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Mission Impossible: Phantom Protokoll - Verrat aus den eigenen Reihen

31.05.2012 / 11:01 Uhr / Paul Hackspacher

Ungefähr fünf Jahre dauert es im Durchschnitt, bis eine der beliebtesten Actionfilm-Reihen der Neuzeit wieder aus der Versenkung auftaucht. Die Rede ist von "Mission Impossible", dessen inzwischen schon vierter Teil unlängst auf DVD, Blu-ray und ebenfalls auf Zune erschienen ist. Wie schon fast üblich hat sich auch diesmal ein neuer Regisseur an der Handlung versucht, und so ist es nun Brad Bird, der dem Franchise frischen Wind verleihen will. Bemerkenswert, denn Bird hat bisher ausschließlich Zeichentrick- und Animationsfilme gedreht und ist beispielsweise für "Der Gigant aus dem All" oder "Ratatouille" bekannt. Ist sein Live-Action-Debut ein Erfolg und etabliert ihn als Hollywood-Regisseur oder hat er sich mit "Mission Impossible: Phantom Protokoll" sein eigenes Grab geschaufelt?

Die Handlung spielt erneut zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt der Gegenwart. Ethan Hunt (Tom Cruise) wird reaktiviert, als die Impossible Mission Force vermutet, dass ein als Kobalt bekannter Terrorist einen Atomkrieg zwischen den USA und Russland anzetteln will. Zusammen mit seinen IMF-Kollegen Benji Dunn (Simon Pegg) und Jane Carter (Paula Patton) versucht Hunt die Identität von Kobalt aufzudecken, indem er den Kreml infiltriert. Doch etwas geht schief und eine Bombe explodiert vor Ort, ein Anschlag, der den Agenten zugeschrieben wird. Da das IMF enttarnt wurde, leitet der US-Präsident das so genannte "Phantom Protokoll" ein, löst die Behörde auf und streitet jegliche Kenntnis ab. Hunt und seine Freunde müssen nun, von allen als Abtrünnige und Attentäter gesucht, auf eigene Faust und ohne Unterstützung verhindern, dass Kobalt seine Hände an atomare Sprengsätze bekommt und sie zündet. Zur Seite steht ihnen dabei der ehemalige Agent William Brandt (Jeremy Renner), der sich persönlich die Schuld an dem Tod von Ethan Hunts Frau gibt.

Die Story ist zwar im Actiongenre und selbst innerhalb des eigenen Franchises nicht allzu originell, immerhin hat man schon öfter gesehen, wie Terroristen die beiden Großmächte gegeneinander aufbringen wollen. Atomwaffen gehören inzwischen auch schon zur guten Schule und von den eigenen Leuten verfolgt, operiert Ethan Hunt bereits seit Teil Eins. Aber die Handlung ist in diesem Film ohnehin eher sekundär und bietet nur die Manege für das Zusammenspiel von sehr individuellen Charakteren, einen Grund zur Reise an einzigartige Schauplätze und natürlich den Auslöser für beeindruckende Infiltrations- und Spionagemissionen sowie exzellent choreographierte Kampfszenen und packende Action auf den Punkt - also ähnlich treffsicher wie Spielautomaten Strategien, wobei diese zumindest für Zocker hilfreicher sind.

Was besagte Action angeht, schaltet "Phantom Protokoll" im Vergleich zu den letzten beiden Teilen der Reihe allerdings einen Gang zurück. Schusswechsel werden überschaubarer, Verfolgungsjagden weniger überladen und es gibt kein einziges explodierendes Auto im gesamten Film. Das heißt nicht, dass der Film langweilig wäre, spannend sind die Szenen allemal, aber Regisseur Bird scheint sich an der Prämisse "Weniger ist mehr" zu orientieren: Die Action soll durch Qualität, nicht Quantität überzeugen und an der jeweiligen Stelle auch hinpassen, um nicht übertrieben und lächerlich zu wirken. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Witze: Der Humor ist sporadisch verteilt und schafft es fast immer, die angespannte Atmosphäre durch einen bissigen Kommentar zwischen den Charakteren aufzulockern, aber ohne die ernste und bedrohliche Natur der Handlung zu untermauern.

Der Grund für diese "Back to the Roots"-Einstellung dürfte wohl sein, dass man den Zuschauer mit möglichst vielen Explosionen und groß angelegten Schießereien heutzutage nicht mehr beeindrucken kann. Stattdessen versucht "Phantom Protokoll" durch seine Locations und die Top-Secret-Missionen zu überzeugen. Ethan Hunt klettert die gläserne Wand eines Hochhauses in schwindelerregende Höhen hinauf, verfolgt einen Gegenspieler durch einen Sandsturm hindurch und es gibt natürlich auch wieder serientypisch einen Einbruch, bei dem kein einziges Wort gesprochen werden darf und während dem auch kein Soundtrack die Stille durchbricht. Die anderen Agenten dürfen ebenfalls zwischendurch zeigen, was sie draufhaben. Brandt zum Beispiel imitiert Hunts wiederholtes "von oben Abseilen" aus den früheren Filmen, aber das Hauptaugenmerk liegt doch auf dem Vorzeigehelden der Reihe.

