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Pro Evolution Soccer 6 - 11 Freunde müsst ihr sein

Marc Friedrichs

von Marc Friedrichs

26.10.2006, 15:19 Uhr

Kaum eine Sportspielserie kann so viele Fans aufweisen wie Pro Evolution Soccer von Konami. Das ist gerade auch deshalb erstaunlich, weil es mit der FIFA-Reihe von Electronis Arts eine knallharte Konkurrenz gibt. Welches Spiel von beiden nun die besseren Qualitäten hat, ist bei den jeweiligen Fanlagern stark umstritten. Aber auch hartgesottene FIFA-Fans müssen dem Japan-Kick neidlos anerkennen: Der Grad an Realismus ist unübertroffen. Ob das auch beim sechsten Teil der Reihe so bleibt, erfahrt ihr in unserem Test.

Eins ist klar: Vorschußlorbeeren verteilen wir hier in der Redaktion nicht. Als Konami aber ankündigte, das Pro Evolution Soccer 6 auch auf der Xbox 360 erscheint, war die Freude groß. Schließlich hat Microsofts Konsole soviel Power, um das beste PES zu ermöglichen, was jemals auf die Spieler losgelassen wurde. Allerdings wurde der 360-Version auch nur die kürzeste Entwicklungszeit spendiert. Ob sich das auf das Spiel auswirkt?

Anstoß
Ist das Spiel erst einmal gestartet, findet man sich auch als Neueinsteiger erfreulich schnell zurecht. Während man von Inter Mailands Stürmer Adriano begrüßt wird, zeigt das Menü sofort, was den Spieler erwartet: Einzelspiel, Meister-Liga, Liga, Pokal, Xbox Live und Training sowie Editor und Optionen.

Bis zum eigentlichen Spielbeginn bleibt für alte Hasen somit alles wie gewohnt - lediglich in neuer Aufmachung. Das Lieblingsteam wird gewählt, die Rahmenbedingungen wie Spielstärke, Spielerform, Tageszeit und Balltyp werden bestimmt und über das Wunschstadium entschieden. An dieser Stelle wird man auch gleich mit der ersten Schwachstelle in der 360-Version konfrontiert: Lediglich acht Stadien haben es in die Version geschafft. Das hinterläßt dann doch eher einen etwas notdürftigen Eindruck, zumal Xbox-, PS2- und PC-Version mehr Arenen spendiert bekommen haben.

Gespielt wird auf dem Platz
Hat man sich dann für Aufstellung, Formation etc. entschieden, beginnt auch endlich das eigentliche Spiel. Fernab der durchaus netten Optik fühlt sich die Steuerung dann aber nicht immer so an, wie man es von Pro Evolution Soccer gewohnt ist: Man hat öfters das Gefühl, dass die Spieler ein gewisses Eigenleben führen und nicht immer die gewünschten Kommandos ausführen. Als wäre dieser Umstand nicht schon ärgerlich genug, schleichen sich zudem gewisse Verzögerungen bei der Ausführung ein, die in den Vorgängern in dieser Form schlichtweg nicht vorhanden waren. Bisher ragte die Serie vor allem deswegen heraus, weil man als Spieler stets das Gefühl hatte, Herr des Spiels zu sein. Bekam man ein Gegentor eingeschenkt, konnte man sich sicher sein, selbst den Bock geschossen zu haben. PES 6 bietet in diesem Punkt leider wesentlich mehr Angriffsflächen.

Fans müssen jetzt aber nicht Bange sein, denn "schlecht" ist das Spiel nun wirklich nicht. Zum Glück ist nämlich auch vieles beim Alten geblieben: Die Ballphysik kann weiterhin als phantastisch bezeichnet werden und sollte den FIFA-Entwicklern eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben. Zudem wirken gespielte Pässe äußerst authentisch und auch die Animationen, die im Vergleich zu den anderen Versionen noch mal ordentlich aufgepeppt wurden, sind sehr schön anzuschauen. Aber auch die Torhüter haben vom Entwicklerteam rund um Shingo "Seabass" Takatsuka ein Extratraining aufgebrummt bekommen. So haben diese fast schon spektakuläre Paraden parat und halten einen höheren Prozentsatz an Bällen fest.

Spieler mit einem ausgeprägten Flügelsystem werden sich zudem darüber freuen, dass die Flanken endlich wieder hart und präzise im Strafraum ankommen und dass das Kopfballspiel wesentlich effektiver wirkt. Aber auch die Unparteiischen liefern im sechsten Teil der Reihe eine solide Leistungen ab und erlauben eine gewisse Härte. Ständige Spielunterbrechungen wie im Vorgänger gehören also glücklicherweise der Vergangenheit an.

