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Cowboys & Aliens - Erster Kontakt, letzter Widerstand

07.02.2012 / 23:01 Uhr / Paul Hackspacher

Adaptieren von zuvor etablierten Geschichten in anderen Medien ist immer ein Geben und Nehmen. Storys, die bereits in ihrem ursprünglichen Medium populär sind, verhelfen einem Film schon vor Release zu Publicity, erwecken aber auch Erwartungen, die erst einmal eingehalten werden müssen. Andererseits können gute Umsetzungen eine untergegangene Vorlage in den Fokus der Gesellschaft rücken, drohen andererseits auch ihr Quellmaterial vielleicht zu überschatten. Jon Favreaus SciFi-Western "Cowboys & Aliens" basiert auf dem gleichnamigen Comic von 2006, der nicht zuletzt aufgrund schlechter Bewertungen in Vergessenheit geriet. Ob der fünf Jahre später erschienene Film dasselbe Schicksal erleidet?

Die Story beginnt wie viele andere auch: Mit einem Mann ohne Erinnerung (Daniel Craig). Dieser wacht in der Wüste Arizonas auf, mit einer Wunde am Bauch, einem Foto einer Frau und einem seltsamen metallischen Armband an der linken Hand. In der nächstgelegenen Stadt findet er nicht nur heraus, dass ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wurde, sondern auch, dass der Geschäftsmann Colonel Dolarhyde (Harrison Ford) noch eine persönliche Rechnung mit ihm zu begleichen hat, da dieser behauptet, von dem Gedächtnislosen bestohlen worden zu sein. Und während sich der Colonel noch mit dem hiesigen Sheriff um die Auslieferung streitet, erscheinen unbekannte Flugzeuge am Nachthimmel, legen einen Großteil der Stadt in Trümmer und kidnappen Teile der Bevölkerung. Da das mysteriöse Armband eine Waffe der Aliens scheint, schließt sich Jake Lonergan, wie der Name des Gesuchten lautet, den Hinterbliebenen bei der Rettungsmission an, selber auf der Suche nach Antworten und seiner Identität. Ihnen folgt die schöne Ella (Olivia Wilde), die selber schon einmal Zeugin von Angriffen der Aliens war und nun mithelfen will, den Invasoren ein Ende zu setzen.

Zunächst muss einmal erwähnt werden, dass "Cowboys & Aliens" nichts von der Leichtigkeit, Unbeschwertheit und dem Humor von anderen SciFi-Western wie "Zurück in die Zukunft III" oder "Wild Wild West" hat. Der Film ist von vorne bis hinten ein Actionstreifen mit allem, was dazu gehört. Das bedeutet für den Zuschauer einerseits eine dichte Atmosphäre, beeindruckende Effekte und imposante Kampfszenen, andererseits aber auch eine dünne Story mit vielen Plot-Annehmlichkeiten und den unvermeidbaren Logikfehlern. Beispielsweise kommt es insgesamt dreimal während der Handlung vor, dass die Hauptcharaktere gefangen genommen werden und durch einen zeitlich perfekt abgestimmten Angriff der Aliens gerettet werden. Beim ersten Mal lässt sich das noch auf glücklichen Zufall schieben, beim zweiten Mal hebt man als Zuschauer schon die Augenbraue, aber beim dritten Mal wirkt es nur noch lächerlich und entfremdet das Publikum durch seine Unglaubwürdigkeit von der Story. Und ohne zu viel verraten zu wollen: der Grund, aus dem die Außerirdischen überhaupt angreifen, gehört wohl mit zum Absurdesten, was Hollywood seit Langem hervorgebracht hat.

