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Tomb Raider Legend - Lara ist wieder da!

Marc Friedrichs

von Marc Friedrichs

03.04.2006, 16:29 Uhr

Die wohl bekannteste Heldin der Spielebranche kehrt auf den Bildschirm zurück und stattet dabei das erste Mal auch Xbox bzw. Xbox 360 einen Besuch ab. In Tomb Raider: Legend reist Lara Croft auf der Suche nach einem uralten Artefakt einmal mehr um die ganze Welt – mit ihren Gegnern auf den Versen. Ob Teil 7 sage und schreibe 10 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Teils wieder zu alter Stärke gefunden hat und die Schwächen der letzten Episoden vergessen lässt, erfahrt ihr in unserem Test.

Ganz klar: sollte Tomb Raider: Legend nicht den erwarteten Erfolg verzeichnen können, wird der Serie wohl keine weitere Fortsetzung spendiert. Immerhin war die Qualität der einzelnen Teile so kurvenreich wie die Figur der Protagonistin Lara Croft, weshalb man den Spielern sicherlich nicht noch eine weitere Enttäuschung zumuten kann. Und das wäre mehr als schade, denn Lara hat eine wirklich beeindruckende Karriere hinter sich.

Schwierige Voraussetzungen
Nach dem ersten Auftritt im Jahre 1996 wurde die Heldin nicht zuletzt nur wegen ihrer nicht gerade unauffälligen Oberweite über Nacht zum Star, dem Millionen von Spielern zu Füßen lagen. Auch prominente Stars wie Die Ärzte (man denke an das Musikvideo zum Hit "Männer sind Schweine") und Bono von U2 outeten sich als Verehrer der virtuellen Schönheit. Während der Medienhype schließlich in zwei finanziell erfolgreichen Hollywood-Produktionen mit Angelina Jolie in der Hauptrolle gipfelte, war die Spielereihe nur noch ein Schatten ihrer selbst. Nachdem Angel of Darkness der vorläufige Tiefpunkt von Tomb Raider war, wollte Publisher Eidos im 7. Teil nichts dem Zufall überlassen. Kurzerhand wurde Core Design nach immerhin 6 Episoden die Entwicklung entzogen und an das hauseigene Studio Crystal Dynamics übergegeben. Aber nicht nur technisch sollte sich in Laras neuem Abenteuer einiges ändern. "Zurück zu den Wurzeln der Serie" lautet das Motto von Tomb Raider: Legend – nicht zuletzt um die Herzen der alten Fans wiederzugewinnen.

Britische Schmiedekunst im Mittelpunkt
Im Zentrum des Abenteuers stehen diesmal König Artus und das sagenumwobene Schwert Excalibur. Die mystisch angehauchte Story erlaubt einen tiefen Einblick in Laras Familienleben und ihre Vergangenheit, denn das Artefakt steht im engen Zusammenhang mit dem Verschwinden von ihrer Mutter. So macht sich die Heldin auf die Suche nach der Wahrheit hinter der Legende und muss, wie von den Fans gefordert, wieder vermehrt in uralten Tempeln, Gräbern und Heiligtümern herumklettern. Dabei verschlägt es sie u.a. nach Peru, Ghana, Nepal und Kasachstan, was schon einmal eine Menge an Abwechslung verspricht. Jeder Schauplatz hat sein eigenes Flair und ist in sich stimmig inszeniert. In jedem Abschnitt gibt es zudem unzählige Secrets, für deren Entdeckung unterschiedliche Bonus-Features wie z.B. Konzeptgrafiken oder Kostüme winken.

Während der langen Bildschirmabstinenz scheint Lara Croft so gut wie nichts von ihren Fähigkeiten verlernt zu haben. Bereits auf den ersten Metern im Spiel stellt sich bestes Abenteuer-Feeling ein. Die Heldin hüpft, hangelt und hechtet sich in alter Prince-of-Persia-Manier von Vorsprung zu Vorsprung, wobei der erste Level ein nahezu perfekt inszeniertes Tutorial darstellt, das sehr gut in die Story des Spiels eingebunden ist.

