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Chorus - Eine Reise der Erlösung

Mit "Chorus" bringen Deep Silver und Entwickler Fishlabs aus Hamburg heute einen Space-Shooter auf die Xbox-Konsolen. Wir haben uns für diesen Test hinter das Steuer eines Raumschiffes gesetzt und der feindlichen Armada ordentlich eingeheizt.

Marc Friedrichs

von Marc Friedrichs

03.12.2021, 16:19 Uhr

Fans von "Everspace", "Star Wars: Squadrons" oder auch "Freelancer" dürfen sich ab sofort wieder in packende Weltraumschlachten auf der Konsole stürzen. Dabei soll "Chorus" jedoch nicht nur klassische Shooter-Action, sondern auch eine spannende Geschichte bieten. Und ohne jetzt das Fazit vorwegnehmen zu wollen: Ja, der Titel ist eine große Überraschung geworden und stellt seinen indirekten Vorgänger "Manticore: Galaxy on Fire", der 2018 für die Switch erschienen ist, deutlich in den Schatten. "Chorus" macht Spaß, ist in technischer Hinsicht toll umgesetzt und weiß mit einer guten, düsteren Story zu unterhalten.

Im Spiel schlüpft man in die Haut von Pilotin Nara, die lange Zeit für den sogenannten Zirkel als Auserwählte gegen andere Zivilisationen gekämpft hat. Irgendwann erkennt sie, dass sie dabei dem Bösen gedient hat, denn der Zirkel ist nichts anderes als ein dunkler Kult. Sie flüchtet ins Exil, doch nach einiger Zeit holt sie die Vergangenheit ein: der Zirkel attackiert Naras neue Heimat und sie beschließt, sich dieser Vergangenheit zu stellen und für die Freiheit des Universums zu kämpfen. In der dann folgenden Geschichte, die es so ähnlich auch in "Star Wars" hätte geben können, steht Nara im Mittelpunkt und ihre emotionale Rückkehr zu ihren Wurzeln im Vordergrund. Das Geschehen wird interessant durch Zwischensequenzen weitererzählt und ich hätte bei solch einem Titel nie erwartet, in diesem Punkt so ordentlich unterhalten zu werden.

Während die Story durch Videos vorwärts getrieben wird, findet das eigentliche Spiel stets im Cockpit von Naras Raumschiff statt, das auf den Namen Forsaken hört. Nara sieht man somit nie, sondern immer nur die Forsaken von hinten. Und dieses Raumschiff hat es in sich: es hat eine eigene künstliche Intelligenz, steht Nara mit Rat und Tat zur Seite, zweifelt manchmal Entscheidungen Naras an und hinterfragt hin und wieder sogar andere Charaktere, die Naras Weg kreuzen. Das Zusammenspiel zwischen Nara und der Forsaken ist in "Chorus" essentiell und der Raumgleiter lässt sich im Verlauf des Abenteuers erweitern. So findet man immer wieder Hangars im All, die Verbesserungen und Erweiterungen zu bieten haben - egal ob in Sachen Waffen, Schilde oder Triebwerke. Die Möglichkeiten sind hier relativ vielfältig und die für den Kauf benötigten Credits lassen sich überall im Universum einsammeln. Gerade zwischen den zur Verfügung stehenden Waffen sollte man regelmäßig je nach Mission wechseln, denn während man manche Feinde am besten mit Laser bekämpft, kommt man bei anderen Gegnern mit Raketen schneller ans Ziel.

In Sachen Gameplay stellt "Chorus" die Spieler nicht vor all zu große Herausforderungen: die Steuerung ist simpel und man kann so ohne große Umwege direkt in gut inszenierte Weltraumkämpfe einsteigen, die enorm viel Spielspaß bieten. Da man sich in Kämpfen jedoch stets in deutlicher Unterzahl gegenüber den Feinden befindet, sind die Missionen je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad trotzdem stellenweise herausfordernd. Doch auch wenn die Forsaken gerade in Bosskämpfen mal nach zuviel Beschuss in ihre Einzelteile zerfällt, kommt im Spiel Dank ordentlich gesetzter Speicherpunkte keinerlei Frust auf. Für Spieler, die eine richtig harte Spielerfahrung erleben möchte, hat das Spiel übrigens auf Wunsch auch einen optionalen Permadeath parat.

"Chorus" bietet im Verlauf des Abenteuers, das Nara bestehen muss, eine offene Spielwelt, in der man seine nächste Mission gezielt aussuchen kann. Das Weltall ist dabei zwar nicht unendlich, das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Während man die Galaxie erkundet, stolpert man auch immer wieder über diverse Nebenmissionen: mal gilt es z. B. Wettrennen zu gewinnen, mal einen Frachter zu eskortieren. Auch wenn diese Quests manchmal in die Story eingebettet sind und sich getroffene Entscheidungen generell auf zukünftige Missionen auswirken können, so sind sie am Ende nicht unbedingt innovativ und dabei sehr generisch, so dass zumindest was die Nebenmissionen betrifft auf Dauer recht wenig Abwechslung geboten wird.

In technischer Hinsicht gibt sich "Chorus" dann aber für ein solch relativ kleines Projekt wieder kaum eine Blöße und der Titel kann mit einer ansprechenden Optik, ordentlichen Sounds und einem stimmigen Synthesizer-Soundtrack punkten. Das Weltall wurde von Fishlabs wirklich hübsch in Szene gesetzt, wobei der Titel sowohl auf Xbox Series X|S, bei der man zwischen Qualitäts- und Performancemodus wählen kann, als auch Xbox One stets flüssig läuft. Gerade die Gefechte überzeugen mit schicken Explosionen und sowieso geizt das Spiel nicht mit tollen Partikeleffekten. Einzig die Charakteranimationen sind oft auffällig emotionslos, was nicht so recht zu der atmosphärischen Story passen mag. Zudem ist es schade, dass das Spiel eines deutschen Entwickler nur mit deutschen Untertiteln bzw. übersetzten Menüs daherkommt. Die englische Synchronisation ist zwar gelungen, aber etwas mehr Lokalkolorit hätte dem Titel an dieser Stelle nicht geschadet. 

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03.12.2021, 16:19 Uhr

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