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Sacred 2: Fallen Angel - Diablo made in Germany?

18.06.2009 / 10:01 Uhr / Jens Kopper

Deutschland. Land der Dichter und Denker. Aber leider nicht Land der Spieleentwickler. Sucht man nach richtig guten Videospielen aus deutschen Landen, muss man schon viel Zeit aufbringen, um schlussendlich einige wenige zu finden. Da könnte man z.B. das Echtzeitstrategiespiel "Paraworld" nennen. Oder aber die "Anno"-Reihe. Und natürlich darf man dabei ein Spiel nicht übergehen: "Sacred". Das 2004 als potentieller "Diablo 2"-Killer veröffentlichte Spiel, gehört mit Sicherheit zum Besten, was deutsche Spieleentwickler zu Stande gebracht haben. Auch wenn der Anspruch, "Diablo 2" vom Thron zu stoßen, nicht ganz erfüllt werden konnte, war "Sacred" richtig gut und machte, vor allem im Multiplayer, richtig Spaß. 5 Jahre später ist nun "Sacred 2: Fallen Angel" erschienen. Und im Gegensatz zum Vorgänger diesmal auch für Konsole. Wir haben uns natürlich nicht lange lumpen gelassen und sind in der Welt von Ancaria auf die Jagd nach Ruhm, Geld und Erfahrungspunkten gegangen. Ob "Sacred 2" den Vorgänger überbieten kann, lest ihr in unserem Test.

Die Story von "Sacred 2: Fallen Angel" ist relativ banal. Genretypisch müsst ihr natürlich das Königreich Ancaria vor dem Untergang retten - wenn auch mit einer Besonderheit. Dazu später mehr. Die Geschichte wird relativ unspektakulär erzählt und wird euch nicht wirklich überraschen. Es wirkt eher so, als wäre sie Mittel zum Zweck. Aber wenn man ehrlich ist, gibt es eigentlich kein Action-RPG, dass eine richtig unterhaltsame Story bietet. Nicht mal der Genreprimus "Diablo 2". Das, was solche Spiele ausmacht, ist die Jagd nach Erfahrung und Equipment.

Bevor es soweit ist, müsst ihr euch aber erst einmal einen Charakter erstellen. Und bei diesem Punkt weiß "Sacred 2" auf der einen Seite zu überzeugen. Die angebotenen Klassen sind nämlich wirklich frisch und innovativ. Und außer der berühmt berüchtigten Seraphim wurde sogar keine Klasse aus Teil 1 übernommen. Stattdessen könnt ihr teilweise komplett neue Klassen entdecken. Da wäre z.B. der Inquisitor oder der Tempelwächter. Diese beiden gehören vielleicht zu den interessantesten Klassen, die ich jemals in einem RPG spielen durfte. Aber auch die anderen, Seraphim, Schattenkrieger, Hochelfe und Dryade, sind wirklich gut durchdacht und ausbalanciert. Es sollte also für jeden etwas dabei sein. Kommen wir jetzt aber zum unschönen Part an der Klassenwahl bei "Sacred 2". Scheinbar haben sich die Jungs von Ascaron so viel Mühe bei der Entwicklung der verschiedenen Charaktertypen gegeben, dass sie dann keinen Lust mehr hatten, einen mehr oder minder umfangreichen Editior zu basteln. Ihr könnt an eurem ausgewählten Charakter nämlich ganze zwei Sachen ändern: den Haarschnitt und die Haarfarbe. In Zeiten von MMORPGs wie "World of Warcraft" oder "Guild Wars", die den Spieler so ziemlich alles an seinem Charakter verändern lassen, wirken die wenigen Möglichkeiten von "Sacred 2" schon etwas dreist. Die Identifizierung mit dem eigenen Charakter fällt so deutlich geringer aus. Und gerade das ist doch einer der wichtigsten Punkte in einem solchen Spiel.

Habt ihr eurem Charakter dann noch einen passenden Namen verpasst, müsst ihr auswählen, wer euer Schutzgott ist. Je nachdem, wen ihr wählt, verändert sich eure göttliche Gabe. Und dann bietet euch "Sacred 2" aber noch eine weitere interessante Auswahlmöglichkeit. Es gibt nämlich zwei verschiedene Kampagnen. Einmal die Kampagne des Lichts und einmal die der Dunkelheit. Und erstaunlicherweise haben sich die Entwickler hier wieder Mühe gegeben. Die beiden Storylines unterscheiden sich nämlich deutlich. So werdet ihr also animiert, nicht nur die ganzen Klassen auszuprobieren, sondern auch noch die verschiedenen Kampagnevarianten.

Bevor wir dazu kommen, wie sich "Fallen Angel" spielt, beantworten wir die Fragen: Wie sieht das Ganze eigentlich aus? Läuft das Spiel ruckelfrei, selbst wenn mal etwas mehr auf dem Bildschirm los ist? Leider gilt auch hier wieder: Teils so, teils so. Grafisch ist "Sacred 2" wirklich ein Leckerbissen. Wunderschöne Landschaften, klasse Schattenefekte, hübsch designte Charaktere und Gebäude. Kein anderes Action-RPG sah bisher so gut aus. Aber. Zoomt man mit der Kamera näher heran, fallen einem wirklich unschöne Dinge auf. Aufploppende Objekte, Kantenflimmern, Treppchenbildung, Clipping-Fehler etc. pp. Scheinbar hat man sich bei der Entwicklung gedacht, dass niemand die frei einstellbare Kamera verwenden wird. Von oben fällt euch das nämlich alles nicht auf. Dafür gibt es dort ein anderes Problem. "Sacred 2" läuft nämlich zu keinem Zeitpunkt wirklich flüssig. Konstante Framerates gibt es noch nicht einmal, wenn ihr nur herumlauft. Und sollte auf dem Bildschirm wirklich mal einiges los sein, verschlimmert sich das Ganze noch. Absolut unverständlich, wo doch eine Xbox 360 wirklich genug Rechenleistung bieten sollte. Gleiches gilt für das permanente, kurz aufeinanderf folgende Nachladen der Umgebung. Das ist so dermaßen lästig, wenn das Spiel innerhalb von drei Sekunden an der gleichen Stelle laden muss. Etwas Abmildern konnte man die Probleme bei mir mit der Installation auf der Festplatte. Trotzdem: "Sacred 2" läuft nicht richtig flüssig.

