auch überspringen), hat man in der Meisterschaft bei 13 Rennkursen also schon eine Menge zu tun.

Optisch hat man im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt. War die 2008er Ausgabe noch ziemlich lieblos gestaltet, hat man bei "SBK 09" nicht nur die Präsentation verbessert, auch die Grafik ansich wurde aufgepeppt. Besonders Fahrer und Maschinen sehen jetzt wirklich gut aus. Alle Fahrer mit ihren Rennanzügen wurden genauso 1 zu 1 umgesetzt wie ihre Motorräder. Macht man z.B. mal einen ungewollten Ausflug ins Kiesbett, werden die Räder schmutzig grau, nach ein paar Metern auf der eigentlichen Rennstrecke kommt dann aber wieder langsam aber sicher das Schwarz der Pneus zum Vorschein.

Während auch die Animationen der Fahrer wirklich gut aussehen, bleibt die Optik der Umgebung leider etwas auf der Strecke. Die Kurse wurden zwar ihren Vorbildern nachempfunden, aber Gebäude an der Strecke, Botanik und Zuschauer sind leider etwas trist dargestellt. Letztere sind z.B. unbewegliche Pappkameraden, die ohne Emotionen dem Renngeschehen folgen. Da die Tribünen nur selten direkt an der Strecke sind, fällt das im Eifer des Rennens zwar nicht unmittelbar auf, ein wenig Mehr hätte hier aber sicherlich nicht geschadet. Da helfen auch die Hubschrauber, die munter über den Strecken kreisen, nicht wirklich.

Wo wir gerade bei der Kritik sind: "SBK 09" bietet wie gesagt alle Fahrer und Teams samt derer Maschinen der 2009er Suberbike-Saison. Das ist sicherlich schön. Schade ist aber, dass man im Karrieremodus nur in einen dieser Fahrer schlüpfen kann. Anfangs wählt man sich ein Team und dann einen der darin befindlichen Stars. Ein eigenes Team, einen eigenen Fahrer oder ein eigens gestaltetes Motorrad kann man nicht erstellen. Wer gerne in die Haut von Max Biaggi und Co. schlüpfen möchte - samt Sponsoren und allem Drumherum - wird damit sicherlich kein Problem haben. Wer sich aber etwas mehr mit seinem Fahrer und seinem Team identifizieren möchte, geht leer aus.

Schön ist wiederum, dass das Spiel viele verschiedene Kameraperspektiven bietet. Egal ob Verfolgerperspektive, Hinterkopf- und Cockpitkamera - je nach Sicht stehen mehrere Alternativen zur Verfügung, sodass für jeden Spieler sicherlich etwas dabei ist. Besonders die Cockpitperspektive ist mit der gasgebenen Hand am Bildschirmrand beeindruckend. Wie für Motorradrennspiele aber üblich, ist diese Sicht nur sehr guten Fahrern zuzumuten. Kurven lassen sich schwer einschätzen, zudem ist die Steuerung aufgrund der unruhigen Kamera sehr anspruchsvoll.

Das Gameplay ansonsten ist auch ordentlich gelungen. Die Boliden fühlen sich gut an und legen sich chic in die Kurven. Anfänger fahren Dank vieler Fahrhilfen quasi fast auf Schienen, Profis dürfen sich dagegen voll und ganz auf ihre Fähigkeiten konzentrieren, müssen aber dann auch fast jeden Fahrfehler mit einem Sturz bezahlen. Besonders bei nasser Fahrbahn muss man beim Beschleunigen in Kurven echt aufpassen, dass einem das Hinterrad nicht ausbricht. Schon mit Fahrhilfen heißt es hier, Vorsicht walten zu lassen.

Die KI der gegnerischen Fahrer ist durchschnittlich aber alles andere als schlecht. Wer gut und fehlerfrei fährt, kann auch in höheren Schwierigkeitsgraden immer wieder zu den Führenden aufschließen. Das ist zwar nicht immer realistisch, dafür aber durchaus fair. Andernfalls würde auch der Spielspaß zu schnell leiden. Frustmomente gibt es in "SBK 09" in der Regel also nicht.

Wer sich in der Meisterschaft ausgetobt hat, darf sich dann an sog. Herausforderungen oder am Mehrspielermodus probieren. Erstere bieten Aufgaben á la "Schaffe Streckenabschnitt X in mindestens Y Sekunden" oder "Bleibe trotz abgefahrener Reifen die letzten zwei Runden des Rennes an erster Position". Einige der 20 Herausforderungen sind schnell zu schaffen, andere erfordern mehrmaliges Wiederholen - der Schwierigkeitsgrad steigt hier deutlich an. Motivation gibt es bei den Aufgaben aber kaum. Wer sich aus Gamerscores nicht viel macht, wird u.a. mit Fotos und Videos der Superbike-Saison belohnt.

Der Mehrspielermodus ist in "SBK 09" durchaus solide. Mit bis zu acht Spielern darf man sich online via Xbox Live auf den Strecken austoben. Dabei muss man nicht immer gegeneinander spielen, sondern kann auch mit bis zu vier Spielern in einem Team quasi kooperativ ein Rennen bestreiten. Nur einen offline Multiplayer oder gar einen Splitscreenmodus sucht man im Spiel vergebens.


1 Fazit

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05.06.2009 / Motorradracer im Test

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