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Chromehounds - Hunde aus Edelstahl

Michi

von Michi

29.07.2006, 01:05 Uhr

Nach den zahlreichen Shootern auf der Xbox 360 wagt sich ein weiteres Spiel auf die Next-Gen-Platform. Die Rede ist von Chromehounds, einer Mech-Simulation mit der Hoffnung, das Genre voranzubringen und sich die Fangemeinde zu sichern. Segas zweites Projekt für die Xbox 360 hat es letztendlich auch in unsere Testlabors verschlagen. Wir waren für euch mit Schmieröl in den Gelenken und genug Munition auf dem Schlachtfeld und können lebend von den traumatisierenden Ereignissen berichten. Mehr dazu in unserem Test.

Der Krieg verwüstet die Heimat
Es ist ein fürchterlicher Krieg um die Rechte auf der Welt ausgebrochen. Die verbleibenden Nationen müssen daher einen Weg finden, sich zu verteidigen. Dadurch entstehen nach zwanzig Jahren Kriegsanfang tonnenschwere Kriegsmaschinen, die fortan Hounds genannt werden. Da der Krieg auch seinen Preis verlangt, sterben immer mehr Soldaten und aus Not müssen Söldner angeheuert werden, die nur für Geld und nicht um das eigene Land kämpfen. Der eigene Charakter ist ebenfalls ein Söldner. Mit den tonnenschweren Kolossen muss dieser in den Krieg ziehen, um so das Blatt zu wenden und den eigenen Truppen eine Chance auf Erfolg zu verleihen.

Der Story-Modus beginnt damit, dass ihr auf einem Kampgebiet der Fraktion Rafzakael die Grundlagen beigebracht bekommt. Rafzakeal ist eine geheime Gesellschaft, die in der ganzen Welt den Kontakt mit Waffenproduzenten pflegt und somit einen entscheidenden Vorteil auf dem Schlachtfeld verfügt. Dieser ist gleich am Anfang deutlich zu erkennen, denn die Waffen des eigenen Hounds können sich sehen lassen. Der erste Auftrag beginnt damit, sich mit der Bedienung des Hounds anzuvertrauen. Wie gewohnt lässt sich die Kampfmaschine mit dem linken Stick in die verschieden Richtungen steuern und mit dem rechten Stick lassen sich die Zielvorrichtungen bedien. Soweit so gut. Es folgt eine weitere Anweisung unseres Trainers, der von uns verlangt, dass wir uns mit den Systemen des Hounds anvertrauen. Um die Karte der Umgebung zu öffnen, müssen wir lediglich die Y-Taste betätigen. Schon wird aus der Minimap auf der unteren rechten Seite eine riesige Karte, die den ganzen Bildschirm ausfüllt. Zu sehen ist die eigene Position des Hounds und die der sog. COMBAS-Türme. Die COMBAS-Türme sind Strommasten-ähnliche Vorrichtungen, die den Funk- und Datenverkehr zwischen den Hounds ermöglichen. In den meisten Fällen sind die Türme neutral und müssen erst von der eigenen Fraktion eingenommen werden, bevor sie schließlich in ihren Dienst treten können. Der Gebrauch der COMBAS wird im späteren Verlauf des Spiels und im Multiplayer sehr wichtig, aber dazu später mehr.

Als nächstes stehen die Zielübungen an der Tagesordnung, die jedoch für Anfänger recht viel abverlangen, denn ein Fadenkreuz als Zielhilfe sucht man vergeblich. Zwar ist im rechten oberen Bildabschnitt ein Fenster, das zeigt, mit welcher Waffe man wohin zielt, jedoch ist es auf PAL-Fernsehern schlecht erkennbar und daher nutzlos, was einen dazu zwingt, ständig das Zielfernrohr zu aktivieren, das auf Dauer den Spielspaß deutlich reduziert. Schnell wird einem klar, dass der Kampf mit dem Gegner kein Spaziergang wird.