Geringes Frustpotential
An dieser Stelle fallen bereits zwei Dinge positive auf: Zum einen ist die Steuerung deutlich toleranter als in einigen Teilen der Serie zuvor, wodurch Timing und Präzision der Aktionen nicht unbedingt mit 100%iger Genauigkeit erfolgen müssen. Zum anderen ist die Anzahl der Savepoints äußerst großzügig gesetzt – das mehrfache Durchspielen ungeliebter Abschnitte bleibt einem daher in aller Regel erspart. Die gute Speicherfunktion ist im Spiel allerdings gar nicht mal so notwendig, da auf nervige Try-and-Error-Passagen nahezu gänzlich verzichtet wurde. Fast immer hat man die reelle Chance, Gefahren zu erkennen und dementsprechend richtig zu reagieren. Frust kommt im Spiel daher nicht auf.

Es wird scharf geschossen
Neben den oben bereits erwähnten Hüpf- und Hangeleinlagen erwartet den Spieler in Tomb Raider: Legend aber auch eine Menge Action. So gibt es in regelmäßigen Abständen geradezu exzessive Ballereinlagen, die aufgrund der oft hohen Anzahl an Gegnern besonders intensiv durchlebt werden. Dabei fällt vor allem die sehr gute Animation von Lara ins Auge: Gerade während ihrer Ausweichmanöver mit den Pistolen im Anschlag vollführt sie wunderschön anzusehende Manöver, die teilweise an die spektakulären Bewegungen aus Matrix erinnern.

Zwischen all dem Schießen und Klettern gibt es aber in jedem Level auch wieder große Rätseleinlagen. Diese Aufgaben sind so ausgeklügelt, dass sie manchen Spieler sicherlich Kopfzerbrechen bereiten werden. Da Hinweise zur Lösung recht spärlich sind, kommt man meistens nur durch Ausprobieren weiter. Ob man das nun als negativ oder positiv bewerten soll, bleibt jedem Leser selbst überlassen: Herausforderungen sind jedenfalls garantiert.

Höllenmaschine auf zwei Rädern
Ein neues Element im Vergleich zu den bisherigen sechs Tomb-Raider-Titeln sind die Motorradsequenzen, die sich leider nicht so ganz harmonisch in das Spiel einfügen wollen. Hat sich Lara erst einmal auf die Maschine geschwungen, beschränken sich die dann folgenden Handlungen in allererster Linie auf das Abknallen motorisierter Gegner. Das bringt zwar Abwechslung in den Hüpfalltag, hinterlässt aufgrund der unpräzisen Steuerung und der mäßig designten Passagen aber eher gemischte Gefühle.

Spielerisch kann das Spiel ansonsten aber vollends überzeugen, das Gameplay wurde wie versprochen an den ersten Teil der Serie ausgerichtet. Und so begeistert das Spiel durch jene Mischung, die bereits dem Ur-Tomb-Raider zum Erfolg verhalf: in mystischer Atmosphäre klettern und springen, nach Artefakten suchen, clevere Rätsel lösen und Gegnern den Garaus machen.

Technischer Fortschritt
Aber auch technisch braucht sich Tomb Raider: Legend nicht zu verstecken. Trotz einiger Ruckler auf HDTVs weiß die Grafik zu überzeugen und bietet schöne Texturen und Lichteffekte. Auch wenn das Spiel diesbezüglich sicherlich nicht ganz mit den Top-Titeln der Xbox 360 mithalten kann, hinterlässt Laras siebtes Abenteuer einen ausgezeichneten Eindruck, was auch der erstklassigen Präsentation zu verdanken ist: stimmige Zwischensequenzen, eine sehr gute Synchronisation sowie ein atmosphärischer Soundtrack, der zu den besten zählt, den die Serie jemals hervorbrachte, machen das Spiel zu einem Pflichtkauf aller, die auch schon Prince of Persia & Co. nicht mehr aus der Hand legen wollten.

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03.04.2006, 16:29 Uhr

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