Marathon - Auf der Suche nach dem Master Chief
Bungie ist zurück auf der Xbox - mit einem Playstation Studios Spiel: "Marathon" statt "Destiny" oder gar "Halo. Die Original "Marathon"-Reihe wurde in den 1990ern von Bungie veröffentlicht und kehrt nun als Reboot in Form eines Extraction-Shooters zurück. Wir haben uns nach Tau Ceti IV für einen (vorläufigen) Test gewagt.
von Wolfgang Kern
09.03.2026, 10:07 Uhr
Bevor das Spiel überhaupt erschienen ist, hatte "Marathon" bereits mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wir bewerten hier zwar nicht die äußerst holprige Entwicklung, zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass das Spiel lange unter keinem guten Stern stand. Zusätzlich zu Gameplay-Mängeln in den Playtests gab es dann im Mai 2025 noch Anschuldigungen, dass einige Assets von einer Designerin gestohlen wurden. Zwar konnte man sich später einigen und einem Rechtsstreit aus dem Weg gehen, aber dennoch machte das Spiel vor dem Release nicht die besten Schlagzeilen. Nun ist "Marathon" zumindest erschienen und wird als Live-Service-Game nach und nach mit Inhalten erweitert. Die Endgame Zone wird zum Beispiel erst später im März erscheinen, weswegen wir hier auch erstmal nur die vorhandenen Inhalte bewerten können.
"Marathon" ist ein Extraction-Shooter. Wie in anderen Spielen dieses Subgenres auch, gilt es hier in der gewählten Mission zu überleben und am Ende den Extraction-Point zu erreichen. Dabei stellen sich euch echte Spieler und KI-Gegner in den Weg. Ziel ist es, Loot zu sammeln, Waffen zu finden und eben zu überleben. Dabei seid ihr aber nicht allein unterwegs sondern im Team. Was mich aber zu Beginn an etwas irritiert hat, war die Einführung in das Spiel. Bungie nimmt sich hier keine Zeit irgendwas zu erklären, sondern schmeißt euch einfach in die Welt von von Tau Ceta IV. Damit tut sich Bungie meiner Meinung nach keinen Gefallen und die ersten Stunden fühlen sich etwas mühsam an, weil man im Grunde keinen Plan hat was, wie und wo passiert.

"Marathon" hat dann auch keine wirkliche Story. Wenn man sich etwas mit der Lore der Reihe beschäftig, erkennt man Verbindungen zu "Halo" und auch "Destiny", was für Hardcore-Fans durchaus interessant sein kann. Für mich war aber bereits "Destiny" bzw. vor allem "Desitny 2" zu wenig Story-driven, was zumindest meine Langzeitmotivation durchaus negativ beeinflusst hat. Daher finde ich es schade, dass auch hier wieder wenig Story vorhanden ist. Aber immerhin ist das Gameplay eine Wucht.
Wenn man erst einmal im Match ist, merkt man sofort: Bungie kann Shooter. Das Gunplay fühlt sich gewohnt knackig an. Wenn ein Gegner fällt, gibt es dieses befriedigende haptische und akustische Feedback, das schon in "Destiny" hervorragend war. Interessant ist das Klassen-System: Ob als "Destroyer" für die Offensive oder als "Triage", der mit EMP-Fähigkeiten auch heilen kann - die taktische Tiefe ist da. Ein echtes Problem ist jedoch die Ressourcenknappheit: Munition ist Mangelware, und wer mit den kostenlosen "Sponsored Kits" startet, darf nicht einmal eigene Munition einpacken. Das führt oft zu frustrierenden Momenten, in denen man schutzlos in der Pampa steht. Zumindest hat man ein Messer, dass keine Munition braucht. Und auch hier gilt wieder, etwas mehr Führung zu Beginn wäre hilfreich gewesen.

Kommen wir zum Elefanten im Raum: dem Artstyle. "Marathon" sieht aus wie ein Sci-Fi-Comic auf Steroiden. Die Grafik an sich ist scharf, die Welten sind toll umgesetzt, aber die Farbwahl kann extrem anstrengend sein. In hitzigen Gefechten verschwimmt alles zu einem neonfarbenen Brei. Ich hatte Momente, in denen ich Umweltgefahren (wie Giftpfützen) schlicht übersehen habe, weil der Boden in fünf verschiedenen Farben leuchtete. Das Design der Waffen wirkt zudem oft etwas klobig und "blocky", fast schon wie in einem hochwertigen "Roblox"-Mod. Grafisch kann das Spiel grundsätzlich überzeugen und es wirkt alles sehr stimmig. Natürlich ist es sowieso sehr subjektiv, wie einem das Spiel optisch zusagt. Ich finde es interessant, aber im Gesamten etwas "too much". Immerhin: Bungie hat sich in Sachen Gestaltung einiges getraut und dabei etwas Eigenständiges erschaffen, was sich vom Shooter-Einheitsbrei deutlich absetzt.
Das gleiche gilt gewissermaßen auch für das Menü, dass offensichtlich für eine Maus-Steuerung konzipiert wurde und durch die vielen Tabs, Pop-Ups und Icons an Überblick verliert. Hinzu kommt, dass die Farben auch hier sehr grell sind und dadurch eben klassische Menü-Links, Prompts und UI/UX-Elemente untergehen, an denen man sich eigentlich orientieren sollte. Eigentlich sollte ein Menü vom ersten Moment an selbsterklärend sein und keine große Eingewöhnungsphase benötigen. Wieso Bungie seit den Playtests im letzten Jahr hier kaum etwas optimiert hat, bleibt ein riesiges Geheimnis.

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Dieses Rating für registrierte Benutzer lebt von der Qualität der verteilten Sterne. Seid bei eurer Bewertung also fair... [+]: Nur selten hat ein gutes Spiel die Höchstnote verdient und natürlich muss auch ein schwächeres Spiel nicht gleich immer komplett abgestraft werden. Je objektiver ihr eure Sterne vergebt, desto aussagekräftiger ist am Ende die Gesamtwertung. [–]
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09.03.2026, 10:07 UhrEs wurden noch keine Kommentare abgegeben. Mach doch einfach den Anfang und sei die Nummer 1! 
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