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Rainbow Six Vegas 2 - Die Rückkehr ins Spielerparadies

14.05.2008 / 12:56 Uhr / Marc Friedrichs

Am Ende von Rainbow Six Vegas gingen die Meinungen der Spieler auseinander: Die einen ärgerten sich über das offene Ende, die anderen freuten sich, dass der sehr gute Titel anscheinend einen Nachfolger spendiert bekommen sollte. Nun ist es soweit und Vegas 2 liegt in den deutschen Händlerregalen. Die internationale Version hatte zuvor keine Freigabe von der USK enthalten, weshalb wir hierzulande mit einer geschnittenen Version vorlieb nehmen müssen. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und uns auf den Weg nach Las Vegas gemacht, um die Terroristen ein für alle Mal aus der Spielerstadt zu vertreiben.

Um es vorweg zu nehmen: Rainbow Six Vegas 2 ist anders als sein Vorgänger. Das fängt schon bei der eigentlichen Location an. Hat man sich im ersten Teil noch auf dem hellerleuchteten Strip, in pompösen Casinos und an anderen touristischen Punkten aufgehalten, so lernt man in Teil zwei die andere Seite von Las Vegas kennen. Hier kämpft man sich durch düstere Nachclubs, das irgendwie kalte Convention Center oder die öde Wüste von Nevada. Das ist grundsätzlich sicher nicht schlimm, allerdings werden Fans des ersten Teils das typische "Vegas-Feeling" vermissen. Die glitzernde Metropole bekommt man hier nur selten zu Gesicht - und wenn, dann nur als Panoramablick aus irgendwelchen Fenstern.

Wer jetzt denkt, die Grafikengine hätte aufgrund der etwas lebloseren Darstellung weniger zu tun, irrt sich aber. Auch wenn die Kulissen nun trister - was nicht schlechter heißen soll - aussehen, kommt die Technik in Rainbow Six Vegas 2 deutlich an ihre Grenzen. Das ist natürlich schade, wenn die Engine zu oft in die Knie geht und der Spieler neben den ungewünschten Zeitlupeneffekten auch noch Clippingfehler präsentiert bekommt. Wieso dieser Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger, den man von Anfang bis Ende flüssig spielen konnte, nötig war, wissen wohl nur die Entwickler.

Fans haben aber auch Grund zur Freude, denn das Gameplay wurde nahezu 1:1 vom ersten Teil übernommen. Damit konnte Ubisoft auch nichts falsch machen, denn immerhin bot Rainbow Six Vegas eine hervorragende Spielmechanik und dazu noch eines der besten Deckungssysteme überhaupt. Man muss lediglich den linken Trigger gedrückt halten und schon presst sich die Spielfigur gegen die anvisierte Wand oder das nächste Objekt. Während man sich so vor dem Kugelhagel der Gegner schützt, kann man mittels Analogstick aus der Deckung hervorschnellen und seine Kontrahenten gezielt ausschalten oder mit blinder Schießerei für Ablenkung sorgen.

Neu ist, dass man nun auch kleine Sprints hinlegen kann. Dazu steht jetzt der linke Bumper zur Verfügung, weshalb andere Funktionen umbelegt werden mussten. Um zwischen Infiltrations- und Angriffsmodus zu wechseln, gilt es nun, die Select-Taste zu drücken, während die mit der Snake Cam erspähten Feinde jetzt mit dem linken Bumper markiert werden. Das erfordert für Kenner des Vorgängers eine kleine Umgewöhnungszeit, macht dem Spielspaß aber sicherlich keinen Abbruch. Anfangs heißt es lediglich etwas vorsichtiger ans Werk zu gehen, schließlich sind die Gegner alles andere als schlecht ausgerüstet.

Aber dafür steht einem ja wieder ein ebenfalls gutes Team zur Seite. Das Kommando über die KI-Gefährten verläuft dabei wie gehabt: Man zeigt einfach mit dem Fadenkreuz auf eine bestimmte Stelle, drückt den A-Button, und schon bewegen sich die Kollegen zur entsprechenden Position. Mit dem Digitalkreuz kann man das Team dagegen wieder an der eigenen Position sammeln lassen oder den Befehl zum Halten der Stellung geben. Auch bei der Erstürmung von Räumen gilt das gewohnte Prozedere, wobei wieder die üblichen Blend- , Rauch- und Splittergranaten sowie Türladungen zur Verfügung stehen. Neu ist dagegen, dass man seine Mitstreiter auch während des Kampfes dazu auffordern kann, Granaten an zuvor markierte Stellen zu werfen.