Zum Thema Gameplay bleibt also festzuhalten, dass Konami eher einen Schritt zurückgegangen ist. Verbesserungen sucht man vergebens, zudem sind kunstvolle Dribbling dank der etwas unpräzisen Steuerung kaum noch möglich. Trotz aller Kritikpunkte bleibt aber ein Spielerlebnis, dass Seinesgleichen sucht. Vor allem weiß die überarbeitete KI der gegnerischen Spieler in wirklich allen Situationen zu überzeugen.

Wo ist denn die Bundesliga?
Kommen wir zum Thema Lizenzen. Und da darf man sich nichts vormachen: FIFA hatte diesbezüglich schon immer die besseren Karten, woran auch Pro Evolution Soccer 6 nicht im geringsten etwas ändern wird. Neben einigen Teams in Originalbesetzung gibt es weiterhin die bereits aus den früheren Teilen bekannten Phantasie-Mannschaften. Besonders traurig für alle deutschen Fußballfans dürfte aber die Tatsache sein, dass außer dem FC Bayern München kein (!) Bundesligaverein im Spiel vertreten ist. Entsprechende Lizenzen wollte die DFL, die die Rechte ausgenommen der Münchner Bayern inne hat, leider nicht vergeben.

Wer jetzt meint, der beigefügte Editor könnte das Problem lösen, muss leider enttäuscht werden. Dieser ist nämlich sehr bescheiden ausgestattet - und zwar wie noch nie in der mittlerweile recht langen Historie von Pro Evolution Soccer: Vereine können nicht editiert werden, Trikots erst recht nicht und die Spielerkader ebenso wenig wie Stadion- oder Liganamen. Die einzige Option, die sich bietet, ist ungelogen "Spieler bearbeiten". Und auch dort wurde noch einmal ordentlich abgespeckt. Lediglich Name, Größe, Alter und spezielle Fähigkeiten des Spielers können bearbeitet werden. Da tröstet es nur wenig, dass einige Ligaclubs und Nationalmannschaften jetzt neu im Spiel vertreten sind.

Gut dass wenigsten die Spielmodi keine "Verbesserungen" durchleben mussten: Liga, Pokal, Meisterliga und Trainig wissen wie gewohnt zu überzeugen, wobei man sich in den beiden ersteren seine Gegnerschar zusammenstellt und im Falle eines Gesamtsieges mit jeweils 40 Gamerscorepunkten belohnt wird.

11 Freunde müßt ihr sein
Hinterläßt Pro Evolution Soccer 6 bis zu dieser Stelle eher einen gemischten Eindruck, kann der Mehrspielerpart über Xbox Live wieder vollends überzeugen. Bei unseren Probespielen gab es nur in seltenen Fällen Verbindungsprobleme und auch Ruckler sind im eigentlichen Spiel kaum auszumachen. Schade ist nur, dass erneut auf eigene Ligen verzichtet wurden. So stehen wie gewohnt nur einzelne gewertete und nicht-gewertete Spiele zur Verfügung.

Was die Grafik angeht, scheiden sich nicht nur in der Redaktion die Geister. Die einen erkennen einen deutlichen Fortschritt, während sich die anderen über die geringen Verbesserungen ärgern. Wenn man sich PES 6 nämlich mal etwas genauer ansieht, kann man nur schwer übersehen, dass man bei Konami auf die alte Grafikengine gesetzt hat. Aus dieser wird zwar sicherlich das Maximum herausgeholt, eine Xbox 360 hätte dort aber mit Sicherheit mehr Möglichkeiten bieten können. So machen Stadien und Spielfeld einen netten Eindruck, während die Charaktere auf dem Platz ein paar mehr Details hätten spendiert bekommen kkönnen. Schön sind dagegen wieder die Tatsachen, dass das Spiel endlich einen 16:9-Modus aufweist und das jetzt auch zwei Linienrichter den Weg auf den virtuellen Platz gefunden haben.

Was die Kommentare angeht, sitzen erneut Wolf Fuss und Hansi Küpper am Mikrofon. Das sich auch hier die Sprüche im Laufe des Spiels wiederholen, ist klar, allerdings wirkt das ganze nicht mehr so nervig wie in manch anderen Sportspielen. Die Analysen passen in der Regel zum Spielgeschehen und erfreuen den Spieler durch die etwas lockerere Art.

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26.10.2006, 15:19 Uhr

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