Edelmetall oder doch nur Schrott?
Der Story-Modus bietet uns sechs Szenarien, in denen wir einen Leih-Hound oder einen eigenen in den verschiedenen Rollentypen einsetzen. Für Einsteiger empfiehlt sich als erstes das "Soldat"-Szenario. Hierbei steuert man einen ausgewogenen Hound für Fronteinsätze und mäht damit alle Feinde mit Raketen, MGs und weiteren Schießeisen nieder. Apropos, Schießeisen: Das Spiel bietet eine große Auswahl an verschieden Waffentypen, die sich pro Hound bis zu vier Mal anmontieren lassen.

Ein weiterer einfacher Rollentyp ist der des Scharfschützen. Wie der Name schon sagt, wird hier verstärkt mit Präzisionswaffen gearbeitet und sich auf hohe Positionen verschanzt, um sich den entscheidenden Vorteil im Kampf zu sichern. Mit dem Rollentyp des Verteidigers wird’s schon schwieriger, denn in diesem Szenario sind dicke Wummen und Maschinen angesagt. Ihr steuert einen wahren Panzer mit ordentlicher Waffenausstattung und Panzerung. Die Aufgaben eines Verteidigers sind – Überraschung – das Verteidigen von Basen und Zerstörung der angreifenden Gegnerhorden. Das Szenario des Spähers bringt allerdings andere Vorgehensweisen an den Tag. Hier muss man blitzschnell, ohne Aufmerksamkeit zu erregen, alle COMBAS-Türme einnehmen, um somit seinen Auftraggebern einen Vorteil im Kampf zu verschaffen. Jedoch ist der Hound des Spähers mit sehr schwachen Waffen ausgestattet, was bedeutet, dass man sich auf keinen Fall in ein Kampfgeschehen verwickeln sollte.

Mit den Szenarien der Richtschützen und der Befehlshaber geht’s erst richtig los. Die Missionen des Richtschützen bestehen darin, den Feind mit Artillerie unter Beschuss zu nehmen und die eigenen Truppen zu unterstützen. Bereits ein gut ausgebildeter Richtschütze kann das Blatt im Kampfgeschehen wenden, was allerdings durch die Reichweite und Präzision der Waffen schwierig ist. Beim Befehlshaber hingegen ist Taktik erforderlich, denn als einziger Hound verfügt dieser über die Fähigkeit, seine Truppenmitglieder über ein leider etwas umständliches Anweisungsfenster zu kommandieren. Des Weiteren kann der Befehlshaber seine eigenen Truppen zwischen den feindlichen auf dem Radar identifizieren, was den Kampf an manchen Stellen leichter macht. Dass das Letztere selbstverständlich bei solchen Spielen ist, scheint Sega allerdings nicht zu kümmern: Die anderen fünf Rollentypen verfügen über diese Funktion nicht, was oft dazu führt, dass man seine eigenen Verbündeten angreift und die Mission schnell als gescheitert gilt.

Jage im Rudel oder stirb wie ein Hund!
Ein erster richtiger Kritikpunkt von Chromehounds ist allerdings das Missionsdesign. Auch wenn es sechs verschiedene Klassen gibt, bleibt das Spielverfahren gleich. Entweder gilt es, alle Feinde auszuschalten oder die eigenen Basen zu verteidigen. Nach mehreren Partien solcher Art wird einem sehr schnell langweilig. Besonders die Missionen des Spähers sind die langatmigsten im Spiel, da man in fast allen Leveln endlos lange Strecken in einem lieblos gestaltenen Terrain zurücklegen muss, nur um alle COMBAS zu sichern. Nicht nur in dieser Klasse ist das Leveldesign öde und eintönig, sondern in allen übrigen auch. Dazu kommen noch die meist verwaschenen Texturen und lieblose Details zum Vorschein.