Bei der Steuerung hingegen hat sich Ascaron wirklich Mühe gegeben. Natürlich spielt es sich nicht so intuitiv wie mit Maus und Tastatur. Man hat aber das Beste aus den Möglichkeiten des Gamepads gemacht. Ihr steuert ganz konventionell mit dem linken Analogstick eure Spielfigur. Mit dem rechten Stick bewegt ihr vollkommen frei die Kamera. Mit dem Steuerkreuz aktiviert ihr eure göttliche Gabe bzw. Tränke, die ihr einer der vier Richtungen zugewiesen habt. Auf die A-, B-, X-, und Y-Tasten verteilt ihr eure Angriffe. Dabei könnt ihr jede Taste doppelt belegen, da ihr durch Druck auf den linken Bumper durchschalten könnt. Das hört sich einfach an und das ist es auch. Die Kämpfe gehen so wirklich locker von der Hand. Dummerweise ist das Angreifen selbst etwas umständlich. Sobald ihr nah genug an einem Feind seid, erscheint unter ihm ein leuchtender Kreis. Erst dann werden eure Attacken den Gegner auch treffen. Unverständlicher entscheidet aber der Computer, welchen Gegner ihr jetzt angreifen dürft. Zumindest bei physischen Attacken. Bei Magieangriffen könnt ihr beeinflussen, wer getroffen wird. Diese Einschränkung ist nicht wirklich schlimm. Manchmal ist es aber ärgerlich, wenn es z.B. vorteilhafter wäre, einen anderen Gegner in die Mangel zu nehmen.

Bis zu diesem Punkt meines Tests muss man so ehrlich sein und sagen, dass "Sacred 2: Fallen Angel" nichts wirklich richtig macht. Allerdings auch nichts wirklich falsch. Außer vielleicht den Rucklern. Die tatsächlichen Stärken des Spiels will ich euch jetzt aufzeigen. Grob umrissen, handelt es sich dabei um zwei Dinge. Da wäre unbedingt der Umfang zu nennen. Hier haben sich die Entwickler keine Fehler erlaubt. Über 500 verschiedene Quests wollen erledigt sein. Überraschenderweise sind die sogar relativ abwechslungsreich. Natürlich sind die üblichen "Töte XX Gegner"-Quests wieder vorhanden. Gleiches gilt für die "Laufe nach A, nehme B und kehre nach C zurück"-Aufgaben. Ansonsten sind aber einige wirklich lustige Quests dabei. Es wird euch also so schnell nicht langweilig. Gleiches gilt für die Anzahl der verschiedenen Items. Schon nach zwei Stunden Spielzeit wurde ich von der schieren Menge an verschiedenen Items erschlagen. Fans des ersten Teil dürften wissen, dass man bei "Sacred" die Items noch mit Hilfe des Schmieds verändern kann. Z.B. kann man eine Feuerrune einbauen, um zum physischen Schaden noch Magieschaden hinzuzufügen. Das vergrößert die Zahl der verschiedenen Items noch weiter. Für ausgiebige Sammelorgien ist also gesorgt. Vorausgesetzt ihr habt kein Problem mit den oben angesprochenen Macken.

Richtig gut gefallen hat mir persönlich der Multiplayer-Part von "Sacred 2". Begebt ihr euch online mit Mitspielern auf die Reise durch Ancaria, kann das Spiel seinen ganzen Charme entfalten. Gemeinsam ist man weniger allein und es macht vor allem deutlich mehr Spaß, mit Mitspielern zusammen zu kämpfen, zu handeln und sich auszutauschen. Dabei ist die Benutzerfreundlichkeit für Konsolenverhältnise wirklich hoch. Das Einzige, was etwas sauer aufstoßen lässt, ist das Abwerfen von Gegenständen. Dazu wird nämlich kein direkter Tastenbefehl angeboten. Ansonsten geht aber alles locker von der Hand. Gleiches gilt für den offline Multiplayer-Part. Mit einem Freund an einer Konsole zu zocken macht ebenfalls sehr viel Spaß und dürfte euch die eine oder andere schlaflose Nacht bescheren.

Einziges Manko ist hier die etwas zu hohe Kameraposition. Besonders auf konventionellen Röhren-TVs sind die Figuren im Splittscreen viel zu klein. Leider kann man aber auch nicht ranzoomen, wie im Singleplayer-Part. Ebenfalls zu klein ist auf nicht HD-Geräten die Schrift. Und das nicht nur im Multiplayer-Part. Hier ist man es ja gewohnt, dass verschiedene Dinge schlechter dargestellt werden. Aber wenn die Schriftgröße so gewählt ist, dass man den Questtext kaum lesen kann, ist das schon ärgerlich.


1 Fazit

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18.06.2009 / Das Action-RPG im ausführlichen Test

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