Die Steuerung seines Teams wird aber ad absurdum geführt, wenn die Mannen mal wieder nicht den Weg finden oder an irgendwelchen Stellen einfach hängen bleiben. Diese KI-Aussetzer gab es zwar auch schon im ersten Teil, allerdings haben sie in Vegas 2 ein wenig zugenommen. So kann es schon einmal vorkommen, dass man nach einem Marschbefehl lediglich ein "Das ist leider nicht möglich" zu hören bekommt, während die Mannen es nicht schaffen, an einer Reihe parkender Autos vorbeizulaufen. Hier hilft dann meistens nur, selbst zur entsprechenden Position zu gehen und sich mit dem Team neu zu sammeln.

Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, ist die KI auch in Gefechten nicht immer die hellste: Andauernd stehen irgendwelche Teamkameraden in der Schusslinie. Würden sie dabei "nur" den Spieler stören, ginge das ja noch. Allerdings kommt es oft auch vor, dass sie dabei die Deckung sträflich vernachlässigen und so von gegnerischen Kugeln nur allzu leicht getroffen werden. Anstatt das man sich nur auf den Gegner konzentriert, muss man so auch noch Babysitter spielen und die Kumpanen viel zu oft mit Marschbefehlen vor dem Gegner retten. Das ist äußerst ärgerlich und nervt ungemein.

Kann man sein Team mal nicht rechtzeitig in Deckung bringen, liegt früher oder später der erste verletzt am Boden. Und auch hier gibt es wieder ein Manko, was so aber auch schon im ersten Teil auftrat: Wurde ein Teamkamerad getroffen, kann man diesem selbst eine heilende Injektion verabreichen oder dies dem anderen Partner auftragen. Dummerweise hat man hier immer noch nicht die Möglichkeit, die zweite KI vorrübergehend an eine andere Position zu kommandieren und somit aus der Schusslinie zu nehmen. Da sich beide KIs einfach nicht trennen wollen, sind sie in der Regel stets dicht beisammen. Geht dann einer von beiden zu Boden, folgt der andere meistens in kurzer Zeit, da er sich partout nicht von seiner Position trennen will.

Wenn man von diesen Patzern einmal absieht, ist das Team aber eine gute - weil vor allem treffsichere - Unterstützung. Das ist bei den Gegnern aber auch dringend vonnöten, denn selbst im einfachen Schwierigkeitsgrad sind diese meistens recht fordernd und sorgen für packende Feuergefechte. Vor allem die Spezialeinheiten erweisen sich hier als harte Nuss, immerhin sind sie nicht minder gut ausgestattet wie die Rainbows selbst. Allerdings gibt es auch bei den Gegnern mal KI-Aussetzer. So kann es schon einmal vorkommen, dass ein Trupp nichts vom Feuergefecht um die Ecke mitbekommt und gelassen seine Position hält, bis er vom Spieler ausgeschaltet wird.

Trotz allem ist Rainbow Six Vegas 2 von der ersten bis zur letzten Mission alles andere als leicht - Frustmomente inklusive. Man muss als Teamleader ständig auf der Hut sein, denn die Gegner tauchen meist plötzlich aus allen Richtungen (auch von oben) auf und schicken Angriffswelle nach Angriffswelle auf das eigene Team los. Auch wenn die Checkpoints, an denen man nach einem Ableben wieder ins Spiel einsteigt, etwas fairer als im Vorgänger gesetzt sind, hätten ein paar mehr sicherlich frustlindernd sein können. Einzig und allein die Munitionsversorgung ist stets gewährleistet, da man in regelmäßigen Abständen Kisten findet, in denen man Waffen und Schutzkleidung wechseln kann.

