Hallo Gast » Login oder Registrierung
NETZWERK

Artikel-Highlights

Immortals Fenyx Rising - Testbericht

Immortals Fenyx Rising

01. Dezember / Testbericht

Call of Duty: Black Ops Cold War - Testbericht

Call of Duty: Black Ops Cold War

21. November / Testbericht

Assassin's Creed: Valhalla - Testbericht

Assassin's Creed: Valhalla

09. November / Testbericht

News-Highlights

Xbox Series X und S sind da
Habt ihr eure Konsole schon?

10.11.2020 / 10:03 Uhr / 8 Kommentare

Wir feiern einen ganz besonderen Tag
Xbox Aktuell wird heute 15 Jahre alt

01.11.2020 / 11:50 Uhr / 6 Kommentare

Microsoft auf Einkaufstour
ZeniMax mit Bethesda, id Software etc. jetzt Teil der Xbox Game Studios

21.09.2020 / 15:50 Uhr / 10 Kommentare

Xbox Series X
Leak bestätigt Preis und Termin

08.09.2020 / 06:36 Uhr / 6 Kommentare

Verschiebung von Halo Infinite
Outsourcing und TV-Serie tragen Mitschuld

19.08.2020 / 15:40 Uhr / 10 Kommentare

Werbung

Verblendung - Von Schweden und Amerikanern

30.05.2012 / 12:17 Uhr / Wolfgang Kern

"Aus Alt mach Neu" oder so ähnlich ist schon länger Hollywoods Motto. Aber gerade in den letzten Jahren hat sich das amerikanische Filmgeschäft immer stärker auf Remakes diverser Filme konzentriert und erzielte dabei, in den meisten Fällen zumindest, ordentlich Gewinn. Neben den etwas älteren Vorlagen wie "Nightmare on Elm Street" oder "The Texas Chainsaw Massacre" wurden auch viele Filme in Hollywood erneut produziert, welche noch nicht einmal zehn Jahre existierten. Mit "Verblendung" erschien 2011 bereits das Remake des ersten Teils der erfolgreichen Millennium-Trilogie von Stieg Larsson, welcher erst 2009 in Schweden verfilmt wurde. Zwar führte niemand geringerer als David Fincher dabei Regie, aber dennoch fragten sich viele Fans, ob nach so kurzer Zeit bereits ein Remake notwendig sei.

Dass der Remake-Wahnsinn von Hollywood manchmal etwas über die Stränge schlägt, bewies im Jahr 2007 der Film "Quarantäne". Basierend auf dem spanischen Horrorfilm "[Rec]" wurde mit noch im selben Jahr ein Remake veröffentlicht, welches aber qualitativ nie an das Original heran kam. Mit "Verblendung" sieht es ähnlich aus - aber nur auf dem ersten Blick. Die Geschichte, welchen vielen dank der erfolgreichen Buchreihe schon bekannt sein dürfte, dreht sich um den Enthüllungsjournalisten Michael Blomkvist (Daniel Craig), welcher bei seinem letzten Job selbst in das Visier seines Gegners geraten ist. Durch seinen geschädigten Ruf und spärlicher Job-Angebote nimmt er das Angebot von Henrik Vanger (Christopher Plummer) an und soll herausfinden, was mit dessen vermissten Lieblingsnichte vor über 14 Jahren auf einem Familientreffen passiert ist. Eine Leiche wurde nie gefunden und so blieb der Fall bis heute ungelöst. Jedes Jahr, kurz vor dem Jahrestag des Verschwindens, bekommt Vanger außerdem eine gepresste getrocknete Blume geschickt, welche, so vermutet Vanger, von dem Entführer beziehungsweise Mörder seiner Nichte kommt.