Dadurch scheint der Supporting Cast vielerorts auch etwas unterfordert. Tom Cruise weiß durchgehend zu überzeugen, macht sogar einige Stunts des Filmes selber, beispielsweise als Hunt den Burj Khalifa hochklettert - das größte Gebäude der Welt - und zwar nicht in einem Studio sondern vor Ort am echten Wolkenkratzer! Die restlichen Schauspieler haben sich zwar davon eine Scheibe abgeschnitten und größere Kampfszenen ohne Stunt-Doubles choreographiert, wirken aber dennoch vom Schauspiel fast schon wie Second-Hand-Ware. Paula Patton, Simon Pegg und Jeremy Renner spielen zwar solide und durchaus überzeugend, aber stehen leider zu sehr im Schatten des Protagonisten und seines Darstellers. Besonders Renner, dessen Charakter William Brand explizit zu dem Zweck eingeführt wurde, Ethan Hunt zu ersetzen, sollte Cruise irgendwann aus dem Franchise aussteigen wollen, kommt trotz der guten Arbeit nicht einmal ansatzweise an seine Leistung in "The Hurt Locker" oder "The Town" heran. Außerdem sei hier noch erwähnt, dass der vierte Teil der Reihe nicht mehr mit solch großen Namen im Cast aufwarten kann, wie es seine Vorgänger getan haben. Wo Teil Eins noch Jean Reno und Jon Voight besaß, Teil Zwei Anthony Hopkins und Brendan Gleeson vorweisen konnte und in Teil Drei Laurence Fishburne und ein überragender Philip Seymour Hoffman mitgespielt hatten, müssen wir uns diesmal eben nur mit Jeremy Renner und Josh Holloway "begnügen".

Wie bereits angesprochen, hat sich der Film auch große Mühe mit seinen Schauplätzen gegeben. Teile der Handlung, die in Moskau, Dubai oder Mumbai spielen, wurden manchmal direkt vor Ort gedreht. Auch die Exposition des Films, während der Ethan Hunt sich in einem russischen Gefängnis befindet, hat man in einer echten Strafvollzugsanstalt gefilmt, wenn auch in der Nähe von Prag und nicht in Russland. Sogar die konstruierten Sets wissen zu überzeugen, die Kulissen wurden mit viel Liebe zum Detail entworfen und selbst wenn man von der echten Location auf einen Ausweichsdrehort wechseln musste - wie eben beispielsweise manche Szenen, die in Moskau spielen aber in Prag gedreht wurden - wurde Wert darauf gelegt, das Ambiente originalgetreu einzufangen. Das automatisierte Parkhaus, in dem sich der Showdown der Handlung abspielt, wurde übrigens extra über 6 Monate hinweg für den Film nachgebaut.

Das einzige größere Manko des Films ist seine Tonausgabe. Es gibt zwar keine großen Schnitzer, aber so einige kleinere und in der Summe häuft es sich. Das beginnt dabei, dass Tom Cruise nicht von seinem üblichen Sprecher, Patrick Winczewski, gesprochen wird, sondern von Markus Pfeiffer, der beispielsweise als Adrien Brody in "Predators" oder "Darjeeling Limited" bekannt ist. Dieser ist zwar per se kein schlechter Synchronsprecher, aber Fans der alten Teile werden sich etwas irritiert fühlen. Auch Tobias Kluckert wirkt durchgehend als eine etwas zu männliche Stimme für Simon Peggs eher zurückhaltende Rolle. Und schließlich kann Katharina Spiering als deutsche Stimme für Paula Patton nicht recht überzeugen, weil sie alle Texte zu ruhig, sauber und schlichtweg zu hochdeutsch ausspricht, jedenfalls im Kontext der allgegenwärtigen Gefahr. An der Wortwahl bei der Übersetzung selbst hingegen ist nichts auszusetzen. Vom musikalischen Aspekt her gibt es allerdings auch ein paar kleinere Mankos. Die altbekannte "Mission Impossible"-Melodie ist selbstverständlich wieder an Bord, aber die anderen Lieder sind wenig einprägsam und klingen gemeinhin austauschbar. Schlimmer noch, manche Songs - wie etwa das Gitarrensolo zu Beginn der Mumbai-Szene - wirken deplatziert und untergraben die Atmosphäre. Hier hätte man sich durchaus etwas mehr ins Zeug legen können.

Zune: Mission Impossible: Phantom Protokoll


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