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Oddworld: Soulstorm - Gib mir deinen Saft!

Die "Oddworld"-Reihe hat ein Auf und Ab hinter sich und ist kürzer, als die Liste der veröffentlichten Spiele auf den ersten Blick vermuten lässt. Seit kurzem ist nun "Oddworld: Soulstorm" für die Xbox erhältlich. Wir haben uns mit Abe in den Sturm gewagt.

Marc Friedrichs

von Marc Friedrichs

13.12.2021, 11:08 Uhr

Bereits 1994 gründeten die aus der Filmbranche stammenden Lorne Lanning und Sherry McKenna das Entwicklerstudio Oddworld Inhabitants. Sie wollten damit eine fünfteilige Spielreihe ins Leben rufen, dessen erster Teil 1997 "Oddworld: Abe's Oddyssee" war. Bevor 2001 mit "Munch's Oddyssee", ein Launch-Titel der Ur-Xbox, der zweite Teil folgte, gab es 1998 mit "Abe's Exoddus" einen Bonustitel und Neuauflagen des ersten und dieses Abe-Abenteuers für den Game Boy – allerdings unter anderem Namen, was durchaus für Verwirrung sorgen kann. Vor allem, weil es seitdem keinen wirklichen neuen Teil mehr gab – abgesehen von "Oddworld: Stranger's Wrath", was aber ein Spin-off ist und mit der eigentlichen Reihe nichts zu tun hat. So ist das 2014 erschienene "New 'n' Tasty" ein Remake von "Oddworld: Abe's Oddyssee" und dessen Game-Boy-Version "Oddworld Adventures" und hinter dem jetzt veröffentlichten "Soulstorm" versteckt sich "Abe's Exoddus" bzw. der Game-Boy-Titel "Oddworld Adventures 2".

Konntet ihr dem folgen? Wenn nicht: halb so wild. Ihr müsst nur zwei Sachen im Hinterkopf behalten: "Oddworld: Soulstorm" ist kein grundlegend neues Spiel und erzählt die Geschichte weiter, die "New 'n' Tasty" zuletzt angefangen hat. Um mit "Soulstorm" Spaß zu haben, muss man den Vorgänger zwar nicht kennen, um die Story in Gänze zu verstehen, schadet dies aber auf keinen Fall. Wer und was bspw. Mudokons, Sligs oder Glukkons sind, wird im Spiel nicht erklärt, sondern das Wissen sozusagen vorausgesetzt. Als Neueinsteiger bleibt man anfangs also mit ein paar Fragezeichen über dem Kopf zurück, allerdings kann man das Ganze im Verlauf des Abenteuers zumindest mit etwas Fantasie erschließen.

"Oddworld: Soulstorm" ist eine Mischung aus Plattformer und Action-Adventure. Die Story ist mit der von "Abe's Exoddus" in großen Teilen identisch, allerdings gibt es Abweichungen und auch sonst wurde der Titel komplett überarbeitet. Es gibt neue 3D-Grafiken und auch die Physik-Engine ist auf der Höhe der Zeit, so dass es sich hier wirklich um ein richtiges Remake handelt und nicht nur um ein simples Remaster.

Abe ist ein Mudokon und lebt in Oddworld auf dem Kontinent Mudos. Teil 1 erzählt, wie er als Sklave für den Fleischproduzenten Molluk aus dem Volk der Glukkons in der Fleischfabrik RaptureFarms arbeitet. Da die Nutztierbestände auf Mudos zu Neige gehen, wollen die Glukkons ein neues Lebensmittelprodukt namens New 'n' Tasty auf den Markt bringen und darin das Fleisch der Mudokons verarbeiten. Als Abe das mitbekommt, will er aus der Fabrik fliehen und die Produktion stilllegen, doch Molluk und seine Schergen, die Slugs, versuchen das natürlich mit aller Macht zu verhindern. Abe lässt sich aber nicht beirren und macht es sich zur Aufgabe, sein Volk aus der Sklaverei zu befreien. "Oddworld: Soulstorm" schließt direkt an diese Geschehnisse an. Noch während die Mudokons ihre Befreiung feiern, wollen die Glukkons jetzt aus den Gebeinen verstorbener Mudokons eine Brühe namens Soulstorm Brew herstellen. Abes Aufgabe ist es natürlich, die Brauerei stillzulegen und die Grabschändungen zu stoppen. Je nachdem wie viele Mudokons man im Spielverlauf rettet, gibt es unterschiedliche Enden, was einen hohen Wiederspielwert bedeutet.