Anfangs eröffnen sich die Ermittlungen als wirklich schwieriges Unterfangen, bis plötzlich die junge Cyberermittlerin Lisbeth Salander (Rooney Mara)Interesse an dem Fall zeigt und Blomkvist unterstützt. Zusammen lösen sie ein Rätsel nach dem anderen und setzen so das Puzzle langsam zusammen. Dass sie dabei auf ein dunkles, gut gehütetes Geheimnis stoßen, ist vorprogrammiert. Wer das Buch beziehungsweise den schwedischen Film kennt, wird sofort bemerken, dass sich Finchers Adaption etwas näher am Buch orientiert und generell etwas düsterer und brutaler ausfällt. Man erkennt natürlich Finchers typische Handschrift, welche durch sehr düstere Bilder, raue Gewaltszenen und schmutzige Sets eine ganz eigene Atmosphäre entstehen lässt. Fincher hat sich zwar im Großen und Ganzen - bis auf kleinere Änderungen – an die Vorlage gehalten, aber das Ende dann doch etwas verändert, was dem Film aber keineswegs schadet, da er auch ohne weitere Fortsetzungen funktioniert. Zwar ist der Film durch und durch amerikanisch, spielt aber dennoch in Schweden und auch etliche Namen wurden beibehalten. Natürlich stellt sich dann doch die Frage, ob bei so wenigen Änderungen ein Remake überhaupt gerechtfertigt ist.

Ein größeres Plus von Finchers Version ist, dass sich die Charaktere teilweise sehr stark unterscheiden und dadurch auch anders definieren. Es ist wirklich schwer die Interpretationen von Salander aus beiden Filmen zu vergleichen, da Rooney Mara eine total andere Salander mimt als ihre schwedische Kollegin Noomi Rapace. Rooney Maras Interpretation von Salander ist schlichtweg eine Glanzleistung. Rooneys Salander wirkt zwar normaler, als die der Vorlage, ist aber dennoch sehr verstört, mit einem Hang zur Verletzlichkeit. Sie wirkt viel differenzierter, was eventuell einige Szenen etwas zu grotesk erscheinen lassen könnte. Rooney Mara lieferte hier eine echte Top-Leistung ab, wenn auch die Interpretation von Noomi Rapace einzigartig war.

Natürlich braucht eine Hollywood-Verfilmung auch einen Hollywood-Schauspieler. Fincher hat mit Daniel Craig die Rolle wirklich optimal besetzt. Da die Figur des Michael Blomkvist sehr komplex und kompliziert ist, war für viele Fans die Entscheidung, die Rolle mit Craig zu besetzten, nicht nachvollziehbar. Meiner Meinung nach hätte hier aber kaum einer besser gepasst. Daniel Craig spielt seine Rolle dermaßen gut und intensiv, dass man bereits in den ersten Minuten vergisst, dass der Schauspieler sonst eigentlich in etwas anderen Rollen zu sehen ist. Besonders die letzte Hälfte des Films, als Michael Blomkvist und Lisbeth Salander zusammengeführt werden, ist ein Highlight und ein wirklich großer Moment in Craigs Schauspieler-Karriere.

Wie schon erwähnt, präsentiert sich der Film sehr düster und schmutzig, was natürlich optimal zur Story und zur Atmosphäre passt. Aber besonders in High Definition macht der Film Laune und kann mit einer exzellenten Schärfe, toller Detailzeichnung und beeindruckenden Weitwinkel-Aufnahmen überzeugen. Dadurch, dass der Film generell etwas dunkler gehalten ist, erscheinen besonders Nachtaufnahmen etwas zu dunkel, was aber im Großen und Ganzen nicht so sehr ins Gewicht fällt. Hier kann man HD-TV Besitzern getrost die HD-Version ans Herz legen, da diese einfach optisch umwerfend ist. Ebenso der Soundtrack des Films. Wie schon bei "The Social Network" hat David Fincher auch bei "Verblendung" wieder mit Trent Reznor und Atticus Ross zusammengearbeitet, welche den Film durch den sehr atmosphärischen Soundtrack stark bereichern. Erwähnenswert ist auch, dass sich der Film nicht nur auf der Xbox 360 ansehen lässt, sondern auch via Zune auf dem PC sowie auf einem Windows Phone wiedergegeben werden kann.

Zune: Verblendung


1 Fazit

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, musst du dich anmelden bzw. registrieren.
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben. Mach doch einfach den Anfang und sei Erster! :)

Werbung