Apropos Waffen: Die Auswahl ist genauso wie im Vorgänger äußerst umfangreich und bietet von einfachen Maschinenpistolen und -gewehren über Sturm- und Scharfschützengewehren bis hin zu Pistolen und Schrotflinten alles, was das Spielerherz begehrt. Hinzu kommen dann noch diverse Modifikationen, mit denen man seiner Waffe ein größeres Magazin, ein anderes Visier oder z.B. einen Klappkolben für einen verminderten Rückstoß spendieren kann. Die Grundausrüstung besteht dabei aus einer Pistole, zwei Gewehren, Granaten und die obligatorischen Nacht- und Infrarotsichtgeräte.

Neben den Waffen stehen dem Spieler auch eine Menge Körperpanzerungen und Kleidung zur Verfügung, die man allerdings erst nach und nach freischalten muss. Der Schlüssel dazu liegt im neuen A.C.E.S.-System (Advanced Combat Enhancement Specialisation), das deutsche Spieler aber gleich wieder vergessen dürfen. Hier wird in der internationalen Version das Vorgehen des Spielers bewertet und belohnt. Da die hiesige USK das Belohnen von Kopfschüssen & Co. nicht akzeptieren wollte, wurde das A.C.E.S.-System in der deutschen Fassung komplett gestrichen. So stehen alle Waffen von Anfang an zur Verfügung, während Kleidung und Panzerung nach und nach mit dem Rang freigeschaltet werden. Dieser wird in Rainbow Six Vegas 2 übrigens nicht mehr nur durch Erfolge im Multiplayermodus bestimmt, nun werden auch die Leistungen in der Kampagne mit eingerechnet.

Während man im Vorgänger nur für den Multiplayermodus einen eigenen Charakter zusammenbasteln durfte, kann man sich nun auch schon zu Beginn der Kampagne einen eigenen Rainbow-Kämpfer kreieren. Im guten Editor kann man wieder eine Menge einstellen - angefangen beim Geschlecht bis hin zur Kopfform. Letztere kann man übrigens wieder seinem eigenen Ego angleichen, vorausgesetzt man besitzt eine Xbox Live Vision Camera. Hier sind wirklich verblüffend gute Resultate möglich, die in qualitativer Hinsicht denen des Vorgängers noch einmal überlegen sind.

Wie in allen Rainbow-Six-Spielen ist auch hier der Multiplayermodus wieder eine Klasse für sich. Sowohl über Xbox Live als auch lokal mit System Link darf man mit bis zu 16 Teilnehmern in diversen Modi gegen- und miteinander im Team antreten. Auf insgesamt zwölf Karten, die neben neuen Locations wie einem Schrottplatz oder dem Three Kingdoms Casino auch Varianten der Klassiker wie das Killer Haus und den Rangierbahnhof aus dem Vorgänger umfassen, misst man sich z.B. im Team Deathmatch oder Eroberung, wobei man Regeln wie Kit-Beschränkungen und Respawn-Zeit nach eigenen Wünschen festlegen kann. Neben Angriff und Verteidigung, bei dem die Teams u.a. Bomben platzieren und entschärfen müssen, ist vor allem der zweite neue Modus Teamanführer besonders gut gelungen. Dabei gilt es, den zufällig zum Anführer bestimmten Spieler zu einem Zielpunkt zu eskortieren und dabei im Idealfall gleichzeitig den Anführer des gegnerischen Teams zu eliminieren.

Grafisch haben die Multiplayer-Gefechte im Vergleich mit dem Vorgänger deutlich zugelegt und der Unterschied zur Kampagne fällt nicht mehr so groß auf. Allerdings geht es online bis auf vereinzelte Lags im Gegensatz zur Solo-Mission durchweg flüssig zur Sache und man wird von größeren Slowdowns verschont. Um Lags entgegen zu wirken, wird die Verbindungsqualität der offenen Sessions in der Liste bewertet, so dass man sich entsprechend entscheiden kann. Daneben darf man auch die Kampagne kooperativ angehen - und das sogar mit KI-Unterstützung, bei der einer der Spieler die Befehlsgewalt über die Kameraden hat. Alles in allem bietet Ubisoft hier ein rundum gelungenes Mehrspielerpaket. Das einzig wirklich große Manko: Besitzer der deutschen Version können aufgrund des gestrichenen A.C.E.S.-Sytems nur untereinander spielen, Matches mit internationalen Spielern sind somit nicht möglich.


1 Fazit

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