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Call of Juarez: Bound in Blood
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Call of Juarez: Bound in Blood - John Wayne lässt grüßen

18.07.2009 / 14:28 Uhr / Marc Friedrichs

Shooter gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Hier müssen Nazis als Gegner herhalten, dort muss man sich gegen böse Außerirdische zur Wehr setzen. Aber im Grunde geht es immer nur um das eine: Ballern bis die Knarre glüht. Einen etwas anderen Weg gehen Entwickler Techland und Publisher Ubisoft mit "Call of Juarez" - zumindest was das Szenario angeht. Hier zieht man sich nämlich einen Cowboyhut über und macht den Wilden Westen unsicher. Was 2007 mit dem ersten Teil sehr gut geklappt hat, will man nun mit "Call of Juarez: Bound in Blood" wiederholen. Wir haben uns für euch aufs Pferd geschwungen. Was wir bei unserem Besuch in der Prärie erlebt haben, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

1864. Die beiden Brüder Ray und Thomas McCall kämpfen im US-Bürgerkrieg auf der Seite der Konföderation. Als sie erfahren, dass die Nordstaaten eine neue Offensive starten und dabei gefährlich nahe an das Zuhause der beiden Jungs kommen, begehen sie Fahnenflucht, um ihre Heimat zu schützen. Doch als sie ihre Farm erreichen, ist es zu spät. Das Haus gleicht einem Trümmerfeld und die Mutter ist gestorben. Nur ihr kleiner Bruder William, ein Priester, kann die beiden Deserteure in Empfang nehmen. Während die konföderierte Armee die beiden Ausreißer sucht, wollen die drei McCalls ihr Zuhause wieder aufbauen. Da dieses Vorhaben nicht ganz billig wird, brechen sie nach Mexiko auf, um den legendären Goldschatz "Call of Juarez" zu finden. Da auch andere finstere Gestalten darauf aus sind, ist Ärger natürlich vorprogrammiert. Vor allem weil ebenfalls eine hübsche Señorita die Köpfe von Ray und Thomas verdreht...

In 16 Levels spielt man nun in "Bound in Blood" den Revolverheld und erlebt, wie sich die beiden kampflustigen Brüder Ray und Thomas immer weiter von einander entfernen. Man sagt, Blut sei dicker als Wasser. Aber ein Goldschatz und das Herz einer Frau können auch solch raue Typen durchaus aus der Ruhe bringen.

Um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Nein, der zweite Teil kann dem 2007er Titel nicht das Wasser reichen. Und das liegt vor allem am Gameplay. Im Gegensatz zum Vorgänger spielt sich das Ganze nämlich deutlich linearer ab und strotzt nur so vor gescripteten Ereignissen. Dazu heißt es immer nur schießen, schießen und nochmals schießen. Was Techland hier präsentiert grenzt teilweise an Ideenlosigkeit. Von Mission zu Mission stehen dem Spieler Massen an Gegnern gegenüber. Hat man diese erledigt, taucht hinter der nächsten Ecke weiteres Kanonenfutter auf. Gerade am Anfang des Spiels wirkt das ganze etwas zu eintönig.

Da hilft es auch nicht, dass man vor jeder Mission wählen kann, mit welchem der beiden Charaktere man ins Feld ziehen will. Angeblich haben die zwei McCalls zwar unterschiedliche Fähigkeiten - der eine ist gut im Nahkampf während der andere z.B. gnadenlos gut mit dem Lasso umgehen kann usw., aber im Endeffekt spielt sich "Call of Juarez: Bound in Blood aus beiden Perspektiven nahezu identisch. Wer nicht auf der Jagd nach Gamerscores ist, muss die Einspielerkampagne also nicht zwangläufig ein zweites Mal mit einem anderen Charakter spielen.

Während die eigentlichen Missionen wie erwähnt sehr linear verlaufen, hat Techland aber auch Abschnitte ins Spiel integriert, die einem Open-World-Spiel ähneln. Hier kann man diverse Aufträge annehmen und z.B. als Kopfgeldjäger oder Sicherheitsmann arbeiten und damit Geld verdienen, welches man in Shops wiederum in bessere Waffen und Munition investieren kann. Dabei muss man dann durch eine leblose Prärie reiten, um zum Zielort zu gelangen. Doch auch hier am Ende immer dasselbe: Feinde ausschalten, bis schließlich der Obergegner erscheint. Nun kommt dann immer das berüchtigte Pistolenduell zum Einsatz, das auch während der Missionen immer wieder im Spiel vorkommt. Mit dem einen Stick kann man sich bewegen, wobei man immer darauf achten sollte, dass man dem Gegner genau gegenüber steht. Mit dem anderen Stick bewegt man seine Hand, die möglichst nahe an der Pistole sein sollte. Ertönt eine Glocke heißt es schnell Waffe ziehen und abdrücken. Was anfangs etwas schwierig ist, wird nach etwas Übung schnell zur Pflichtaufgabe und somit etwas langweilig.

Und dabei hätte "Bound of Blood" durchaus das Zeug zum Hit. Optisch macht das Ganze z.B. einen sehr guten Eindruck - auch wenn Tearing-Effekte nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Besonders im späteren Verlauf der Spiels kommt man immer wieder in Gegenden, die einem Postkartenmotiv nachempfunden zu sein scheinen. Auch das Charakterdesign und die Texturen wissen durchaus zu gefallen. Da fragt man sich wirklich, warum das Gameplay so lieblos inszeniert worden ist. Nicht falsch verstehen: Hinter dem Spiel versteckt sich noch immer ein äußerst solider Shooter. Nur die Atmosphäre, die Teil eins versprüht hat, sucht man im Nachfolger vergeblich. Erst gegen Ende des Spiels taucht urplötzlich wieder dieses coole Feeling auf. Doch dann nähert man sich auch schon wieder dem Showdown.

Wenn man von der deutschen Synchronisation einmal absieht, die wie so oft keine Preise gewinnt, kann aber auch der Rest des Spiels durchaus überzeugen. Die Story ist nett gestrickt und hat man sich einmal durch die Kampagne gekämpft, warten freigeschaltete Extras wie Konzeptgrafiken oder Fotos und ein solider Multiplayermodus für bis zu 12 Teilnehmer inkl. freischaltbarer Charaktere auf den Spieler.


1 Fazit

Detailseite: Alle Infos zum Spiel
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29.10.2009 / Patch verfügbar 04.08.2009 / Erstes Kartenpaket 18.07.2009 / Der Western-Shooter im Test

Kommentare

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PadishahWND
Hm...schade, hätte es gern mal gezockt. Aber mit wenig Abwechslung und geradlinigem Gameplay kann ich gar nichts anfangen. Cooler Test!!!

20.07.2009 / 11:54 Uhr / PadishahWND

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