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Avatar: Das Spiel
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Avatar: Das Spiel - Blaue Männchen auf dem Prüfstand

16.12.2009 / 12:10 Uhr / Dimitri

Diesen Donnerstag hat das Warten für alle Fans von James Cameron endlich ein Ende, denn dann kommt endlich sein neuster Science-Fiction-Film "Avatar – Aufbruch nach Pandora" in die Kinos. Um den Hype um den Film auch ordentlich in die Gänge zu bringen, hat Cameron in Zusammenarbeit mit Ubisoft schon vor Kinostart das Spiel zum Film unter dem viel versprechenden Namen "James Cameron's Avatar: Das Spiel" veröffentlicht. Das bereits gezeigte Material zum Spiel lässt vermuten, dass es sich dabei ausnahmsweise einmal um eine gute Lizenzversoftung handeln könnte. Ob dem wirklich so ist, lest ihr in unserem Test.

Das Handlung des Spiels wirft euch ohne große Umschweife direkt ins kalte Wasser. Nachdem ihr euren Charakter gewählt habt, taucht ihr sofort ohne große Erklärung in den Konflikt zwischen Menschen und Na'vi ein. Wer sich vorher also nicht mit der Handlung des Films auseinandergesetzt hat, steht zu Beginn des Spiels etwas dumm da. Ihr wisst nur, dass ihr als Signalexperte im Auftrag der RDA Corporation auf dem Planeten Pandora unterwegs seit - warum und wofür wird nicht deutlich. Zum Glück habt ihr jederzeit im Spiel Zugriff auf die sogenannte Pandorapedia, über die ihr detaillierte Information zu so ziemlich allem was euch auf dem fremden Planeten begegnet bekommt. Durch Nachlesen findet ihr also heraus, dass den Menschen im Jahr 2154 die Rohstoffe auf der Erde ausgegangen sind und dass sie jetzt in den Weiten des Alls ihr Glück versuchen. Der erst kürzlich entdeckte Planet Pandora stellte sich mit seinem Rohstoffreichtum als wahre Goldgrube heraus und wurde somit Ziel der Menschen. Der Abbau erwies sich jedoch als schwierig, denn die Ureinwohner des Planeten, eine intelligente humanoide Spezies mit blauer Haut, die Na'vi, die seit Beginn der Zeit auf Pandora im Einklang mit der Natur leben, bekämpfen die Menschen. Um die Na'vi zu überlisten, haben die Menschen eine Technologie entwickelt, die den Codenamen Avatar trägt, mit der sie die Gestalt der Ureinwohner annehmen können. Die Idee mit der Pandorapedia ist wirklich nicht schlecht, um weiterführende Informationen zum Ökosystem von Pandora zu bekommen. Einen kurzen Vorspann, der die wichtigsten Hintergrundinformationen rund um "Avatar" kurz zusammenfasst, hätte den Einstieg für Neulinge jedoch sicherlich einfacher gemacht.

Nach etwa einer halben Stunde Spielzeit, die hauptsächlich mit simplen Aufgaben wie gehe zum Auftraggeber A und töte zehn Wölfe, kehre dann zu Auftraggeber B zurück und sammle fünf Zellproben ein aufwartet, gilt es dann eine erste folgenschwere Entscheidung zu treffen, die leider auch schon die Letzte ist, vor die der Spieler im ganzen Spielverlauf gestellt wird. Ihr seid einem Saboteur auf die Schliche gekommen, der euch kurz zuvor offenbart hat, welche schrecklichen Auswirkungen das Handeln der Menschen auf die Na'vi hat und bittet euch sich ihm anzuschließen. Ihr könnt nun entscheiden, ob ihr euch ihm anschließt oder ihn einfach über den Haufen ballert und weiter auf der Seite der Menschen spielt. Je nachdem was ihr wählt, könnt ihr zwei komplett unterschiedliche Kampagnenstränge verfolgen. Diese zwei Handlungsstränge unterscheiden sich spielerisch, wenn man einmal das ohnehin inspirierte Missionsdesign auf beiden Seiten vernachlässigt, mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden. Habt ihr euch dazu entschieden dem Saboteur zu helfen, seid ihr ab sofort nur noch als Na'vi unterwegs. Als Waffen nutzt ihr somit vorzugsweise Doppelklingen, Kampfstäbe und Keulen und habt als Fernkampfwaffe nur einen Bogen oder eine Armbrust bei euch, während euch als Mensch ausschließlich Fernkampfwaffen wie Maschinengewehre, Granatwerfer und Flammenwerfer zur Verfügung stehen.