Einzig allein die Hounds sind schön anzusehen: Gute, metallische Animationen, schöne Designs und die klangvolle Sounduntermalung beeindrucken nicht nur jeden Mech-Fan. Ach ja, die Sounduntermalung… Die Explosions- und die zahlreichen Schussgeräusche sind meist sehr schön in Szene gesetzt, jedoch ist der Soundtrack des Spiels eher eine Beleidigung für Spielererohren. In den ganzen verwirrenden Menüs dudelt eine auf Dauer nervende Knabenchor-Musik, die eigentlich überhaupt nicht zur Thematik passt. Auch in den verschiedenen Einsätzen mit den Hounds erklingt oft eine unangebrachte Musik. Ob bei einem Einsatz, in dem überall etwas in die Luft fliegt, eine ruhige Ballade angebracht ist, ist fraglich.

In den verschiedenen Einsätzen fallen sehr oft die nervigen Nachrichtenfenster auf, die zu sehr vom Geschehen ablenken und meist unnötige, sich wiederholende Informationen liefern und die Story vorantreiben. Hinzu kommen noch langweilig inszenierte Zwischensequenzen und eine wirklich lahme Schilderung der Geschehnisse. So sehr sich auch die professionellen Synchronsprecher ins Zeug legen, eine dichte Atmospähre will dabei leider nicht entstehen.

Des Weiteren besitzt das Spiel einen enorm hohen Frustfaktor. Scheitert man in einer Mission, muss diese von Anfang an wiederholt werden, egal wie weit man schon im Level vorangekommen ist.

Bei dem ganzen Durcheinander auf dem Schlachtfeld vergisst man nicht selten seine Ziele. Diese kann man jedoch nicht erneut betrachten oder sich die Anweisungen noch mal sagen lassen. Eine Art Logbuch, in der noch einmal alle Missionsziele aufgelistet sind, sucht man vergeblich. Zwar sind bestimmte Punkte auf der großen Karte eingetragen. Diese sind aber meist kompliziert angelegt, denn manchmal gibt es davon mehrere an der Zahl und man weiß nicht, zu welchem man zuerst stampfen soll.

Ein weiteres Rätsel ist die Möglichkeit, das Spielgeschehen zu verlassen. Wenn man nach einer Weile keine Lust mehr hat zu spielen, will man sicherlich das Spiel beenden, seine Konsole ausschalten oder ein anderes Game einlegen. Dazu muss man doch nur Start drücken und… wie? Bei der Betätigung der Starttaste erscheint lediglich eine Meldung, die besagt, dass man mit einem weiteren Druck auf Start das Spiel wieder aufnimmt. Erst nach einer Weile des Herumprobierens zeigt sich, dass man den Einsatz nur durch das längere Drücken der Back-Taste verlassen kann. Dabei erscheint ein Countdown von drei Sekunden und eine Meldung, dass der Hound zurückgelassen wird. Nach der Selbstzerstörung gilt die Mission als gescheitert und man kann zurück ins Hauptmenü kehren. Eine unschöne Abgrenzung von anderen Spielen, finden wir.

Jetzt aber wirklich zum Positiven. Chromehounds bietet dem Spieler wirklich viele Ideen, die allerdings leider nicht immer dementsprechend umgesetzt wurden. Eines der gelungenen Features ist jedoch die Hound-Werkstatt: Hierbei lässt sich sein eigener Hound frei nach dem Baukastenprinzip zusammenbauen und individualisieren. Kein Hound wird so aussehen wie ein anderer. Besonders zu Geltung kommt dieses Feature im Xbox Live-Modus.

Apropos Xbox Live: Die zahlreichen Spielmodi, großen Karten und die Bildung von eigenen Squads machen einen ordentlichen Eindruck. Jedoch dauert die Anpassung des Spiels an den Live-Modus eine halbe Ewigkeit. Schuld daran sind die verwirrenden Menüführungen und unnötige Kampagneninformationen. Im Live-Modus selbst hat Teamwork eine sehr große Bedeutung, denn ohne die Zusammenarbeit sind die Onlineschlachten aussichtslos.

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29.07.2006, 01:05 Uhr

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