So unglaubwürdig der eigentliche Plot auch sein mag, die Figuren sind obskurerweise hervorragend ausgearbeitet und porträtiert. Die Charakterentwicklung ist vorzüglich und stets glaubwürdig. Es macht regelrecht Spaß, die einzelnen Personen dabei zu beobachten, wie sie mit der Situation, in die sie geschlittert sind, umgehen und dabei über sich selber herauswachsen. Das lässt sich zu einem großen Teil natürlich auf das grandiose Schauspiel zurückführen. Am hervorstechendsten ist hierbei Harrison Ford, der in seiner Rolle aufgeht und alle Facetten eines vielschichten Charakters mit harter Schale aber weichem Kern darstellt. Auch Daniel Craig trifft seine Figur ziemlich gut, obwohl oder gerade weil er nur den typischen Steven-Seagal/Vin-Diesel-Gesichtsausdruck an den Tag legt - nämlich gar keinen. Olivia Wildes Leistung hingegen lässt sich schwer einschätzen, weil der Charakter trotz seiner Storyrelevanz nur wenig Screentime erhält und man dadurch nicht beurteilen kann, wie er nun eigentlich dargestellt sein soll. Bei den Nebencharakteren ist der Bulk gespalten: Die eine Hälfte ist ähnlich gut ausgearbeitet und dargestellt, wie beispielsweise der Barkeeper und Arzt des Städtchens (Sam Rockwell), der über seinen eigenen Schatten springen muss, um seine Frau zu retten. Oder Dolarhydes rechte Hand, ein als Kind verwaister Indianer (Adam Beach), der vom Colonel großgezogen wurde und eine problematische Vater-Sohn-Beziehung zu seinem eigentlichen Arbeitgeber besitzt. Der Rest hingegen wirkt flach und eindimensional und scheint nur aus Stereotypen zu bestehen. Besonders der Stamm der Apachen, der später im Film auftaucht, wirkt arg klischeebehaftet.

Mit den Effekten ist das so eine Sache. Um nicht gleich alles Pulver zu Beginn des Filmes zu verschießen, hat man sich dazu entschlossen, die Aliens anfangs gar nicht und ihre Maschinen nur flüchtig zu zeigen. Was den Zuschauer gespannt halten soll, wirkt aber etwas irritierend, denn wieder kommt dieser ominöse Nebel zum Einsatz, der auch schon in "Red Riding Hood" das Sichtfeld begrenzt hat. Mit der Zeit bessert sich das aber stark und spätestens beim Showdown lassen sich alle Special Effects in ihrer ganzen Glorie bewundern. Diese sind dabei qualitativ hochwertig und sehr detailliert ausgearbeitet. Gleiches gilt auch für Requisiten, wie etwa die mechanischen Flugmaschinen, das Armband mit der Laserwaffe und andere Objekte der Außerirdischen. Die Kostüme der Schauspieler sind auch sehr authentisch, wenn auch ein wenig karg und ohne viele Details. Hingegen bekommt der Film einen großen Pluspunkt für die Szenerie. Gebäude wie Saloons sehen zwar aus wie in jedem anderen Wild-West-Film auch, aber dafür wirken die Szenen in Freiluftarealen sehr lebendig, da man auch an tatsächlich Western-artigen Drehorten wie unter anderem Santa Fe, New Mexico, gefilmt hat, die schon von Werken wie "True Grit", "No Country for Old Men" und "The Book of Eli" genutzt wurden.

Kompliment auch an den Soundtrack des Filmes. Er klingt genug nach Western, um in die Optik zu passen, ist andererseits aber auch frisch, episch und wirkt in SciFi-Szenen nicht befremdlich. Die Musik ist zwar nicht ikonisch und dürfte keinerlei Wiedererkennungswert haben, unterstreicht aber die Szenen großartig und mehr kann man sich für die stimmige Untermalung auch nicht wünschen. Die Sprecher hingegen sind nicht gerade das Gelbe vom Ei. Zwar übernimmt wieder Dietmar Wunder wie schon in den "James Bond"-Filmen die Stimme von Daniel Craig und auch der altbekannte Sprecher von Harrison Ford, Wolfgang Pampel, ist mit dabei. Aber beide klingen nicht immer sehr überzeugend. Auch spricht Maren Rainer zum ersten Mal Olivia Wilde, und selbst wenn sie ihre Arbeit recht passabel erledigt, wirkt ihre Tonlage etwas zu zierlich für eine knallharte Westernbraut. Die restlichen Sprecher bekleckern sich ebenfalls nicht gerade mit Ruhm, oftmals wirken die Worte wie abgelesen, mit wenig Modulation und nicht alle Stimmen scheinen zum Schauspieler zu passen. Gelegentliche Asynchronität bei den Lippenbewegungen und halbherzig übersetzte Wortwahl tun ihr Übriges. Vermutlich hat man sich nicht sonderlich ins Zeug gelegt, um einen "stumpfsinnigen Actionfilm" gut zu vertonen.

Zune: Cowboys & Aliens


1 Fazit

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