Als Na'vi könnte ihr die Natur dazu nutzen, eure Gegner zu bekämpfen, indem ihr z.B. ein Rudel Wölfe heraufbeschwört. Als Mensch müsst ihr euch hingegen vor der Natur in Acht nehmen, denn ihr werdet von fast jedem Tier angegriffen und selbst die Flora ist euch meist nicht friedlich gesinnt. Deshalb bekommt ihr als Mensch auch Erfahrungspunkte, wenn ihr Tiere und Pflanzen vernichtet, als Na'vi habt ihr davon natürlich keinen Nutzen. Der Rollenspielaspekt mit den Erfahrungspunkten ist übrigens recht rudimentär gemacht. Für jeden getöteten Gegner und jede erfüllte Aufgabe gibt es Erfahrungspunkte, mit denen man regelmäßig automatisch neue Fähigkeiten, Waffen und Rüstungen freischaltet. Kommen während der ersten paar Stufenaufstiege noch regelmäßig neue Waffen und Fähigkeiten dazu, ist die Auswahl nach einigen Stunden Spielzeit bereits ausgereizt. Von diesem Zeitpunkt an folgen leider nur noch Waffen, die sich von den bereits Freigeschalteten lediglich etwas im Aussehen und in der Angriffsstärke unterscheiden. Auch zu den Fähigkeiten, von denen es pro Rasse, also Mensch oder Na'vi, je acht gibt, folgen nach kurzer Zeit leider keine Neuen mehr. Kein Wunder, dass man sich deshalb nicht wirklich darum sorgt, so viele Erfahrungspunkte wie möglich zu sammeln, denn um im Spiel voran zu kommen, sind sie auch nicht wirklich nötig. Das macht leider auch die großzügig verteilten Nebenmissionen zu Nichte, denn diese bringen nur ein paar unnötige Erfahrungspunkte.

Um auf den weitläufigen Arealen von Pandora, die leider nicht komplett offen sondern nur auf vorgesehenen Wegen begehbar sind, schneller voran zu kommen, stehen allerlei Fahrzeuge bzw. Reittiere zur Verfügung. Als Mensch könnt ihr in Boote, Geländewagen, Helikopter und Kampfroboter steigen, während euch als Na'vi sechsbeinige Pferde und Flugdrachen zu Diensten stehen. Leider ist die Steuerung in der Luft viel zu schwammig und unpräzise, was das Fliegen stellenweise zu einer echten Qual macht. Hinzu kommt, dass man in der Luft nicht selten mal eine unsichtbare Mauer, die die Spielwelt beschränkt, rammt.

"James Cameron's Avatar: Das Spiel" kann besonders mit der Dschungelumgebung punkten. Kein Wunder, immerhin wurde diese mit der selben Engine wie schon in "Far Cry 2" erschaffen. Besonders bei Nacht, in der Pandora in ein schimmerndes UV-Licht gehüllt ist, kann man sich an der Umgebung kaum satt sehen. Kleinere Technikschnitzer wie z.B. Popups fallen dabei tatsächlich erst beim genauerem Hinsehen auf. Man könnte fast meinen, die Entwickler haben die Welt, in der "Avatar" spielt, nahezu perfekt nachgebaut, würde nicht eine Reihe von groben Fehlern die allein durch die schicke Grafik erzeuge Atmosphäre kaputt machen. Während die Animationen von Na'vi und Menschen noch recht gut gelungen sind, bewegen sich alle anderen Tiere, als hätten sie einen Stock im Allerwertesten und auch die Animationen der Kampfroboter der Menschen sind nicht von dieser Welt. Des Weiteren ist die deutsche Synchronisation eine echte Zumutung und wirkt besonders auf Seite der Menschen eher lächerlich. Ein weitere Kritikpunkt ist die tatsächlich dümmste KI, die man seit langem bestaunen kann. Es ist so z.B. ohne Weiteres möglich sich neben einen Gegner zu stellen, ohne von diesem angegriffen zu werden. Und selbst wenn man den Kollegen eines Gegners vor seinen Augen niederstreckt, ist das für die KI von "Avatar" anscheinend noch lange kein Grund das Feuer zu eröffnen. Im Gegensatz dazu steht der geniale Soundtrack, die ruppigen Waffensounds und die bereits erwähnte gut gelungene grafische Umsetzung.

Zum Schluss noch einige Worte zum Mehrspielermodus von "James Cameron's Avatar: Das Spiel": Mit bis zu 16 Spielern kann man sich über Xbox Live in den fünf Spielmodi Deathmatch, Capture the Flag, Capture and Hold, King of the Hill und Endkampf messen. Die vier Erstgenannten dürften wahrscheinlich jedem bekannt sein. Bei Endkampf muss man als Na'vi versuchen, drei Raketensilos der Menschen zu vernichten, während man als Mensch natürlich versucht diese zu verteidigen. Der Mehrspielermodus funktioniert an sich recht ordentlich, leidet aber deutlich darunter, dass man oft nicht genügend Mitspieler findet - zumindest jetzt noch nicht.


1 Fazit

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16.12.2009 / Das Spiel zum Film im Test

Kommentare

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Master_leo_chief
nice test !

16.12.2009 / 20:47 Uhr / Master_leo_chief

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