"Oddworld: Soulstorm" ist im Frühjahr bereits für andere Plattformen erschienen, beim neuen Xbox-Release handelt es sich nun um eine Enhanced Edition. Entwickler Oddworld Inhabitants versprechen hierfür u. a. überarbeitetes Gameplay und natürlich sollen generell alle bislang erschienenen Updates in dieser Fassung enthalten sein. Im Spiel läuft man als Abe i. d. R. von links nach rechts durch eine 2,5D-Welt mit wechselnden Persepektiven. Es gilt Abgründe zur überwinden, Hindernissen auszuweichen und sich an Gegnern vorbeizuschleichen. Die Steuerung ist dabei nach wie vor gewöhnungsbedürftig, wobei die Präzision im Gegensatz zum ersten Release Anfang des Jahres etwas verbessert wurde. Trotzdem stirbt man öfter mal den digitalen Bildschirmtod, weil Abe nicht so springt oder sich so festhält, wie man es gerne hätte. Checkpoints sollen an dieser Stelle dabei helfen, dass man zu lange Passagen nicht erneut spielen muss, allerdings sind diese nicht immer optimal gesetzt.

"Oddworld: Soulstorm" kommt im Gegensatz zum damaligen Original mit einem Crafting-System daher, mit dem Abe allerlei Objekte bauen kann, die ihm beim Abenteuer an manchen Stellen weiterhelfen. Es gibt Wasser- und Rauchbomben sowie diverse explosive Reagenzien, um sich die Slugs vom Leib zu halten. Was auf den ersten Blick verlockend klingt, entpuppt sich am Ende als größte Schwäche des Spiels. Gerade weil es in "Soulstorm" nur Checkpoints gibt und man nicht manuell speichern kann, muss man nach einem Respawn am letzten Speicherpunkt alle Dinge erneut herstellen, die man zuvor bereits gebastelt hat. Und da der Schwierigkeitsgrad durchaus etwas höher ist, passiert das doch recht oft. Das ist zum Einen nervig, zum Anderen bremst das aber auch den Spielfluss unnötig ab.

Und das ist etwas schade, denn ansonsten macht "Oddworld: Soulstorm" eine wirklich hervorragende Figur. Das Gameplay ist abwechslungsreich und die einzelnen Level-Abschnitte lassen sich auf unterschiedliche Weisen bewältigen. Man kann mittels explosiver Wurfobjekte zum Angriff übergehen oder sich auch in bester Stealth-Manier an den Slugs vorbeischleichen. Zudem besticht der Titel durch eine liebevoll-skurrille Gestaltung. Die Spielwelt wurde "Oddworld"-typisch schön in Szene gesetzt und die schrulligen Charaktere muss man einfach gerne haben. Die unterschiedlichen Areale, durch die sich Abe im Verlauf des Abenteuers kämpft, sind abwechslungsreich gestaltet und strotzen nur so vor Liebe zum Details. Überall gibt es Lustiges zu entdecken und die Atmosphäre hat mit ihrem ganz eigenen Flair etwas Einzigartiges. Aber auch technisch kann das Spiel überzeugen. Die Licht- und Umgebungseffekte sehen toll aus und das Spiel läuft auf allen Xbox-Konsolen durchgehend flüssig.

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